Die Dame im Fond des Wagens blickte auf. „Ah, Sie wollen nach Patmos?“

„Ja, Madame,“ sagte der gute Junge ängstlich, da er soeben für den

Postmeister eine Grobheit fertig hatte und nun nicht wußte, wohin

damit.

„Als Gast?“

„Ja, Madame.“

„Da sind wir Kameraden.“

„Sie auch, Madame?“ Und Johann Georg Freiherr von Hirschbach übersetzte

sich, seinen Namen und Titel ins Französische und stellte sich vor.

„Ei, Herr Baron. Und Ihr Alter?“

„Vierundzwanzig.“

„Nur?“ sagte die schöne Dame bedauernd. „Ich bin schon zwanzig. Ich

habe auch schon sehr viel erlebt, denn ich bin Witwe.“

„Ach, gnädigste Frau,“ rief der gute Georg in vorwurfsvollem Bedauern.

Sie erzählte kurz und ruhig ein wenig von ihrem Mann, der sehr alt,

sehr elegant und graziös gewesen war. Herr Vicomte de Maintignon.

Sie selbst heiße Dorette. Der Vicomte war stets leise parfümiert,

stets zärtlich, von immer gleich gelassener Heiterkeit, zeigte es

nie, wenn er krank war, liebte die Fröhlichkeit und sagte ihr einmal

sehr unvermittelt: „Mein Kind, lebe lang und amüsiere dich,“ neigte

sich danach hinten in seinen Stuhl und starb lächelnd, die letzte

Prise Schnupftabak noch in der herabsinkenden Hand, welche von den

zierlichsten Manschetten umrahmt war, die man in jenem Jahre trug.

Der junge Hirschbach stieß einen leisen Ruf der Hochachtung vor solcher

Kultur aus und meinte, daß er selbst sich wie ein Wilder vorkäme. Die

Dame lächelte und die weitere Fahrt ward sehr angenehm, da der junge

Thüringer sehr schnell seine Scheu verlor. Es war das die Schuld ihrer

Stimme; früher, beim Betrachten ihrer klar geschwungenen Linien hatte

er eine metallkühle, klavierharte Altstimme von ihr erwartet. Aber

nein. Ihr Organ war weich, verdeckt und zutraulich; nicht hoch, aber

warm.

Als zwei gute Freunde kamen sie in Patmos an und brachten den

Kammerdiener des leichtfertigen Grafen in siedend heiße Verlegenheit.

Es stand nämlich nur mehr ein Mansardenzimmer frei.

Die beiden unten im Flur hörten die Stimme des sorglosen Landry auf dem

Balkon über der Einfahrt, von dem er ihnen schon entgegengewinkt hatte:

„Aber dieses Mansardenzimmer hat ohnehin zwei Betten!“

„Gewiß,“ zögerte der Kammerdiener, „jedoch Madame de Maintignon und

dieser junge Deutsche ...“

„Seht doch, sind sie nicht einen Tag lang in derselben Postkutsche

gefahren?“ fragte der Graf.

„Allerdings, aber --“

„Vor dem Auge der Natur sind Tag und Nacht gleich. Wir dürfen hier in

Patmos der Natur keine Schande machen.“

Von den beiden Leuten unten war eines tief dunkelrot geworden, und das

hieß Johann Georg. Er sah nach Dorette hinüber und nach ihrem ruhigen

Lächeln.

„Madame!“ flehte er.

Dorette zuckte die Achseln. „Man hat jetzt diese Sitte, natürlich zu

sein,“ sagte sie. „Ich, ich fürchte viel zu sehr, mich lächerlich zu

machen, und finde überdies nichts Arges an dem Gedanken des Herrn

von Landry. Hören Sie doch nur, daß man Kammerdiener sein muß, um

Einwendungen zu machen.“

In der Tat erklang nochmals die verschüchterte Stimme des Dieners: „Ob

aber die Dame einverstanden sein möchte?“

„Daß ihr beschränkten Tölpel auch gleich immer an das Schlimmste denken

müßt,“ rief Landry. „Geh hinunter und du wirst sehen, daß sie sich als

Leute von Welt gar nicht zieren werden.“

Wirklich machten weder die Dame noch der junge Baron aus Deutschland

eine Einwendung. Sie begrüßten bald danach den Grafen, der sich mit

der Abendtoilette etwas verspätet hatte, im großen Salon und trafen

ein Bürschlein von etwa zwölf Jahren bei ihm, sorgfältig frisiert,

gepudert, Hut und Degen auf einem Tisch und ein aufgeschlagenes Buch

vor sich. Es war ein außerehelicher Sohn des Kardinals Rohan, den

Landry bei sich hatte.

Da Madame de Maintignon an ihrem Reifrock einen Schaden bemerkte, der

beim Aussteigen durch Darauftreten eines Hirschbachschen Stiefels

entstanden war, stellte Landry seinen Cousin dem jungen Deutschen

zuerst vor.

Das kleine Herrlein machte eine Verbeugung, schlank, biegsam, fein und

weltmännisch zum Staunen. „Sie beehren mich zur besten Stunde, mein

Herr,“ hub er an, „da ich gerade des Tacitus Germania las und Sie mir

also Gelegenheit gewähren, Ihnen meine Bewunderung für Ihre Vorfahren

auszusprechen, und Ihren Vorfahren meine größten und entzücktesten

Komplimente über einen Erben ihrer Tugenden zu machen, wie Sie es sind,

mein Herr!“

Der gute Johann Georg stand wie vor einem Mirakel. Wenn ein

zwölfjähriger Knabe also mit ihm begann, wie würde er den Erwachsenen

antworten müssen? Dorette war es, die ihn durch eine rasche

Zwischenfrage des Stammelns und Suchens überhob.

Sie kam herbei und sagte freundlich: „Wie glücklich sind Sie, mein

Herr, die Gedanken der alten Klassiker Ihr eigen nennen zu können. Darf

ich fragen, welche von jenen bewundernswerten Dichtern sich schon Ihr

Herz zu gewinnen verstanden?“

„Seit Sie vor mir stehen, Madame,“ sagte der Knabe mit einer reizend

gespielten Verlegenheit und einem zärtlich schüchternen Blick, „weiß

ich mich an keinen mehr zu entsinnen; es -- es müßte denn Anakreon

sein.“

Johann Georg machte, daß er davon kam. Er hatte eine Heidenangst vor

den Überirdischen dieses Schlosses bekommen, die er noch kennen lernen

würde.

Aber nein; es wurde reizend.

Johann Georg ward noch am selben Abend von den Damen umdrängt wie ein

reifes Obstbäumlein, und sie hätten ihm sehr heiß gemacht, wenn nicht

die großen Reifröcke gebieterisch einen weiten Kreis bedingten, so

oft nur vier oder fünf der reizenden Geschöpfe sich um ihn gruppieren

wollten.

Herr von Landry hatte ihn als Meister in der Natur vorgestellt, und

Johann Georg war überglücklich, den entzückten Schönen von den Köhlern

des Thüringer Waldes, vom Hörselberg und vom Vogelfang mit Sprenkel und

Dohne erzählen zu können. Alles war vor solchen Neuigkeiten außer sich:

Johann Georg kam aus einer gänzlich andern Welt.

An diesem Abend standen herrlich getürmte Wolken fern über den Auen des

Rheins, und die verliebte Abschiedsglut des Untergangshimmels jenseits

vom Wasgau warf ihnen Rosen über Rosen hinüber. Formvoll und massig

standen sie, ein Gekröse von Blaßblau, Veilchenhauch, Pfirsichblüte und

zartem Fraise.

„Dort oben ist Traumburg und Schloß Glück. Dort wohnen die Seelen aller

Gefangenen, und um die Taubenschläge dieser Luftschlösser fliegen als

Vögel die Seufzer der Liebe, des Heimwehs und der Freiheit.“ Hans Georg

hatte es leise zu Demoiselle Eliante gesagt und dabei sehnsuchtsvoll

nach Madame Maintignon geblickt, die heute Nacht mit ihm das Zimmer

teilen würde. Aber die lebhafte Eliante schlug einen silbernen Jubel

auf, rief das ganze Schloß herbei und erzählte ihnen, Wort für Wort,

die wunderbaren Sätze des wilden, schwermütigen Waldjungen, der sich

für einsame Stunden solchen Stil als eine Mischung von Shakespeare und

Ossian angewöhnt hatte.

Die schöne Heloise brach in Tränen aus, die stolze Amante mit der

stählernen Stimme rief „herrlich“, die zärtliche Céleste warf ihm einen

süßen, schmachtenden Blick zu, und Glycère, die leise Zweideutige,

flüsterte: „Ich gestatte Ihnen, Herr Baron, für dieses entzückende

Gedicht noch kühnere Träume, als dort oben in den Wolken möglich sind.“

Frau Dorette neigte ganz reizend den hochfrisierten Kopf, der jetzt

blühweiß vor Puder wallte, und sah ihn links an und sah ihn rechts an.

Dem armen Jungen schwoll das Herz im Leib zu unerträglicher Größe an.

Nach Mitternacht dann führte er seine Dame mit zitternden Knien und

würgender Kehle in ihr Gemach.

Dort sah es inzwischen seltsam aus. Mitten durch das Zimmer war eine

starke Kordel in Mannshöhe gespannt und daran hingen Reifröcke: fünf

Reifröcke, einer hart an dem andern. Sie bildeten eine Mauer von sechs

Fuß Dicke und waren undurchdringlich für jeden Blick. Madame Dorette

schlüpfte dahinter und sagte dann: „Adieu, mein Freund. Erzählen Sie

mir, bis ich eingeschlafen bin, hübsche Geschichten, und sodann gute

Nacht.“

Der arme Georg setzte sich auf sein Bett, zog die Strümpfe herab und

begann von Tannhäuser zu berichten, der im Venusberge mehr schöne Dinge

erlebte, als ihm angenehm war. Er hörte hinter der Rockwand ein leises

Schlürfen, ein Knistern von Seide, ein Rascheln von Wäsche und das

Knicken eines Bettes. Als er eben Beziehungen zwischen dem glücklichen

Sänger und seiner eignen, unfruchtbaren Lage beginnen wollte, hörte er

den leisen, schnellen Atem der schönen Dorette. Sie war eingeschlafen.

Er zerwarf und zerwühlte noch lange Zeit sein Lager. Endlich strafte er

seinen bangen Durst, verehrte Dorettens Reinheit, verhielt sich still,

dachte, sie ist ein Engel; ich will ihrer würdig sein, und schlief ein.

Am anderen Tage verzog er sich leise und schnell aus dem Zimmer, um

Dorette bei den heiligen, langen Stunden der Toilette nicht zu stören.

Im Garten weilte noch keine Seele, denn sie standen im Schlosse vor

zehn Uhr nicht auf. Da setzte er sich auf die wölbige Rasenbank vor

dem Bassin bei der arkadischen Tempelruine und horchte dem Rieseln

des Wasserfädchens zu, das aus der moosgrünen Urne eines verliebten

Götterpaares lief. Da seine Nachtruhe kurz gewesen war, schlief er

wieder ein und wurde erst von dem verwunderten Gelächter eines ganzen

Taubenflugs junger Damen und Herren geweckt, die eine halbe Stunde vor

Mittag den schattigen Weg daherkamen.

„Reizend,“ sagte Landry. „Er hat recht, auch wir halten von heute ab

nach dem Frühstück eine Siesta im Grünen.“

Georg war sehr froh, daß sie ihn überrascht hatten. Wie, wenn er etwa

gar mit Dorette am Arm vor die Gesellschaft hintreten hätte müssen? Nun

hielten sie doch alle Dorette für seine Geliebte!

Aber kein Mensch schien sich viel um das kleine Ereignis zu kümmern;

kaum daß ihn die zweideutige Glycère mit einem leisen Blitzlein unter

seinen Augen prüfte. Der Deutsche erkannte bald, daß es überhaupt nur

Pärchen gab auf Schloß Patmos. Diese behandelten sich zart und fein

wie höfliche Fremde und nannten sich mit solch milder Ruhe „Sie“ und

„Freund“ und „Freundin“, daß nur eine starke Neugierde vermocht hätte,

hier mehr als bloße Kameradschaft zu erkennen. Aber es schien niemand

neugierig; vielleicht, weil man genau wußte: Alles ist, wie ich bin.

Nur dieser Deutsche ahnte nicht, was die Mode über Menschen vermag.

Das Kind Shakespeares glaubte wahrlich selbst hier noch an originale

Charaktere und an Individualitäten!

Der heitere Landry nahm ihn ein wenig beiseite und ließ Glycère, seine

Freundin, mit der schönen Dorette in den Park ausschwärmen. „Heute

nachmittag ist ländliches Fest,“ sagte er zu seinem Gast. „Besitzen Sie

irgendein bukolisches Kostüm? Bauer, Schäfer oder ähnliches?“

„Ich habe meine deutsche Jägertracht,“ gestand der junge Baron zögernd.

Landry lachte. „Wo denken Sie hin, mein Freund? Ein Galarock, das geht

doch nicht!“

„Ach, da ist nichts von Frack und Parforcepeitsche dran,“ erklärte ihm

Georg. „Sehen Sie, teurer Chevalier, die französische Jagd, das ist

die Jagd der Geselligkeit. Die deutsche Pirsch, das ist die Jagd des

einsamen Träumers. Wir sind gekleidet wie das schattenleise, graue

Wild, wie der tausendjährige Baumgreis, wie der uralte Fels. Wir

fühlen uns am geselligsten, wenn wir allein sind; denn dann sind wir

den stillen Geschwistern nahe; dem Busch und dem Stein, dem kleinen

Waldestümpel, diesem dunklen Auge der träumenden Berghöhe, um das die

scheuen, nächtigen Wildfährten geschrieben sind, die wir lesen als

die Schrift der Natur. Wir wissen alles, von der leisen, huschenden

Dämmerungsvogelliebe in den Nächten Oculi und Lätare, bis zu den

verschwiegenen Winternächten des Fuchses, von der Erregung des Rehs

bis zu dem wilden Aufschrei des eifersüchtigen Hirsches. Wir hegen

und pflegen diese Liebe und töten nur zögernd, als Bevollmächtige

des großen Zeugers und Zerstörers allen Lebens. Bis in die Seele des

Wildes schleichen wir, in sein geheimstes Weben. So sind wir einsam und

dennoch reich gesellt.“

„Ach,“ rief der eifrige Landry, „das ist köstlich, das müssen Sie uns

lehren. Bitte, zeigen Sie mir doch jenes waldfarbene Kostüm!“

Der junge Hirschbach nahm seinen Wirt mit sich, und während Landry

schwermütig in den Anblick des Walles von aufgehängten Reifröcken

versank, hinter dem sein junger Freund so glücklich sein mußte, packte

der junge Deutsche sein graugrünes Jägerkleid aus.

„Wenn Sie gestatteten, daß ich mich darin sähe?“ bat Landry.

Lachend half ihm Georg beim Anlegen jener Stücke.

Landry war ein schöner Kerl, und das schlichte Grau und Grün mit dem

Federgesteck saß ihm keck und fein zugleich. Es ließ ihn frischer und

dennoch nachdenklicher erscheinen, und mit unverhohlener Liebe besah

sich der Chevalier in seiner Verkleidung vor dem Spiegel. Dann ging er

in den Park, um von seinen Gästen lauten Jubel zu ernten. Er verkündete

die entzückende Neuheit der deutschen Jagd. „Denken Sie sich, meine

Freundinnen, es gibt da eine Methode, die heißt ‚der Anstand’. Diese

werden wir üben, in den Vogesen. Jeder von den Messieurs nimmt sich die

Dame, der es gefällig sein wird, und übt mit ihr in den stillen Hainen

den Anstand. Sie sehen,“ wandte er sich zu dem entsetzten Hirschbach,

„welche Reize wir Ihren Jagdmethoden abzugewinnen verstehen.“

„Aber so wird die Methode ganz erfolglos sein, ohne jede Beute,“ rief

Georg.

„Meinen Sie,“ lächelte Landry.

Der arme Junge errötete. „Ich meinte, vom Wilde werden wir nichts

sehen, noch hören,“ verbesserte er sich.

„Ach, das ist doch Sache der gemeinen Jägerei,“ tröstete der Schloßherr.

* * * * *

So wurde entzückend viel Natur getrieben in den Waldhöhen über Schloß

Patmos. Landry selbst war unerschöpflich in neuen Entdeckungen und

sorgte eifrig, daß man dem lieblichen, schuldlosen Urzustande, wie er

sagte, möglichst nahe kam.

„Die Urnatur ist weder lieblich, noch schuldlos,“ seufzte Georg bei

solch einem Geplauder ernst; aber da kam er schön an. Herren und Damen

bewiesen ihm an der Hand Rousseaus, daß die Kinderjahre der Menschheit

in rührendster Eintracht und Reinheit hingeflossen seien. „Sehen Sie

doch unsere guten, demütigen, redlichen und einfachen Bauern an,“

riefen sie ihm zu. „Wie sind sie glücklich, wie naiv, zufrieden, fromm

und dankbar!“

„Und wer wagt es, Ihnen das zu sagen?“ staunte der Deutsche, der

einzige von der ganzen Versammlung, der die Bauern heimgesucht,

beobachtet und ehrlich mit ihnen gesprochen hatte.

„Aber mein Gott, sie selber,“ hieß es.

Zum erstenmal fühlte sich der Deutsche nicht mehr klein und

bedeutungslos vor dieser leuchtenden Gesellschaft. Er schwieg und

dachte sich sein Teil.

Den Nachmittag verbrachte er mit Madame Dorette allein im Walde. Sie

verzagte vor jeder Wurzel und fürchtete jedes Bächlein. Er mußte sie

heben, stützen, tragen, und nur sehr langsam erlernten die kleinen

Füßlein auf ihren hohen Absätzen im weichen Grunde das Gehen.

Sie hatte Angst; sie schalt, daß diese Natur ungefällig,

unverständlich, rauh, verschlossen und dornig sei wie ein Deutscher.

Nur wenn er sagte: „Aber Madame, sie ist jetzt modern,“ dann seufzte

sie, nahm sich glatt zusammen und sagte wieder aufgerichtet: „Es ist

wahr, Sie haben recht, lieber Baron.“

Als sie müde war, nahm er behutsam ihr Köpflein in seinen Schoß und

ließ sie da schlummern. Ach, er liebte sie schon ein wenig. Aber seine

scheue Art wagte keine Kühnheit.

Beim Schlafengehen war es wie gestern. Er berichtete von den Tieren

des Waldes und brachte sie mit der köstlichen Fabel von Reineke Fuchs

dreimal, viermal zum Lachen. Aber als er erzählte, wie Reineke die

Wölfin im Eise festfrieren und an der Wehrlosen seine Liebe ausließ,

da tat sie empört, obwohl sie hinter ihren Reifröcken vor Lachen fast

erstickte.

„So etwas konnte auch nur ein Deutscher erfinden,“ rief die drollig

zornige Stimme aus ihrem Versteck.

„Dorette,“ bat Georg.

„Ach, gehen Sie mir.“

„Dorette!“ flehte Georg.

Sie schwieg.

„Schönste Dorette!“

„Gut Nacht,“ sagte sie kurz. Bald darauf schlief sie, und der

aufgewühlte Junge atmete sich vor Verlangen nahezu die Brust in Stücke.

Allen bekam die neue Mode der Natur in den nächsten Tagen sehr gut, nur

der Deutsche wurde blaß und übernächtig.

Landry glaubte ihn warnen zu müssen, sich mit Maß an der Güte der Natur

zu freuen, und Georg hätte beinahe vor Schmerz aufgeschrien. Jedoch

schwieg er und überlegte: Was hat nur diese Dorette? Sie wußte, daß

alle Welt sie für seine Geliebte hielt, und wurde es nicht.

Er machte sie darauf aufmerksam, was man von ihnen beiden dächte.

„Ach ja,“ lächelte sie, „aber man findet es äußerst nett, und ich hatte

nie etwas dagegen, für nett gehalten zu werden.“

„Man, man, man!“ rief er verzweifelt. „Das ist ein Wort, das ich nur

in Frankreich hörte und das mich tötet! Ich habe noch nie von einem

so unheimlichen Tyrannen und Dämon aller Welt gehört, wie Ihr Begriff

‚man’ es ist.“

„=Man= schreit eine Dame auch nicht so an,“ sagte Dorette ruhig. „Sie

sind gar nicht mehr nett, mein Freund. =Man= erträgt alles mit heiterer

Gelassenheit; auch die Liebe. =Man= verbirgt es, wenn =man= erregt ist,

und schließlich tröstet =man= sich anderswo.“

„Der erste gute Gedanke, den dieses ‚man’ hat,“ fuhr Georg wild heraus.

Und er begann der schwärmerischen, kleinen Heloise den Hof zu machen.

Aber wie ein Schatten glitt deren bisheriger Freund, der kleine Vicomte

Bareilles, zu der schönen Dorette hinüber. Er dachte, Georg wolle

tauschen, und war hierüber sehr zufrieden.

Nun hatte der arme Junge es obendrein mit der Eifersucht zu tun.

Inzwischen lief die ganze Gesellschaft fröhlich weiter auf den Fährten

der Natur. Landry vergötterte seinen naiven Gast, dessen seltsames

Wesen er für feinste Berechnung und künstliche Mode hielt.

„Ich bin so glücklich,“ gestand er ihm. „Sie reißen mich bis zu den

originellsten Entdeckungen und Erfindungen hin. Wir schmausen und

tafeln im Grünen, wir tanzen im Mondschein wie die Elfen ihres _maître

Chequespire_, wir leben gesellig wie die wilden Kaninchen. Nach dem

Mahle schlummern wir im Rauschen der Bäume und Quellen und beenden

unsere Verdauung im trauten Busch, zwischen nickenden Wiesenhalmen

und auf dem von Mohnblumen errötenden Feldrain, bis in ihre letzten

Konsequenzen. Es ist das meine glücklichste Erfindung. Weiter kann man

sie doch nicht treiben, die Natur. Nicht wahr, Freund meiner Seele!?“

Zum ersten Male seit langen Tagen lachte Georg aus vollem Herzen über

die Bemühungen seines Wirtes, der Natur näher zu kommen.

Und Landry lachte eitel, silbern und glücklich mit ihm.

Dann aber kamen trotz des Juli lange Regentage über Schloß Patmos, und

mit der Natur war es aus für alle, außer für den einsamen Deutschen.

Der stieg hinauf in die eintönig rauschenden Bergwälder und schaute

nach versiegtem Regen mit einer Seele voll Brudergrüßen über die stille

Landschaft, über Waldberge hinter Waldbergen, aus deren Falten sich

der geisterstille Wolkenrauch erhob und langsam über die Fichtenhöhen

hinstreifend rückkehrte zu den ziehenden, grauen und weißen

Geschwistern der Luft.

Da fragte er auch wohl bei den Bauern umher und fand nichts vom „_bon

villageois_“, von dem die lächelnden Damen schwärmten. Finsterer Groll,

abwartende Tücke, verhaltene Drohung, das war die Stimmung gegen die

Gesellschaft in Schloß Patmos. Dieselbe schlichte, fast bürgerliche

Kleidung, die dort unten Madame Dorette über ihn die reizenden Achseln

zucken machte, führte ihn hier näher an das Geheimnis der Volksseele.

Furchtbares brütete da.

Er warnte oft seinen Gastherrn, warnte Dorette und die andern, aber

man schalt ihn: „Sie Geisterseher, Sie Mondbewohner, wollen Sie nicht

schweigen und mit aller Welt vergnügt sein, wie es sich schickt?“

Da schwieg er, aber er ließ sich Zeitungen kommen. In dieser ganzen

Gegend von Straßburg bis Metz, bis Toul, Verdun und Nancy umher gab es

kein Dutzend Zeitungen. Wozu auch?

Wie hätte es Zeitungen geben sollen, wenn keine Ereignisse da waren,

sie zu füllen! Man amüsierte sich allerorten auf gleiche Weise;

das wußte jedermann ohnedas. Zwar war die Nationalversammlung schon

einberufen, und der Volkszorn begann dumpf aufzugrollen. Aber solange

die Revolution nur theoretisch blieb, wurden die Journale sehr

langweilig gefunden. Man wußte ohnehin besser über Menschenrechte zu

plaudern als darüber geschrieben werden konnte.

Erst die abgeschlagenen Köpfe machten Zeitungen notwendig.

Und während der junge Hirschbach in tiefer Bewegung von der Erstürmung

der Bastille las, zupften die Damen in der Langeweile der grauen

Regentage Goldscharpie. Es war das ein beliebter Zeitvertreib und

zugleich eine angenehme Gelegenheit für junge Mädchen, sich ein kleines

Nadelgeld zu schaffen. Jeder Herr hatte die Pflicht, alle Goldtressen

von veralteten Garderobestücken letzter und vorletzter Mode an die

Freundin abzuliefern, und den ganzen Tag über zerrten die kleinen

Händchen an den feinen Golddrähten und häuften ganze Hügel von der

edlen, graulich gekräuselten Metallwolle, aus der die hellgebliebenen

Fädchen blitzten, wie feine Kinderhaare.

Georgs Erzählung von der Erstürmung der Bastille erregte nur lebhafte

Genugtuung.

„Ach Gott,“ sagte Dorette, „nun endlich können diese Ärmsten auch etwas

modern werden, und den Wald und das Land genießen.“

Die schöne Heloise schluchzte vor Rührung, und die Herren applaudierten

vor Freude über die vielen erlösten Opfer der Tyrannei.

Als ihnen dann Georg von den Aufständen der Bauern, von erstürmten

Schlössern, von Adelsmorden und rauchenden Feudaltrümmern erzählte,

meinten sie allesamt: „Gott, müssen die es arg getrieben haben, daß sie

den gutmütigen Landmann so schwer zu reizen vermochten!“

„Und Sie, Chevalier,“ fragte Georg den guten Landry, „fürchten Sie denn

nichts?“

„Mein Gott, ich tat doch niemandem etwas,“ lächelte der glänzende

Seigneur beruhigt, „und überdies muß man mit den Tugenden der Menschen

rechnen.“

Als zu Paris die Menschenrechte verkündigt waren, gab man den Bauern

der Gegend ein prachtvolles Fest mit Feuerwerk und warf nach dem Gelage

Konfekt, Obst und Geld zum Fenster hinaus unter das Volk.

Georg war nicht beim Bankett. Er beobachtete das Bauernzeug, das sich

um den Abfall der übermütigen Tafel balgte.

„So gut haben die's da oben,“ murrte der eine.

Und ein andrer summte: „Wir werden das alles bald besitzen. Das Schloß

ist nicht so fest wie die Bastille.“

* * * * *

Diese ganzen drei Wochen mußte der ärmste junge Baron in einem Zimmer

mit der blassen Dorette schlafen. Seine Hoffnung und seine Verzweiflung

stiegen und fielen in regelmäßigen Gezeiten; nur seine Liebe wuchs

beständig.

Dorette, die hatte gar wohl bemerkt, daß die zärtliche Heloise in süß

schmachtender Neigung zu dem hübschen Deutschen entglommen sei und

bangte ein wenig um ihren braven Schlafkameraden, so hoch sie auch

sonst auf ihn herabsah, als auf das Kind einer minderwertigen Rasse.

Nur Georg merkte nichts. An einem milden, dampfenden Abende stand er

mit Dorette und Heloise an einem Fenster und hörte, wie auf den Dächern

der Ställe ein Kater inbrünstig um Liebe sang.

Das Mädchen, der Georg sehr gut gefiel, brach in Tränen aus.

„Was ist Ihnen nur, liebste Heloise?“ fragte der arme Hirschbach

bestürzt.

„Ach die Natur, diese Natur! Sie ist zu erschütternd,“ schluchzte

Heloise.

„Ja, die Natur,“ seufzte der junge Deutsche und sah mit dem sanftesten

Vorwurf die feine, kühle Dorette an. Der Kater sang weiter, und Dorette

lächelte.

Am Abend dann, als sie wieder hinter ihrer Festung von Reifröcken zu

Bette gegangen war, bat er innigst, sie in allen Ehren besuchen zu

dürfen.

„Da Sie mir das Wort eines Edelmanns verpfänden, nun denn, kommen Sie,

mein Freund.“

Dorette in ihren Kissen, den Arm auf dem Herzen, im milden Rot der

Ampel war schöner als je, und schluchzend fiel der arme Junge vor ihrem

Lager auf die Knie.

„Ach, Madame, ich liebe Sie derart, daß es mich verbrennt und auffrißt;

und Sie, Sie machen sich gar nichts aus mir. Sie sehen mich wie einen

Knaben an und darum, ja nur darum lassen Sie mich auch hier sein. Was

ist es, das Sie so kühl gegen mich sein läßt!?“

„Sie sind so unmodern, wenn Sie erlauben, daß ich eine so schwere Sache

ausspreche,“ seufzte Dorette und sah die Amoretten und Schäfer auf dem

Plafond an, die sich geradezu frei benahmen.

„Aber Landry ruft mich doch als neueste Mode aus.“

„Ja, das ist im Wald und auf der Flur. Aber im Salon, mein Lieber!

Diese drei Wochen Regen taten Ihnen sehr viel Schaden. Ich hätte

Sie fast ein wenig lieb gewonnen, weil es wirklich schien, als seien

Sie der Neueste des neuen Tages. Aber, mein Freund, Sie tragen eine

Kleidung wie ein tüchtiger Kaufmannssohn, -- die Locken sind nur lose

gewickelt, das Haar zu schwach gepudert, und Sie erfinden eine Sprache,

als ob die _Académie française_ sich seit 1750 umsonst bemüht hätte; --

eine Sprache voll altertümlicher Kraftworte, wie ein Musketier Ludwigs

des Dreizehnten. Mein Freund, das tut man nicht. Sie kompromittieren

geradezu mich.“

„Soll ich Sie denn wirklich jenem Vicomte Bareilles überlassen und mein

Glück bei Heloise versuchen?“ verzweifelte Hirschbach.

Dorette stützte sich plötzlich auf den schönen Arm und sah ihn tief und

reizvoll an. „Wenn Sie es vermögen?“ sagte sie mit dunklem, warmen Ton.

Nun warf der Ärmste alle Fassung von sich, drückte den heißen Kopf, der

voll tobender Gedanken war, gegen die Decke seiner Freundin und begann

haltlos und erbärmlich zu weinen.

Sein Schluchzen und sein Zucken durchrieselten Madame als ein

ungeheures Kompliment. Sie hatte einen Hauch, eine Ahnung von

Zärtlichkeit für diesen Jungen, und sein Schmerz tat ihr unendlich

wohl.

„Ah,“ sagte sie. „Hier dürfen Sie weinen. Hier dürfen Sie es, da

niemand Ihnen eine Fassungslosigkeit zu verzeihen hat.“

Und die feinnervige Frau fing mit allen Poren den süßen Schmerz ihres

jungen Freundes auf und trank ihn, endlos geöffnet, in dürstender

Schweigsamkeit. Sie zitterte leise vor rieselndem Wohlsein, und es

war ein narkotischer Zauber, köstlich wie kein zweiter. Nie hatte ihr

Liebe so gut getan, und sie ließ den Glühenden und Fiebernden über sich

weinen, bis leise Lähmung über beide kam.

Halb in Zorn, halb in Hoffnung richtete sich Georg auf, als sie ganz

still blieb. Schlief sie oder verstellte sie sich? O, wenn sie sich

verstellte, dann war es ein Glück ohnegleichen. Angstvoll betrachtete

er ihre durchscheinenden Lider und die wundervollen Wimpern. Zuckte sie

nur einmal, so war sie wach.

Aber nein; Madame Dorette schlief. Süß und vertrauensvoll.

Da bettete er sich zu ihren Füßen wie ein Hund.

Am nächsten Morgen erlaubte sie ihm einen leisen, flüchtigen Kuß, und

das war alles. Auch durfte er nie mehr zu ihr kommen. Er hatte sie das

Gruseln gelehrt.

Nach dieser Lektion bemühte er sich, einen vollendeten Kavalier aus

sich zu machen. Als nach einigen Tagen die liebe Sonne wieder so

innig aus blauem Himmel lachte, als wäre sie froh, nun endlich wieder

das wunderliche grüne Erdensternlein zu küssen, da erschien der Herr

Baron Johann Georg von Hirschbach in gänzlich neuer Verfassung auf dem

Blumenparterre vor dem Schlosse. Er war angetan wie des Königs feinster

Hofmann und strahlte vor Seide schöner als ein Nußhäher im Brautkleid.

Gottes allerblaueste Seidenstrümpfe, die himmelfarbigsten Culots und

die gelbbrokatenste Weste der ganzen Schöpfung umschlossen ihn; er war

frisiert wie ein Dauphin, und sein Frack warf nach allen Seiten die

stolzen Lichter verschwendungsjubelreicher Goldtressen.

Alle Damen brachen in ein entzücktes „Ah!“ aus, und Dorette blieb

lächelnd stehen und sah ihn an wie eine neue, allergnädigst begrüßte

Bekanntschaft.

Die kleine Heloise wäre beinahe abermals in Tränen ausgebrochen. Zur

Unzeit aber geriet Eliante, es war die mit dem perlenden Lachen, auf

eine reizende Idee. Kein Mensch wußte, woher sie so schnell ihren

Arbeitsbeutel hatte, aber sie wischte eilig mit ihrer Schere hervor und

trennte dem Herrn Baron die schönste Tresse vom Rocksaum.

„Goldscharpie, Goldscharpie! Wie reizend!“ riefen alle jungen Damen

durcheinander und stürzten sich auf Hans Georg. Ihre Reifröcke bogen

sich aneinander und knickten, aber jede wollte die erste sein. Wie

ein Gnadentum von heilwütigen Pilgern, so ward er am Kragen, an den

Schultern, Schößen und Taschenklappen erfaßt und begeistert hin und her

gezerrt. Die kleinen Scheren knippten behende, und in einem Hui war der

Herr von Hirschbach tressenlos. Wie ein Flug Vöglein um einen Bussard

waren sie herangezwitschert gekommen und wieder verflattert, -- und

kahl und gerupft stand der gute Deutsche da.

Dorette hatte die Arme sinken lassen, als die reizenden Freundinnen

sich ihres Kameraden bemächtigten und hatte untätig und lächelnd

zugesehen. Nun bekam sie den ersten, verlegenen Blick des Beraubten,

der über die Gnade der jungen Damen sehr glücklich schien. Lang schaute

sie zu ihm hinüber mit willenlos gesenkten Armen.

Dann sagte sie nach tiefem und langsamem Atemzug: „Es ist Ihr

Schicksal, mein Herr Baron, schlicht zu bleiben, in alle Ewigkeit.“

Und wahrlich, der Baron von Hirschbach blieb fortan schlicht und

gut. Er verehrte die klare Dorette, die vor aller Augen als seine

Geliebte galt, fortab so keusch und gefaßt und demütig, wie es kaum ein

deutscher Herr in den blumenreinen Tagen des Herrn Walter Vogelweide

vermocht hätte. Er bewachte ihren leichten, leisen Atemzug, wenn sie

schlief, und war in entlegenster Waldeinsamkeit wie ein goldenes,

zutrauliches Kind mit ihr.

Keine Bitte sagte er mehr und träumte auch keine. Sie war ihm durch

ihre verständigen Worte tief heilig geworden: „Es ist Ihr Schicksal,

schlicht zu bleiben.“

Die ganze Gesellschaft amüsierte sich also köstlich an ihrem

Naturburschen. Er aber, nachdem es ihm mißglückt war, einem

hochbegnadeten Adel die Augen für den trotzigen Blick der Bauern und

die Ohren für das unterirdische Volksgrollen zu öffnen, versuchte

ihnen die Schönheit der ewig jungen Wiese und des ernsten, greisen

Waldes, des seelenvoll bewegten Wassers und der ambrosischen Wolken zu

erschließen.

Aber es verstanden ihn fast nur Heloise und Dorette. Heloise brach

zumeist in Tränen aus, und Dorette schwieg lächelnd, aber ihre kleine

Seele wuchs und wurde ernst und nachdenklich.

* * * * *

Dann, an einem Herbsttage bekam der Chevalier Landry einen sehr

unerwarteten Brief.

Dieser Brief war von seiner Gattin aus Paris verfaßt, die dort, zum

eignen Amüsement und dem ihrer Freunde, zurückgeblieben war. Herr von

Landry hatte diese, seiner würdige Gattin seit der Halsbandgeschichte

der Königin, seit über drei Jahren also, nicht gesehen!

Madame Landry schrieb, sie fürchte sehr, ihrem Herrn Gemahl ein

Geständnis zuflüstern zu müssen. Was Herr von Landry darüber denke?

Herr von Landry sagte sich: Ei, wenn das Geständnis nur flüstert

und noch nicht selber schreit, dann ist alles gut, schmunzelte über

die Unvorsichtigkeit seiner Frau Gemahlin, setzte sich mit graziöser

Unbefangenheit an den Tisch und schrieb, ein Paladin der Galanterie bis

in die Fingerspitzen, folgenden Brief:

„Meine Teure! Ich freue mich unendlich, von Ihnen zu

vernehmen, daß die gütige Vorsehung endlich unsern Bund

gesegnet hat! Ich werde mir die Ehre nehmen, Ihnen, Madame,

noch in diesen Tagen meine Aufwartung zu machen in der

Überzeugung, daß Sie die Güte gehabt haben werden, mich zu

solch richtiger Zeit von der mir widerfahrenen Freude zu

benachrichtigen, daß der künftige Erbe des Namens Landry

das Wappen dieser Familie an seinem Coupé wird führen

dürfen, ohne ein Lächeln zu erregen.

Beten wir zur Mutter Natur, Madame, daß es ein Sohn sei.

Vom sterbenden Rokoko · 第 19 / 25 题