Wenn sich die Schmerzen, die mein Antlitz trüben,
Dir, teure Herrin, zeigen,
So scheinen sie zu steigen
In gleichem Mass, wie in dem deinen, lieben,
Das frei von Gram geblieben,
Die Reize sich erhöh'n; durch meine Leiden
Will Amor dich Geliebte noch verschönen;
Da Ruhm dir bringt solch Lieben,
So duld' ich denn mit Freuden.
Macht schon mein Gram dich schön, wie erst mein Sterben!
Und doch, wenn meine Tränen,
Die Glanz und Reiz erhöh'n in deinen Zügen,
Einst durch den Tod versiegen,
So bringt mein Tod statt Ehre dir Verderben.
Nun will ich nicht mehr sterben,
Nein, dulden will ich gern in deiner Nähe,
Denn süss ist Gram, der solche Schönheit nähret;
Wem sie zu schau'n bescheret,
Der trägt ja leicht zugleich ein grosses Wehe.