Er stand auf und trat an sie heran, das Pferd nach sich ziehend.
»Steige du auf,« sagte er, »der Weg bis zum Dorf ist weit.«
»Ich bin nicht müde,« entgegnete sie, »habe drei Wochen lang Zeit
gehabt, auszuruhen.«
Das fühlte er wie einen Stich ins Herz. »Ewe,« sagte er, »Gott weiß,
daß ich dir nicht habe Unrecht tun wollen.« Er ging neben ihr hin und
zog das Pferd am Zügel nach sich.
»Das mag sein,« antwortete sie, »aber es nützt mir nichts: ich habe
doch einmal im Gefängnis gesessen. Und dir hilft's nicht über die
Schande weg, mich da hineingebracht zu haben.«
»Ewe, wenn ich dir sage --«
»Du meinst's ja auch nicht, wie ich's meine. Und wenn du mir nicht
glaubst, ist mir das andere gleichgültig.«
Er legte die Hand auf ihre Hand, die das Bündel trug. »Ewe -- wenn ich
jetzt noch sagen könnte: ich glaube dir! Aber ich weiß nun, daß du
unschuldig bist, und ich weiß auch, wer schuldig ist ...«