»Nicht?«
»Nein.«
Der Littauer strich das Geld langsam vom Tisch und steckte es wieder in
die Tasche. »Was hast du für deine Versäumnis zu fordern, Herr?«
Der Anwalt verwies ihn deshalb an seinen Schreiber.
Und so ging nun Endrullis von einem zum andern und hörte überall
dasselbe, zuletzt auch auf dem Gericht. Nach einigen Tagen kam er
ganz verstört nach Hause. Ewe las es ihm gleich vom Gesicht ab, daß
er nichts Gutes mitbrächte. Sie weinte und klagte: »Nun bist du frei,
Mikelis, aber wir beide kommen nimmer ehelich zusammen.« Es war ihr
jetzt nicht mehr gleichgiltig wie früher, als sie nur ihr Stück
durchsetzen wollte. Sie wußte auch, daß die Leute einen Unterschied
machen würden. Damals hieß es: »Was weiter? die Hochzeit ist nur
aufgeschoben.« Jetzt rechnete niemand mehr darauf, zu Gast gebeten zu
werden.
Er mochte noch nicht daran glauben, schrieb Eingaben in deutscher und
littauischer Sprache an das Obergericht, an die Herren Minister, auch
an seinen Major, zuletzt an den König -- es half alles nichts. Er
war in so gereizter Stimmung, daß jeder sich fürchten mußte, in seine
Nähe zu kommen, und selbst Ewe ihm scheu aus dem Wege ging, soviel
sie konnte. Eines Tages sagte er zu ihr: »Ich will mich Deinetwegen
demütigen und zur Urte gehen. Wenn ich sie bitte -- vielleicht verzeiht
sie mir.«