Dann sah er um sich. — Kein lebendes Wesen weit und breit. —

Der Duft der Amberiablüten hatte sich verstärkt und war fast stechend

geworden. — Er schien von den violetten Kegeln auszugehen, die Pompejus

jetzt besichtigte. — Sie waren einander gleich und bestanden alle aus

demselben hellvioletten gallertartigen Schleim. Die Überreste Sir Roger

Thorntons aus diesen violetten Pyramiden herauszufinden, war unmöglich.

Pompejus trat zähneknirschend dem toten Tibetanerführer ins Gesicht und

lief dann den Weg zurück, den er gekommen war. — Schon von weitem sah

er im Gras die kupfernen Helme in der Sonne blitzen. — Er pumpte seinen

Tauchertornister voll Luft und betrat die Gaszone. — Der Weg wollte

kein Ende nehmen. Dem Armen liefen die Tränen über das Gesicht. — Ach

Gott, ach Gott, sein Herr war tot. — Gestorben, hier, im fernen Indien!

— Die Eisriesen des Himalaya gähnten gen Himmel, — was kümmerte sie das

Leid eines winzigen pochenden Menschenherzens. — — — — — — — — — — —

Pompejus Jaburek hatte alles, was geschehen war, getreulich zu Papier

gebracht, Wort für Wort, so wie er es erlebt und gesehen hatte — denn

verstehen konnte er es noch immer nicht —, und es an den Sekretär

seines Herrn nach Bombay, Adheritollahstraße 17, adressiert. — Der

Afghane hatte die Besorgung übernommen. — Dann war Pompejus gestorben,

denn die Sichel des Tibetaners war vergiftet gewesen. —

„Allah ist das Eins und Mohammed ist sein Prophet“, betete der Afghane

und berührte mit der Stirne den Boden. — Die Hindujäger hatten die

Leiche mit Blumen bestreut und unter frommen Gesängen auf einem

Holzstoße verbrannt. — — — — — — —

Ali Murrad Bey, der Sekretär, war bleich geworden, als er die

Schreckensbotschaft vernahm, und hatte das Schriftstück sofort in die

Redaktion der „Indian Gazette“ geschickt. —

Die heimtückischen Champignons: und andere Geschichten · 第 61 / 149 题