XIV

Das Gerücht, Pjilnikoff wäre ein verkleidetes Mädchen, eilte auf

Windesflügeln durch die Stadt. Die Rutiloffsche Familie erfuhr ganz

zuerst davon. Ludmilla -- sie war sehr neugierig -- bemühte sich, jede

Neuigkeit mit eigenen Augen zu sehen. Eine brennende Neugierde plagte

sie Pjilnikoff kennen zu lernen. Es war unbedingt notwendig, sie mußte

diesen verkleideten Schelm sehen. Mit der Kokowkina war sie bekannt.

Eines schönen Abends sagte sie zu den Schwestern:

»Ich gehe mir das Fräulein ansehen!«

»Alles mußt du begaffen!« rief Darja böse.

»Sie hat sich schön gemacht,« bemerkte Valerie und lachte verhalten.

Es ärgerte die beiden anderen, daß _sie_ nicht auf diesen Gedanken

gekommen waren: zu dritt konnten sie unmöglich hin. Ludmilla hatte sich

feiner angekleidet als sonst, -- warum eigentlich, wußte sie selber

nicht. Uebrigens hatte sie es gern, hübsche Kleider zu tragen und war in

dieser Beziehung freimütiger als die Schwestern: die Arme ließ sie bloß,

hatte einen tieferen Halsausschnitt, ihr Rock war kürzer, ihr Schuhwerk

eleganter, die fleischfarbenen Strümpfe dünner und durchsichtiger. Zu

Hause ging sie mit Vorliebe im Unterrock herum, trug ihre Schuhe über

den bloßen Füßen, -- und sowohl ihr Hemd als ihr Unterrock waren fast zu

elegant.

Draußen war es kalt und windig, welke Blätter schwammen in allen

Pfützen. Ludmilla ging schnell und spürte die Kälte kaum trotz ihres

leichten Mantels.

Die Kokowkina und Sascha tranken Tee. Ludmilla musterte sie mit

blitzenden Augen, -- aber da gab es wenig zu sehen, sie saßen hübsch

bescheiden am Tisch, tranken ihren Tee, aßen Weißbrot dazu und

plauderten. Ludmilla küßte die Kokowkina und sagte:

»Ich komme in einer besonderen Angelegenheit zu Ihnen, liebste Olga

Wassiljewna. Aber davon später. Erst möchte ich etwas Tee trinken um

mich zu erwärmen. O -- was sitzt denn da für ein Jüngling!«

Sascha errötete und machte eine ungeschickte Verbeugung; die Kokowkina

stellte ihn vor. Ludmilla setzte sich an den Tisch und erzählte lebhaft

einige Neuigkeiten. In der Stadt wurde sie gerade deswegen geschätzt,

denn sie wußte alles und verstand nett und bescheiden zu erzählen. Die

Kokowkina saß fast immer zu Hause, freute sich daher über diesen Besuch

und machte die liebenswürdige Wirtin. Ludmilla plauderte lustig, lachte,

sprang auf, um diesen oder jenen nachzumachen, und streifte dabei

Sascha. Sie sagte:

»Sie müssen es doch einsam haben, liebste Freundin, immer nur zu Hause

sitzen mit diesem kleinen Gymnasiasten. Besuchen Sie uns doch einmal.«

»O, das kann ich nicht,« antwortete die Kokowkina; »ich bin viel zu alt,

um Besuche zu machen.«

»Es handelt sich doch nicht um einen feierlichen Besuch,« sagte Ludmilla

zärtlich; »kommen Sie und bleiben Sie ein wenig, ganz wie zu Hause, das

ist alles. Dieser Jüngling hier ist ja Gott sei Dank den Windeln

entwachsen.«

Sascha machte ein gekränktes Gesicht und wurde rot.

»So ein Bengel!« neckte Ludmilla und stieß ihn ein wenig in die Seite;

»warum unterhalten Sie mich garnicht?«

»Er ist noch jung,« sagte die Kokowkina, »und sehr schüchtern.«

Ludmilla sah sie an und lächelte:

»Ich bin auch verlegen,« sagte sie.

Sascha lachte und sagte einfach:

»Was nicht gar, sind Sie verlegen?« Ludmilla lachte aus vollem Halse.

Ihr Lachen klang stets wie süße, leidenschaftliche Freude. Wenn sie

lachte, wurde sie immer rot, ihre Augen blickten schelmisch und fast

schuldbewußt und vermieden es, irgend einen aus der Gesellschaft

anzusehen. Sascha verlor ein wenig die Fassung, dann rechtfertigte er

sich:

»Nein doch, ich wollte damit nur sagen, daß Sie so fröhlich sind und

nicht bescheiden, ich meine nicht, daß Sie unbescheiden sind.«

Aber er fühlte, daß sich das in Worten nicht so leicht wie etwa in einem

Brief ausdrücken ließ, und das verwirrte ihn. Er wurde rot.

»Was er mir für Ungezogenheiten sagt!« rief Ludmilla -- und lachte, und

wurde rot, »das ist doch wirklich allerliebst!«

»Sie haben meinen Sascha ganz verlegen gemacht,« sagte die Kokowkina und

blickte sowohl Sascha als Ludmilla freundlich an.

Ludmilla machte eine katzenartig wiegende Bewegung und streichelte

Saschas Haar. Er lachte trotzig und hell, stieß ihre Hand leicht zurück

und lief in sein Zimmer.

»Liebste Freundin, wissen Sie nicht einen Mann für mich?« sagte Ludmilla

ohne jeden Uebergang.

»Ich bin doch keine Kupplerin!« antwortete die Kokowkina; aber man

konnte an ihrem Gesicht sehen, daß sie mit größtem Vergnügen eine Heirat

vermittelt hätte.

»Ja, was tut denn das?« entgegnete Ludmilla, »bin ich etwa keine schöne

Braut? Sie brauchen sich garnicht zu schämen, mich zu verheiraten.«

Ludmilla stemmte die Hände in die Seiten und tanzte vergnügt vor der

Hausfrau.

»Gehen Sie zu!« sagte die Kokowkina, »ein rechter Windbeutel sind Sie!«

Ludmilla lachte und sagte:

»Und wenn es nur vor lauter Langeweile wäre, suchen Sie mir einen Mann!«

»Was für einen wollen Sie denn haben?« fragte die Kokowkina und

lächelte.

»Er muß brünett sein, liebste Freundin, unbedingt muß er brünett sein,«

sagte sie schnell, »tief brünett. So tief wie ein Teich. Da haben Sie

gleich eine Vorlage: -- wie Ihr Pensionär, er muß ebenso schwarze

Augenbrauen haben und ebensolche Augen, sein Haar muß bläulichschwarz

sein und seine Wimpern ganz dicht, ganz dunkelschwarze Wimpern. Er ist

ein hübscher, ein sehr, sehr hübscher Junge! Sehen Sie, -- verschaffen

Sie mir so einen.«

Bald darauf verabschiedete sich Ludmilla. Es wurde schon dunkel. Sascha

begleitete sie.

»Aber nur bis zur Droschke!« bat Ludmilla mit weicher Stimme und blickte

Sascha zärtlich an. Er wurde rot und verlegen.

Auf der Straße wurde Ludmilla wieder lustig und begann den Jungen

auszufragen:

»Sind Sie auch hübsch fleißig? Lesen Sie auch bisweilen?«

»Das tue ich wohl,« antwortete Sascha, »weil ich sehr gerne lese.«

»Andersens Märchen?«

»Ueberhaupt keine Märchen, sondern allerlei andere Bücher. Ich liebe die

Weltgeschichte und Gedichte.«

»Also Gedichte! Wer ist denn Ihr Lieblingsdichter?« fragte Ludmilla

streng.

»Natürlich Nadson,« sagte Sascha aus tiefster Ueberzeugung, als wäre

eine andere Antwort überhaupt nicht möglich gewesen.

»So, so!« sagte Ludmilla aufmunternd. »Ich liebe auch Nadson, aber nur

am Morgen, am Abend lieb' ich es, mich schön zu machen. Und was ist Ihre

liebste Beschäftigung?«

Sascha blickte sie freundlich an, plötzlich kamen Tränen in seine Augen,

und er sagte ganz leise:

»Ich liebe so sehr zärtlich zu sein!«

»So ein zartes Pflänzchen,« sagte Ludmilla und umfaßte seine Schultern,

»er will zärtlich sein! Lieben Sie auch zu baden?«

Sascha lachte auf. Ludmilla forschte weiter:

»In warmem Wasser?«

»Ganz einerlei -- in warmem und in kaltem,« sagte der Junge verschämt.

»Und was für eine Seife lieben Sie?«

»Glyzerinseife.«

»Essen Sie gerne Weintrauben?«

Sascha lachte:

»Wie komisch Sie sind. Das sind doch ganz verschiedene Sachen und Sie

fragen so, als wäre eins so gut wie das andere. Ich laß mich nicht so

leicht hinters Licht führen.«

»Was hätte ich auch davon!« sagte Ludmilla lächelnd.

»Ich weiß schon, daß Sie es lieben, einen zu necken.«

»Woher wissen Sie das?«

»Alle sagen es,« meinte Sascha.

»Sieh mal an, Sie lieben also zu klatschen!« sagte Ludmilla streng.

Sascha wurde rot.

»Da ist schon eine Droschke! -- Droschke!« rief sie laut.

»Droschke!« rief auch Sascha.

Die Droschke holperte über das Pflaster und fuhr vor. Ludmilla nannte

ihre Adresse. Der Kutscher dachte nach und verlangte 40 Kopeken.

Ludmilla sagte:

»Wo denken Sie hin! Es ist doch ganz nah. Sie scheinen den Weg nicht zu

kennen.«

»Wieviel wollen Sie geben?« fragte der Kutscher.

»Just die Hälfte. Wählen Sie welche Sie wollen!«

Sascha lachte.

»Ein lustiges Fräulein!« sagte der Kutscher und grinste, »legen Sie noch

einen Fünfer zu.«

»Danke für die Begleitung, lieber Junge,« sagte Ludmilla, drückte fest

Saschas Hand und setzte sich in die Droschke.

Sascha lief nach Hause und dachte fröhlich an das fröhliche Mädchen.

Ludmilla kam sehr vergnügt nach Hause, sie lächelte und schien an etwas

Lustiges zu denken. Die Schwestern erwarteten sie. Sie saßen im

Speisezimmer an dem runden Tisch, über dem eine Hängelampe brannte. Auf

dem weißen Tischtuch blinkte eine braune Flasche Sherry-Brandy aus

Kopenhagen und hell glänzte ihr mit süßer Flüssigkeit behafteter Hals.

Rings um die Flasche standen Teller mit Aepfeln, Nüssen und türkischer

Marmelade.

Darja hatte einen kleinen Strich; ihr Gesicht war gerötet, ihr Haar

zerzaust und sie war nur halb angekleidet. Sie sang sehr laut. Ludmilla

hörte schon von weitem den vorletzten Vers des bekannten Liedchens:

Wo blieb die Flöte, wo das Kleid?

Die Lippen sind zum Kuß bereit.

Scham weicht der Furcht, Furcht weicht der Scham --

Das Hirtenmädchen schluchzt vor Gram:

Vergiß, was du gesehn!

Auch Larissa saß am Tisch, -- vornehm und ruhig-freundlich, sie aß einen

Apfel, den sie zuvor mit einem Fruchtmesser in Scheiben geschnitten

hatte. Sie lachte:

»Nun, hast du sie gesehen,« fragte sie.

Darja hörte auf zu singen und sah Ludmilla an. Valerie stützte ihren

Kopf auf den Arm, steckte den kleinen Finger vor, neigte den Kopf und

versuchte Larissas Lächeln nachzuahmen. Es gelang ihr schlecht, denn sie

war schmächtig, subtil, und ihr Lächeln war unruhig. Ludmilla goß sich

roten Kirschlikör in ein Gläschen und sagte:

»Dummheiten! Ein echter Bengel wie er sein muß, und er ist sehr

sympathisch. Tief brünett, blitzende Augen, dabei unschuldig wie ein

neugebornes Kind.«

Und plötzlich lachte sie hell auf. Die Schwestern sahen sie an, und dann

lachten alle.

»Ach, es lohnt sich ja gar nicht zu sprechen, das ist so eine von

Peredonoffs Verrücktheiten,« sagte Darja, winkte mit der Hand und dachte

dann eine Weile nach. Sie hatte ihre Arme auf den Tisch gestützt und

hielt den Kopf gesenkt. »Wollen wir singen,« sagte sie und begann mit

durchdringender Stimme zu singen.

Aus ihrem Geschrei klang eine dumpfe, erzwungene Begeisterung. Hätte man

einen Toten unter der Bedingung zum Leben erweckt, daß er immer nur

singen dürfe, so hätte er ein ähnliches Geheul angestimmt. Die

Schwestern waren schon längst an diese Art Musik gewöhnt; wenn Darja

nicht mehr nüchtern war, sang sie immer so, und manchmal fielen die

Schwestern ein und schrien mit Absicht recht laut und durchdringend.

»Die ist ins Heulen reingekommen!« sagte Ludmilla spöttisch.

Nicht etwa, daß es ihr mißfiel, vielmehr wollte sie ihre Erlebnisse

erzählen, und die Schwestern sollten zuhören. Darja unterbrach ihren

Gesang und schrie sie an:

»Was geht es dich an, ich stör' dich nicht.«

Und dann sang sie weiter gerade von derselben Stelle an, wo sie stehen

geblieben war. Larissa sagte freundlich:

»Laß sie doch singen.«

»Meine wilden Leidenschaften

Finden nirgends ihre Ruh' --«

sang Darja in den höchsten Lagen, wobei sie die Töne dehnte und

hinauszog, wie etwa die gewöhnlichen Bänkelsänger es zu tun pflegen, um

recht viel Rührung ins Lied zu legen. Es kam ungefähr so heraus:

Mei--ei--n--e--e wi----i--ild--e--en

Lei--ei--ei--d--e--e--en--sch--a--a--ft--e--en.

Bei dieser Art zu singen wurden jene Silben ganz besonders betont, auf

denen von Rechts wegen kein Ton lag. Die Wirkung war jedenfalls eine

hervorragende: eine tödliche Schwermut hätte jeden uneingeweihten

Zuhörer befallen.

O Schwermut, die du über Feld und Wald und über die gewaltige

heimatliche Ebene einherziehst! O Schwermut, die du tausendfach im

wilden Echo der Berge widerhallst, die du in matter, glühender Flamme

das lebendige Lied in ein sinnbetörendes Seufzen wandelst! O tödliche

Schwermut! O ihr geliebten, alten, russischen Gesänge! werdet auch ihr

dahinsterben? ...

Plötzlich sprang Darja auf, stemmte die Hände in die Seiten und

schmetterte ein fröhliches Tanzliedchen aus voller Kehle. Dazu tanzte

sie und klatschte in die Hände:

»Geh, du Ritter, in den Wind, --

Ich bin eines Räubers Kind.

Bist so fein und säuberlich,

Geb dir einen Messerstich.

Brauche keinen stolzen Herrn --

Hab ein armes Blut so gern.«

Darja sang und tanzte, und ihre Augen starrten unbeweglich und schienen,

wie der tote Mond, rings um sie Kreise zu ziehen. Ludmilla lachte aus

vollem Hals, aber es war ihr unendlich schwer ums Herz, und sie zitterte

vor Aufregung. War es verhaltene Freude oder die Wirkung des starken und

süßen Likörs? Valerie lachte leise, -- ihr Lachen klang gläsern --, und

blickte neidisch auf die Schwestern: auch sie wäre gern lustig gewesen,

und es war ihr doch gar nicht lustig zumute, -- sie dachte, das sei so,

weil sie die Jüngste, ein Nesthäkchen, ein Nachzügler sei, und darum

wäre sie schwächlich und unglücklich. Und sie lachte so als müßte sie

gleich weinen.

Larissa sah sie an und zwinkerte ihr zu, und da wurde Valerie plötzlich

fröhlich und guter Dinge. Larissa stand auf, drehte die Schultern und im

Nu drehten sich die vier Schwestern in tollem Wirbel bewußtloser Freude,

plötzlich von toller, ausgelassener Lust ergriffen, und Darja sang dazu

ein Tanzlied nach dem andern, eins dreister und frecher als das andere.

Die Schwestern waren jung und schön -- und ihre Stimmen klangen wild und

hell; -- die Hexen eines verzauberten Berges hätten ihre Freude an

diesem Reigen gehabt.

* * * * *

Die ganze Nacht über hatte Ludmilla heiße, sinnliche Träume.

Bald träumte sie, sie läge in einem stark überheizten Zimmer, ihre

Bettdecke gleitet auf den Fußboden und ihr fieberheißer Körper liegt

nackt da, -- und eine gleißende, ungeheure Schlange kriecht in das

Gemach, kommt näher, näher, gleitet längs dem Holz in ihr Bett und

umwindet ihre nackten, wunderschönen Beine ...

Dann wieder träumte sie von einem See; -- und es war eine schwüle

Sommernacht, schwarze Gewitterwolken krochen erdrückend langsam über den

Himmel, -- und sie lag nackt am Ufer des Sees und hatte einen glatten,

goldnen Stirnreif im Haar. Es roch nach warmem, stehendem Wasser, nach

Tang und stark duftendem Heu; und auf dem dunklen, unheimlich ruhigen

Wasserspiegel schwamm majestätisch ein weißer, gewaltiger, königlich

schöner Schwan. Er schlug das Wasser mit den Flügeln, zischte laut, kam

heran und umfaßte sie, -- es war so süß, so unsagbar wunderlich und tief

...

Und die Schlange und der Schwan, beide beugten ihre Gesichter über das

ihre, und es war Saschas Gesicht, aber so bleich, so bleich mit seinen

dunklen traurigen Augen, und die schwarzen Wimpern verdeckten

eifersüchtig die Schönheit seines wunderbaren Blicks und sanken tief und

schwer herab. Ihr schauderte ...

Dann träumte Ludmilla von einem prachtvollen Palast mit erdrückend

niedrigen Gewölben, -- starke, schöne nackte Männer drängten sich in den

Hallen, aber herrlicher als sie alle war Sascha. Sie saß hoch auf einem

Thron, und die nackten Männer kamen der Reihe nach und schlugen einander

mit scharfen Peitschen. Und als man Sascha vor den Thron legte mit dem

Kopf zu ihr gekehrt und als man ihn hart schlug, da lachte er hell und

weinte, -- und sie lachte auch, wie man manchmal im Traume lacht, wenn

das Herz unruhig schlägt, -- dann lacht man lange, ohne Aufhören, und es

ist das Lachen des Selbstvergessens und des Todes ...

Als Ludmilla am Morgen nach diesen Träumen erwachte, fühlte sie, daß sie

leidenschaftlich in Sascha verliebt war. Ein unbezwingliches Verlangen

ergriff sie, zu ihm zu gehen, aber der Gedanke ihn in Kleidern zu sehen,

war ihr unerträglich. Wie dumm, daß die Knaben nicht nackt herumlaufen!

Wenigstens barfuß, wie die Gassenbuben im Sommer! Ludmilla sah sie gerne

und nur deswegen, weil sie barfuß waren und weil auch ihre Beine

manchmal bis hoch hinauf entblößt waren.

»Als wäre es eine Schande, einen Körper zu haben --,« dachte sie, »daß

sogar die Knaben ihn verdecken müssen.«

Der kleine Dämon · 第 11 / 36 题