Ich überwache meine Stimmen
daß ich nicht Sünde begehe
mit der Zunge, Herr.
Ein Zaun bindet
den Mund mir, solang der Böse
vor mir schwebt
und zu verführen versucht.
Ich stumme in der Stille ein,
Enthaltung des Wortes
übe ich bis zum Verschweigen des Guten --
doch mein Schmerz schwillt
immer lauter an
hitzt mein Herz in mir,
und das Klagelied
umschlingt mich leidenschaftlich:
Herr, zeige mir mein Ende
und das Ausmaß meiner Tage.
Du schufst meine Dauer
vier Finger breit -- und ich
bin nichts vor Dir -- ach jeder Mensch,
aufrecht und stehend
ist nichts als Vergeblichkeit
alles ist Eitelkeit.
Ach der Mensch lustwandelt
sicher doch ein farbloser Schatten
ach und vergeblich und eitel
jede Bewegung und Sammeln von Gütern
-- doch wer wird sie besitzen?
Befreie mich, Herr, ich schweige, laut
geschlossen bleibt der Mund,
weil Du ihn mir schlossest,
doch wende ab die Züchtigung,
ich vergehe vor dem Schlag Deiner Hand.
Fassest Du den Menschen an den Sünden
zerfällt wie von Motten zerfressen
selbst Schönheit an ihm --
alles ist Eitelkeit und vergeblich.
Höre mich, Herr, sei
vor meinen Tränen nicht taub,
ich bin nur ein Fremder vor Dir
ein Vorübergeher wie meine Väter
o lasse mich los,
daß ich
meine Kräfte versammele
bevor ich gehe und nicht mehr bin.