8. G. p. 58. -- Madr., 1534-46. Nach Frey ist es an Vittoria Colonna in
der ersten Zeit der Freundschaft gerichtet.
9. G. p. 97. -- Madr., 1546. An eine Unbekannte, die vielleicht mit der
Adressatin von No. 33 und 34 identisch ist.
10. G. p. 178. -- Son., 1507-08, in Bologna, an ein unbekanntes Mädchen der
Stadt.
11. G. p. 29. -- Madr., 1546. -- Luigi del Riccio war Geschäftsträger der
Strozzi in Florenz. Mit Michelangelo war er eng befreundet und leistete
ihm wichtige Dienste. Er verfolgte mit besonderem Interesse die
dichterische Tätigkeit des Meisters, mit feinem Verständnis
beurteilend, besprechend. Er bemühte sich auch um eine Herausgabe der
Gedichte und vereinigte deren 87 in der nach ihm benannten
Ricciosammlung. -- Auf ein unbekanntes Vorkommnis hin schrieb
Michelangelo das Gedicht in seiner ersten Fassung. Riccio erwiderte mit
folgendem Madrigal:
Es darf kein Liebesdienst
Des Freundes lästig sein
Dem Freunde, denn ein alter, weltbekannter Satz
Verlangt, dass jedes Gut
Und jegliches Geschick
Ihnen gemeinsam sei. Ja Kerker, Tod
Sah man schon einen für den andern leiden,
Und Gut und Ehr' und Leben tauschen sie.
Drum kann ein Streit uns beide nicht entzweien,
Denn alles zu verzeihn, ist Freundschaft stets bereit.
Darauf arbeitete Michelangelo sein Madrigal zu einer zweiten, längeren
Fassung um, die hier gegeben ist.
12. G. p. 167. -- Son., 1551. -- Giorgio Vasari lebte 1512-74 und betätigte
sich als Maler, Architekt und Schriftsteller. Er stand beim Herzog von
Florenz in grosser Gunst und hatte in Michelangelos späteren Jahren
zwischen diesem und dem Herzog zu vermitteln (vgl. Brief 26. und 30).
Mit dem Sonett dankt ihm der Meister für die Zusendung der "Vite degli
artisti".