Der violette Tod

Der Tibetaner schwieg.

Die magere Gestalt stand noch eine Zeitlang aufrecht und unbeweglich,

dann verschwand sie im Dschungel. —

Sir Roger Thornton starrte ins Feuer: Wenn er kein Sannyasin — kein

Büßer — gewesen wäre, der Tibetaner, der überdies nach Benares

wallfahrtete, so hätte er ihm natürlich kein Wort geglaubt — aber ein

Sannyasin lügt weder, noch kann er belogen werden. —

Und dann dieses tückische, grausame Zucken im Gesichte des Asiaten!?

Oder hatte ihn der Feuerschein getäuscht, der sich so seltsam in den

Mongolenaugen gespiegelt? —

Die Tibetaner hassen den Europäer und hüten eifersüchtig ihre magischen

Geheimnisse, mit denen sie die hochmütigen Fremden einst zu vernichten

hoffen, wenn der große Tag heranbricht. —

Einerlei, er, Sir Hannibal Roger Thornton, muß mit eigenen Augen sehen,

ob okkulte Kräfte tatsächlich in den Händen dieses merkwürdigen Volks

ruhen. — Aber er braucht Gefährten, mutige Männer, deren Wille nicht

bricht, auch wenn die Schrecken einer anderen Welt hinter ihnen

stehen. —

Der Engländer musterte seine Gefährten: — Dort der Afghane wäre der

einzige, der in Betracht käme von den Asiaten, — furchtlos wie ein

Raubtier, doch abergläubisch! —

Die heimtückischen Champignons: und andere Geschichten · 第 59 / 149 题