AN MESSER LUIGI DEL RICCIO.

[_Rom_ 1545.]

Unser toter Freund redet und spricht: Der Himmel nahm allen Menschen der

Welt ihre Schönheit und schenkte sie mir allein. Durch göttliches Gesetz

werde ich am Tage des Gerichts auferstehen, wie ich im Leben war. Darum

kann der Himmel die Schönheit, mit der er mich begabt hat, jenen nimmer

wiedergeben, denen er sie raubte, und so muss ich in Ewigkeit schöner

bleiben als alle, und alle anderen hässlich.

Diese Auffassung ist das Gegenteil von der, die Du mir gestern

auseinandersetztest und ist die rechte, jene aber ist ein Gefabel.

Euer Michelangelo Buonarroti.

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Michelangelo Gedichte und Briefe In Auswahl herausgegeben von R. A. Guardini · 第 144 / 231 题