AN MESSER LUIGI DEL RICCIO IN ROM.

[_Rom_, 1542.]

Dieses [Madrigal] habe ich vor längerer Zeit nach Florenz geschickt. Nun

ich es umgearbeitet habe, sende ich es Euch, damit Ihr, wenn es Euch so

beliebt, es den Flammen gebet, denen, meine ich, die mich verzehren. Noch

bitte ich Euch um eine andere Gnade. Ihr sollt mich nämlich von einem

Zwiespalt erlösen, in den mein Geist heute nacht geriet. Denn als ich

unsern Liebling im Traum grüsste, schien es mir, als ob er mit einem

Lächeln mir drohte. Da ich nun ungewiss bin, welcher der beiden Gebärden

ich glauben soll, so bitte ich Euch, fragt ihn selbst; und wenn wir uns am

Sonntag wiedersehen, lasst es mich wissen.

Ich bleibe, Euch stets verpflichtet, der Eurige.

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14.

AN MESSER LUIGI DEL RICCIO, MEINEN FREUND ODER VIELMEHR VEREHRUNGSWÜRDIGEN

HERRN, IN ROM.

[_Rom_, 1543.]

Mein lieber Messer Luigi! -- Ich weiss, dass Ihr im Zeremonienwesen ein

ebenso vollendeter Meister seid, als ich darin untauglich bin. Ich habe nun

von Monsignor di Todi das Geschenk erhalten, von dem Euch Urbino berichten

wird, und da ich glaube, dass Ihr mit Seinen Gnaden befreundet seid, so

bitte ich Euch, danket ihm in meinem Namen mit den Zeremonien, die Euch

leicht, mir aber schwer fallen. ----

Euer Michelangelo Buonarroti.

15.

Michelangelo Gedichte und Briefe In Auswahl herausgegeben von R. A. Guardini · 第 143 / 231 题