Bengler. Hältst du meine Tochter für so unedel, daß sie der Ehre, dem Wohle
des Vaterlandes ihre eigne Zufriedenheit nicht opferte? Das geht! Sie ist
ein deutsches Mädchen -- sie wird stolz auf den Geliebten seyn! Salassins
Eltern -- auch diese werden dennoch ruhiger die Schreckenspost hören, als
wenn sie nicht einmal müßten wohin Salassin gekommen sey.
Seb. Aber es ist ein Brief an sie da!
Bengler. Das übrige will ich vermitteln. Den behalt mir vor, bis die Zeit
uns mehr von ihm aufhellt! -- Richtig! -- So mags wohl noch am besten
gehen! -- Hätt ich doch -- fuhr Bengler etwas heitrer fort -- Hätt ich doch
nie gesagt, daß ich das erstemal itzt in meinem Leben, und ziemlich spät
eine leidentliche Lüge erfinden könnte. Nun trösten wir vor allem Lolly,
die gewiß nimmer schon weiß, was sie vor Liebesangst und Erwartung thun
soll. Lolly! -- rief Bengler mit lauter Stimme, indem er an ihre
Zimmerthüre trat.
Lolly trocknete eilig das nasse Gesicht, und flog auf den Vater zu. Was
willst du, mein Vater!
Bengler. Salassin!
Lolly. (zitterte bei diesem Namen) Wo ist er?
Bengler. Du liebst ihn?