Kapitel 7

Sinnend und traurig saß Georg am Mittag nach dem festlichen Abend in

seinem Gemach. Er hatte Breitenstein besucht und wenig Tröstliches

für seine Hoffnungen erfahren. Der Kriegsrat hatte sich an diesem

Morgen versammelt, und unwiderruflich war der Krieg beschlossen

worden. Zwölf Edelknaben waren, die Absagebriefe des Herzogs von

Bayern, der Ritterschaft und gesamten Städte an ihre Lanzen geheftet,

zum Gögglinger Tor hinausgejagt, um die Feindesbotschaft dem

Württemberger nach Blaubeuren zu bringen. Auf den Straßen rief man

einander fröhlich diese Nachricht zu, und die Freude, daß es jetzt

endlich ins Feld gehen werde, stand deutlich auf allen Gesichtern

geschrieben. Nur einen traf diese Kunde wie das schreckliche

Machtwort seines Schicksals. Der Gram trieb ihn aus dem Kreis der

fröhlichen Gesellen, die jetzt den Weinstuben zuzogen, um in lautem

Jubel das Geburtsfest des Krieges zu begehen und das Los künftiger

Siege im Würfelspiel zu belauschen. Ach! Ihm waren ja schon die

Würfel gefallen! Ein blutiges Schlachtfeld dehnte sich zwischen ihm

und seiner Liebe aus, sie war ihm auf lange, vielleicht auf ewig

verloren.

Eilige Tritte, welche die Treppe heraufstürmten, weckten ihn aus

seinem Brüten. Der Ratsschreiber steckte den Kopf in die Tür.

"Glück auf, Junker!" rief er, "jetzt hebt der Tanz erst recht an.

Aber ihr wißt es vielleicht noch gar nicht? Der Krieg ist

angekündigt, schon vor einer Stunde sind unsere Absageboten

ausgeritten."

"Ich weiß es", antwortete sein finsterer Gast.

"Nun und hüpft Euch das Herz nicht freier? Habt Ihr auch gehört--

nein, das könnt Ihr nicht wissen", fuhr Dietrich fort, indem er

zutraulich näher zu ihm trat, "daß die Schweizer bereits abziehen?"

"Wie, sie ziehen?" unterbrach ihn Georg. "Also hat der Krieg schon

ein Ende?"

"Das möchte ich nicht gerade behaupten", fuhr der Ratsschreiber

bedenklich fort, "der Herzog von Württemberg ist noch ein junger,

mutiger Herr und hat noch Ritter und Dienstleute genug. Zwar wird er

wohl keine offene Feldschlacht mehr wagen, aber er hat feste Städte

und Burgen. Da ist einmal der Hellenstein und darin Stephan von

Lichow, ein Mann wie Eisen. Da ist Göppingen, das Philipp von

Rechberg auch nicht auf den ersten Stückschuß ergeben wird. Da ist

Schorndorf, Rothenberg und Asberg, da ist vor allem Tübingen, das er

tüchtig befestigt hat. Es wird noch mancher ins Gras beißen, bis Ihr

Eure Rosse im Neckar tränkt."

"Nun, nun!" fuhr er fort, als er sah, daß seine Nachrichten die

finstere Stirn seines schweigenden Gastes nicht aufheitern konnten.

"Wenn Ihr diese kriegerischen Botschaften nicht freundlich aufnehmt,

so schenkt Ihr vielleicht einem friedlicheren Auftrag ein geneigtes

Ohr. Sagt einmal, habt Ihr nicht irgendwo eine Base?"

"Base? Ja, warum fragt Ihr?"

"Nun seht, jetzt erst verstehe ich die verwirrten Reden, die vorhin

Berta vorbrachte. Als ich aus dem Rathaus kam, winkte sie mir hinauf

und befahl mir, meinen Gast heute nachmittag in ihren Garten an der

Donau zu führen. Marie habe Euch etwas sehr Wichtiges an Eure Base,

die sie sehr gut kenne, aufzutragen. Ihr müßt mir schon den Gefallen

tun, mitzugehen. Solche Geheimnisse und Aufträge sind zwar

gewöhnlich nicht weit her, und ich wollte wetten, sie geben Euch ein

Müsterlein für den Webstuhl oder eine Probe seiner Wolle, oder ein

tiefes Geheimnis der Kochkunst, oder gar ein paar Körnlein von einer

seltenen Blume mit, denn Marie ist eine große Gärtnerin--doch wenn

Ihr gestern an dem Mädchen Gefallen gefunden habt, geht Ihr wohl

gerne mit."

Mitten in dem schmerzlichen Gedanken an die Scheidestunde mußte Georg

über die List der Mädchen lachen. Freundlich bot er dem guten Boten

die Hand und schickte sich an, ihn in den Garten zu begleiten.

Dieser lag an der Donau, ungefähr zweitausend Schritte unter der

Brücke. Er war nicht groß, zeugte aber von Sorgfalt und Fleiß. Die

schönen Obstbäume waren zwar noch nicht belaubt, und die in

wunderlichen Formen abgestochenen Beete hatten noch keine Blumen,

aber ein langer Taxusgang, der an dem Ufer des Flusses sich hinzog

und in einer geräumigen Laube endete, gab durch sein helles Grün

einen lebhaften Anblick und hinlänglichen Schutz gegen die einem

weißen Hals und schönen Armen so gefährlichen Strahlen der Märzsonne.

Dort, auf dem breiten, bequemen Steinsitz, wo die Lücken der Laube

eine freie Aussicht die Donau hinauf und hinab gewährten, hatten die

Mädchen unter mancherlei Gesprächen der jungen Männer geharrt.

Marie saß traurig in sich gekehrt. Sie hatte den schönen Arm auf

eine Lücke der Laube aufgestützt und das von Gram und Tränen müde

Köpfchen in die Hand gelegt. Ihr dunkles, glänzendes Haar hob die

Blässe ihres Teints um so mehr heraus, als stiller Kummer ihre Wangen

gebleicht, und schlaflose Nächte dem lieblichen blauen Auge seinen

sonst so überraschenden Glanz geraubt und ihm einen matteren,

vielleicht nur um so anziehenderen Schimmer von Melancholie gegeben

hatten. Das vollendete Bild fröhlichen Lebens, saß die frische,

runde, rosige Berta neben ihr. Wie ihre gelblichen Locken mit

Mariens dunkeln Haaren, ihr rundes, frisches Gesichtchen mit den

ovalen, schärferen Formen ihrer Base, wie ihre freundlichen,

beweglichen, hellbraunen Augen in auffallendem Kontrast standen mit

dem sinnenden, geistvollen Blick Mariens, so wurde auch jede ihrer

raschen lebhaften Bewegungen zum Gegensatz gegen jene stille Trauer.

Berta schien ihre rosigste Laune hervorgeholt zu haben, um ihre Base

zu trösten, oder doch ihren großen Schmerz zu zerstreuen. Sie

erzählte und schwatzte, sie lachte und ahmte die Gebärde und Sprache

vieler Leute nach, sie versuchte alle jene tausend kleinen Künste,

womit die Natur ihre fröhliche Tochter ausstattete. Aber wir glauben,

daß sie wenig ausrichtete, denn nur hie und da glitt ein wehmütiges,

schnell verschwebendes Lächeln über Mariens feine Züge hin.

Endlich ging die Gartenpforte auf. Männertritte tönten den Gang

herauf und die Mädchen standen auf, die Erwarteten zu empfangen.

"Herr von Sturmfeder", begann Berta nach den ersten Begrüßungen,

"verzeiht doch, daß ich es wagte, Euch in meines Vaters Garten

einzuladen. Aber meine Base Marie wünscht, Euch Aufträge an eine

Freundin zu geben.--Nun, und daß wir andern nicht zu kurz kommen",

setzte sie zu Herrn Kraft gewandt hinzu, "so wollen wir eins plaudern

und den Abendtanz von gestern mustern." Damit ergriff sie ihres

Vetters Hand und zog ihn mit sich den Gang hinab.

Georg hatte sich zu Marie auf die Bank gesetzt. Sie lehnte sich an

seine Brust und weinte heftig. Die süßesten Worte, die er ihr

zuflüsterte, vermochten nicht, ihre Tränen zu stillen "Marie", sagte

er, "Du warst ja sonst so stark, wie kannst Du nun gerade jetzt allen

Glauben an ein besseres Geschick, alle Hoffnung aufgeben?"

"Hoffnung?" fragte sie wehmütig, "mit unserer Hoffnung, mit unserem

Glück ist es für ewig aus."

"Sieh", antwortete Georg, "eben dies kann ich nicht glauben, ich

trage die Gewißheit unserer Liebe in mir so innig, so tief, und ich

sollte jemals glauben, daß sie untergehen könne?"

"Du hoffst noch? So höre mich ganz an. Ich muß Dir ein tiefes

Geheimnis sagen, an dem das Leben meines Vaters hängt. Mein Vater

ist so sehr ein bitterer Feind des Bundes, als er ein Freund des

Herzogs ist. Er ist nicht nur deswegen hier, um sein Kind abzuholen.

Nein, er sucht die Pläne des Bundes zu erforschen und mit Geld und

Rede zu verwirren. Und glaubst Du, ein so bitterer Gegner des Bundes

werde seine einzige Tochter einem Jüngling geben, der durch unser

Verderben sich emporzuschwingen sucht? Einem, der sich an Menschen

anschließt, die kein Recht, sondern nur Raub suchen?"

"Dein Eifer führt Dich zu weit, Marie", unterbrach sie der Jüngling,

"Du mußt wissen, daß mancher Ehrenmann in diesem Heer dient!"

"Und wenn dies wäre", fuhr jene eifrig fort, "so sind sie betrogen

und verführt, wie auch Du betrogen bist."

"Wer sagt Dir dies so gewiß?" entgegnete Georg, welcher errötete, die

Partei, die er ergriffen, von einem Mädchen so erniedrigt zu sehen,

obgleich er ahnte, daß sie so unrecht nicht habe. "Wer sagt Dir dies

so gewiß? Kann nicht Dein Vater auch verblendet und betrogen sein?

Wie mag er nur mit so vielem Eifer die Sache dieses stolzen,

herrschsüchtigen Mannes führen, der seine Edlen ermordet, der seine

Bürger in den Staub tritt, der an seiner Tafel das Mark des Landes

verpraßt und seine Bauern verschmachten läßt?"

"Ja, so schildern ihn seine Feinde", antwortete Marie, "so spricht

man von ihm in diesem Heer; aber frage dort unten an den Ufern des

Neckars, ob sie ihren angestammten Fürsten nicht lieben, wenn gleich

seine Hand zuweilen schwer auf ihnen ruht. Frage jene Männer, die

mit ihm ausgezogen sind, ob sie nicht freudig ihr Blut für den Enkel

Eberhards geben, ehe sie diesem stolzen Herzog von Bayern, diesen

räuberischen Edlen, diesen Städtern ihr Land abtreten."

Georg schwieg eine Zeitlang nachdenklich. "Aber wie entschuldigen

denn diese warmen Verteidiger den Mord des Hutten?" fragte er.

"Ihr sprecht immer von Eurer Ehre", antwortete Marie, "und wollt

nicht leiden, daß ein Herzog seine Ehre verteidige? Hutten ist nicht

meuchelmörderisch gefallen, wie seine Anhänger in alle Welt

ausgeschrieen haben, sondern im ehrlichen Kampf, worin der Herzog

selbst sein Leben einsetzte. Ich will nicht alles verteidigen, was

er tat. Aber man soll nur auch bedenken daß ein junger Herr, wie der

Herzog, von schlechten Räten umgeben, nicht immer weise handeln kann

Aber er ist gewiß gut, und wenn Du wußtest, wie mild, wie leutselig

er sein kann!"

"Es fehlt nur noch, daß Du ihn auch noch den schönen Herzog nennst",

sagte Georg bitter lächelnd "Du wirst reichen Ersatz finden für den

armen Georg, wenn er es der Mühe wert hält, mein Bild aus Deinem

Herzen zu verdrängen."

"Wahrlich, dieser kleinlichen Eifersucht habe ich Dich nicht für

fähig gehalten", antwortete Marie, indem sie sich mit Tränen des

Unmuts, im Gefühl gekränkter Würde, abwandte. "Glaubst Du denn das

Herz eines Mädchens könne nicht auch warm für die Sache ihres

Vaterlandes schlagen?"

"Sei mir nicht böse", bat Georg, der mit Reue und Beschämung einsah

wie ungerecht er sei, "gewiß, es war nur Scherz!"

"Und kannst Du scherzen wo es unser ganzes Lebensglück gilt?"

entgegnete Marie. "Morgen will der Vater Ulm verlassen, weil der

Krieg entschieden ist! Wir sehen uns vielleicht lange, lange nicht

mehr, und Du magst scherzen? Ach, wenn Du gesehen hättest, wie ich

so manche Nacht mit heißen Tränen zu Gott flehte, er möge Dein Herz

hinüber auf unsere Seite lenken, er möge uns vor dem Unglück bewahren,

auf ewig getrennt zu sein, gewiß Du könntest nicht so grausam

scherzen!"

"Er hat es nicht zum Heil gelenkt", antwortete Georg, düster vor sich

hinblickend.

"Und sollte es nicht noch möglich sein?" sprach Marie, indem sie

seine Hand faßte und mit dem Ausdruck bittender Zärtlichkeit, mit der

gewinnenden Sanftmut eines Engels ihm ins Auge sah. "Sollte es nicht

noch möglich sein? Komm mit uns, Georg, wie gerne wird der Vater

einen jungen Streiter seinem Herzog zuführen! Ein Schwert wiegt viel

in solchen Zeiten, sagte er oft, er wird es Dir hoch anschlagen, wenn

Du ihm folgst, an seiner Seite wirst Du kämpfen, mein Herz wird dann

nicht zerrissen nicht geteilt sein zwischen jenseits und diesseits.

Mein Gebet, wenn es um Glück und Sieg fleht, wird nicht zitternd

zwischen beiden Heeren irren!"

"Halt ein!" rief der Jüngling und bedeckte seine Augen, denn der Sieg

der Überzeugung strahlte aus ihren Blicken, die Gewalt der Wahrheit

hatte sich auf ihren süßen Lippen gelagert. "Willst Du mich bereden,

ein Überläufer zu werden? Gestern zog ich mit dem Heer ein, heute

wird der Krieg erklärt und morgen soll ich zu dem Herzog

hinüberreiten? Kann Dir meine Ehre so gleichgültig sein?"

"Die Ehre?" fragte Marie und Tränen entstürzten ihrem Auge. "Sie ist

Dir also teuerer als Deine Liebe? Wie anders klang es, als mir Georg

ewige Treue schwur. Wohlan! Sei glücklicher mit ihr als mit mir!

Aber möge Dir, wenn Dich der Herzog von Bayern auf dem Schlachtfeld

zum Ritter schlägt, weil Du in unsern Fluren am schrecklichsten

gewütet, wenn er Dir ein Ehrenkettlein umhängt, weil Du Württembergs

Burgen am tapfersten gebrochen, möge Dir der Gedanke Deine Freude

nicht trüben, daß Du ein Herz brachst, das Dich so treu, so zärtlich

liebte!"

"Geliebte!" antwortete Georg, dessen Brust widerstreitende Gefühle

zerrissen, "Dein Schmerz läßt Dich nicht sehen wie ungerecht Du bist.

Doch es sei; damit Du siehst, daß ich den Ruhm, der mir so

freundlich winkte, der Liebe zum Opfer zu bringen weiß, so höre mich:

Hinüber zu Euch darf ich nicht. Aber ablassen will ich von dem Bund,

möge kämpfen und siegen wer da will--mein Kampf und Sieg war ein

Traum, er ist zu Ende!"

Marie sandte einen Blick des Dankes zum Himmel und belohnte die Worte

des jungen Mannes mit süßem Lohn "Oh, glaube mir", sagte sie, "ich

fühle, wie viel Dich dieses Opfer kosten muß. Aber sieh mir nicht so

traurig an Dein Schwert hinunter. Wer früh entsagt, der erntet schön

sagt mein Vater; es muß uns doch auch einmal die Sonne des Glückes

scheinen. Jetzt kann ich getrost von Dir scheiden, denn wie auch der

Krieg enden mag, Du kannst ja frei vor meinen Vater treten, und wie

wird er sich freuen, wenn ich ihm sage, welch' schweres Opfer Du

gebracht hast!"

Bertas helle Stimme, die der Freundin ein Zeichen gab, daß der

Ratsschreiber nicht mehr zurückzuhalten sei, schreckte die Liebenden

auf. Schnell trocknete Marie die Spuren ihrer Tränen und trat mit

Georg aus der Laube.

"Vetter Kraft will aufbrechen", sagte Berta, "er fragt, ob der Junker

ihn begleiten wolle?"

"Ich muß wohl, wenn ich den Weg nach Hause nicht verfehlen soll",

antwortete Georg. So teuer ihm die letzten Augenblicke vor einer

langen Trennung von Marie gewesen wären, so kannte er doch die

strenge Sitte dieser Zeit zu gut, als daß er ohne den Vetter, als

Landfremder, bei den Mädchen geblieben wäre.

Schweigend gingen sie den Garten hinab, nur Herr Dieterich führte das

Wort, indem er in wohlgesetzten Worten seinen Jammer beschrieb, daß

seine Base morgen schon Ulm verlassen werde. Aber Berta mochte in

Georgs Augen gelesen haben, daß ihm noch etwas zu wünschen

übrigbleibe, wobei der uneingeweihte Zeuge überflüssig war. Sie zog

den Vetter an ihre Seite und befragte ihn so eifrig über eine Pflanze,

die gerade zu seinen Füßen mit ihren ersten Blättern aus der Erde

sproßte, daß er nicht Zeit hatte, zu beobachten, was hinter seinem

Rücken vorging.

Schnell benützte Georg diesen Augenblick, Marien noch einmal an sein

Herz zu ziehen, aber das Rauschen von Mariens schwerem seidenem

Gewand, Georgs klirrendes Schwert weckten den Ratsschreiber aus

seinen botanischen Betrachtungen Er sah sich um, und oh Wunder! Er

erblickte die ernste, züchtige Base in den Armen seines Gastes.

"Das war wohl ein Gruß an die liebe Base in Franken?" fragte er,

nachdem er sich von seinem Erstaunen erholt hatte.

"Nein, Herr Ratsschreiber", antwortete Georg, "es war ein Gruß an

mich selbst, und zwar von der, die ich einst heimzuführen gedenke.

Ihr habt doch nichts dagegen, Vetter?"

"Gott bewahre! Ich gratuliere von Herzen", antwortete Herr Dietrich,

der von dem ernsten Blick des jungen Kriegsmannes und von Mariens

Tränen etwas eingeschüchtert wurde. "Aber der tausend, das heiß' ich

_veni, vidi, vici_. Ich scherwenzte schon ein Vierteljahr um die

Schöne und habe mich kaum eines Blickes erfreuen können Und heute muß

ich nun gar den Marder selbst herausführen, der mir das Täubchen vor

dem Mund wegstiehlt."

"Verzeih den Scherz, Vetter, den wir uns mit Dir machten", fiel ihm

Berta ins Wort, "sei vernünftig und laß Dir die Sache erklären." Sie

sagte ihm, was er zu wissen brauchte, um gegen Mariens Vater zu

schweigen Durch die freundlichen Blicke Bertas besänftigt, versprach

er zu schweigen unter der Bedingung, setzte er schalkhaft hinzu, daß

sie etwa auch einen solchen Gruß an ihn bestelle.

Lichtenstein · 第 11 / 40 题