7. II. 16.

L...., heut nur kurz wegen Russl; ich werde Lina schreiben, daß sie

Russl _weg_gibt, an Schneiderhans oder Schuster oder sonst im Dorf. Sie

soll ihm dann ab und zu Leckerbissen bringen. Ich zahl gern für den

guten alten Kerl eine kleine Pension. Behalten soll sie ihn auf _keinen_

Fall. Findet sich keine nette Gelegenheit, ihn in Pension zu geben, dann

soll Schuster ihm eine ehrliche Kugel geben, -- besser, es geschieht,

wenn ich nicht da bin und Du auch nicht. Aber ich fand ihn das letztemal

so greisenhaft geworden, daß der rasche Tod wirklich keine Grausamkeit

ist. -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- --

Etwas sagst du sehr wahr: Berlin ist ein richtiger Seuchenherd

schlechter Vaterlandsbazillen. Ein dritter Winterfeldzug? _Glaub ich

nie!_

Das zu denken ist einfach _unorganisch_. Dieser Sommer entscheidet. Daß

ich je als Artill. Beob. kommandiert werde, ist gänzlich

unwahrscheinlich. Der General wäre sofort dagegen. Dazu sind jetzt viel

Jüngere da.

Briefe, Aufzeichnungen und Aphorismen. Erster Band · 第 125 / 158 题