6. Epileptische paroxysmelle Verstimmung.

ASCHAFFENBURG hat mit Recht betont, daß eine der häufigsten anfallweise

auftretenden Erscheinungen bei Epileptischen eine krankhafte Verstimmung

und Gereiztheit ist, die ohne äußeren Anlaß eintritt und meist nach

einem Tage oder einigen Tagen verschwindet, seltener Wochen oder gar

Monate anhält. Die Kranken erscheinen dann plötzlich verändert, meist

finster, mißmutig, drohend, manchmal mehr ängstlich oder trübselig,

immer sehr reizbar und zu Gewalttätigkeit geneigt. Oft finden sich

daneben Kopfschmerzen, Schweißausbrüche, schneller Puls, blasses oder

rotes Gesicht, weite und mangelhaft reagierende Pupillen, Muskel- und

Nervenschmerzen usw. Auch Funken- und Flammensehen, Ohrensausen und

dergleichen unbestimmte Sinnestäuschungen kommen vor, seltener

ausgeprägte Halluzinationen. Nach Ablauf ihrer Zeit geht die Störung

plötzlich und unvermittelt wieder in die normale über. Die Kranken

sprechen hinterher nicht gern davon und sind sich anscheinend nicht ganz

klar, wieweit die Erscheinungen krankhaft oder begründet waren.

Kompendium der Psychiatrie für Studierende und Ärzte · 第 43 / 133 题