Tut sich — macht sich — Prinzeß

„Guten Morgen“, sagte das Gigerl und schob seinen gelbledernen

Handkoffer auf das Tragnetz des Waggons.

„Ich hab’ die Ehre“ und „mein Kompliment wünsch’ ich“, grüßten die

beiden behäbigen alten Herren, und zwar auffallend verbindlich,

denn das Gigerl war sehr reich, wie jeder anständige Prager wissen

mußte, und hatte außerdem etwas Undefinierbares an sich — so eine Art

schreckeinflößender Sicherheit.

Nachdem natürlich kein Mensch von dem beharrlich ausgerufenen „frischen

Wasser“ getrunken hatte, und jene übliche Viertelstunde verflossen war,

die nötig ist, um den Laien glauben zu machen, das Eisenbahnwesen sei

eine Wissenschaft, setzte sich der Zug langsam in Bewegung.

Die beiden würdigen alten Herren betrachteten mißgünstig die scharfe

Bügelfalte an den Hosenbeinen des neuen Passagiers. —

Sie billigten solchen Tand natürlich nicht. — Ein charaktervoller Mann

hat an den Knien knollenartige Ausbuchtungen der Hosen — er trägt

breitkrempige Hüte, wenn schmalkrempige modern sind, und umgekehrt. —

(Die meisten Hutläden nähren sich von solchen ehrenfesten Leuten.) —

Und wie affektiert, den kleinen Finger mit einem Ring zu schmücken. —

Wozu — um Gotteswillen — hat man denn einen Zeigefinger! — An +diesen+

gehört doch der Siegelring — mit den Initialen des Großvaters. —

Die heimtückischen Champignons: und andere Geschichten · 第 112 / 149 题