24. I. 16.

L., einliegend ein so nettes Briefchen von Lisbeth; aus ihm klingt die

erwachende Lebensfroheit wieder etwas heraus.

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Ich hab heut einen köstlichen Spazierritt gemacht, -- ein strahlender

Tag. Ich sehe überall ganz, ganz verwischt Spuren uralter Zeiten, --

Lothringen ist ja reich an keltischen und gallischen Erinnerungen; ich

hab das Gefühl, daß alles Land, Wege, Häuser, Wälder so ganz

vorübergehender Besitz sind, -- ich verstehe die Wanderer, die

»Habenichtse aus Überzeugung«.

Letzthin sagte mir ein Physiker, in der Physik habe man jetzt entdeckt,

daß die alte dritte Dimension, also die mathematisch bis jetzt als

einwandfrei gegoltene Bestimmung einer Sache nach seiner kubischen

Dimension als wissenschaftlich unhaltbar anzusehen sei, solange die

vierte Dimension der _Zeit_, des _Zeitpunktes_, nicht noch hinzugenommen

wird. In jeder Rechnung sei diese 4. Bestimmung als Potenz mit

einzustellen, -- _wie_ ist aber noch dunkel. Das wirft die ganze alte

Mathematik über den Haufen. Man steht vor einem _novum_. Ich weiß nicht,

ob Du da mitdenken kannst; ich liebe wie Novalis diese Gedankengänge

sehr. Ich habe in dieser Richtung ja schon als Gymnasiast

Algebraunterricht gegeben, bei dem ich mir lauter solche Sachen allein

ausdachte. Leider habe ich zu diesen Dingen genau so wenig _praktisches_

Talent wie zur Musik. -- -- -- -- -- -- Über Deine Stickerei hab ich

immer noch nichts gehört.

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Dein

Frz.

Briefe, Aufzeichnungen und Aphorismen. Erster Band · 第 119 / 158 题