L., denk Dir: heute bekam ich ein Briefchen von meinen Quartierleuten in
Maxstadt (Lothr.), das Deinen Geburtstagsbrief enthielt! Die Frau hatte
ihn doch, trotz meines damaligen Suchens, in einem der Kartons gefunden!
Ich hab mich schon ein bißchen geschämt aber auch doppelt gefreut, daß
ich ihn nun doch habe: Du schreibst so lieb darin; ja, dieses Jahr werde
ich auch zurückkommen in mein unversehrtes liebes Heim, zu Dir und zu
meiner Arbeit. Zwischen den grenzenlosen schaudervollen Bildern der
Zerstörung, zwischen denen ich jetzt lebe, hat dieser Heimkehrgedanke
einen Glorienschein, der gar nicht lieblich genug zu beschreiben ist.
Behüte nur dies mein Heim und Dich selbst, Deine Seele und Deinen Leib
und alles was mir gehört, zu mir gehört!
Momentan hausen wir mit der Kolonne auf einem gänzlich verwüsteten
Schloßbesitz, über den die ehemalige französische Frontlinie ging. Als
Bett hab ich einen Hasenstall auf den Rücken gelegt, das Gitter weg und
mit Heu ausgefüllt und so in ein noch regensicheres Zimmer gestellt!
Natürlich hab ich genug Decken und Kissen dabei, so daß sich ganz gut
drin schläft. Sorg Dich nicht, ich komm schon durch, auch
gesundheitlich. Ich fühl mich gut und geb sehr acht auf mich. Dank
viel-, vielmal für den lieben Geburtstagsbrief!
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Am gleichen Tag nachmittags 4 Uhr gefallen!