4. III. 16.

L., denk Dir: heute bekam ich ein Briefchen von meinen Quartierleuten in

Maxstadt (Lothr.), das Deinen Geburtstagsbrief enthielt! Die Frau hatte

ihn doch, trotz meines damaligen Suchens, in einem der Kartons gefunden!

Ich hab mich schon ein bißchen geschämt aber auch doppelt gefreut, daß

ich ihn nun doch habe: Du schreibst so lieb darin; ja, dieses Jahr werde

ich auch zurückkommen in mein unversehrtes liebes Heim, zu Dir und zu

meiner Arbeit. Zwischen den grenzenlosen schaudervollen Bildern der

Zerstörung, zwischen denen ich jetzt lebe, hat dieser Heimkehrgedanke

einen Glorienschein, der gar nicht lieblich genug zu beschreiben ist.

Behüte nur dies mein Heim und Dich selbst, Deine Seele und Deinen Leib

und alles was mir gehört, zu mir gehört!

Momentan hausen wir mit der Kolonne auf einem gänzlich verwüsteten

Schloßbesitz, über den die ehemalige französische Frontlinie ging. Als

Bett hab ich einen Hasenstall auf den Rücken gelegt, das Gitter weg und

mit Heu ausgefüllt und so in ein noch regensicheres Zimmer gestellt!

Natürlich hab ich genug Decken und Kissen dabei, so daß sich ganz gut

drin schläft. Sorg Dich nicht, ich komm schon durch, auch

gesundheitlich. Ich fühl mich gut und geb sehr acht auf mich. Dank

viel-, vielmal für den lieben Geburtstagsbrief!

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Am gleichen Tag nachmittags 4 Uhr gefallen!

Briefe, Aufzeichnungen und Aphorismen. Erster Band · 第 145 / 158 题