So ist dies Mädchen deine Tochter -- Jilla! deine Mutter! O der seligen
Ueberraschung! -- rief der wonnetaumelnde Sebald, und die Gräfin drückte
sprachlos ihre wiedergefundene Tochter, ihre langbeweinte Jadilla an ihr
hochschlagendes Herz. Jilla wußte nicht wie ihr geschah, noch weniger ihre
Mutter. Sebald und Lolly weideten Aug und Herz an der schönen Scene, lange
dauerte es eh sich das Entzücken in Worte ergoß.
Wie ist das möglich gewesen? -- erholte sich endlich die Mutter Jadilla,
und hieng noch in Jillas Armen, Sebald erklärte das, so viel er von dem
sterbenden Wolling vernommen, vermuthet und errathen hatte, und was unsre
Leser bereits aus dem Kapitel des ersten und dem Kapitel des dritten
Abschnittes wissen. So zielten dahin meine süssen Ahndungen, dies
unwillkührliche Wohlgefallen, diese entlockte Zuneigung das unverwendbare
Aug, als ich dich unbekanntes Mädchen zum erstenmal sah? -- sprach die
Gräfin, und seit fünfzehn Jahren röthete zum erstenmal wieder ihre Wange
vom Hochroth der längstentbehrten Wonne. So hab ich doch nicht meine leise
Hoffnung umsonst genährt -- o meine Jilla -- meine Tochter! -- fuhr sie
fort, und ergab sich dem lautesten Ausbruch der Freude.
Inzwischen war Lolly zur Gesellschaft gesprungen, und sprach schäckernd zu
Welly dem Grafen, als sie ihn auf die Seite gewinkt hatte: Wie lohnst du
mich Welly, wenn ich dir eine recht fröhliche Nachricht gebe?
Kann Lolly so eigennützig seyn? entgegnete Welly lächelnd.
Lolly. Ja -- ohne Botenlohn thu ichs einmal nicht, und denke nur -- denke
-- du wirst vor Freude nicht wissen was du beginnen sollst!
Welly. Das muß ja gar eine erschrecklich fröhliche Nachricht seyn!
Lolly. Je nu -- scherze nicht! scherze nicht! Wer weiß ob du vor Freude
nicht zitterst, daß dir der Weinbecher aus der Hand fällt! Denke nur --
denke!
Welly. Ey, so sprich doch, Schäckerinn! Spanne meine Neugierde nicht länger
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