Anmerkungen

zu den

Perlen der heiligen Vorzeit.

Abraham.

[Fußnote =1: Vers 1.=

Der Therebinthenhain _Mamre_ lag bei der uralten Stadt Hebron im Lande

Canaan. (I. B. Moses 13. Cap. 18. und IV. B. 13, 23. Vers). Nach

einigen Schriftauslegern sollen dort Eichen gestanden seyn, da die

_Siebziger_ statt jenem „die Eiche Moreh“ setzen.]

[Fußnote =2: Vers 17.=

Ohne der Meinung, welcher gegenwärtige Darstellung zum Grunde liegt,

nämlich: daß unter der Erscheinung der drei Engeln die heilige

Dreieinigkeit zu verstehen sey, weiter zu gedenken, wird hier bemerkt,

daß nach vorzüglichen Schriftauslegern, jene Stellen, wo Gott in der

Gestalt eines Engels (ἄγγελος Gesandter) redend, eingeführt

wird, auf die zweite göttliche Person angewendet werden müssen. Die

Stellen I. B. Mosis 48, 16. und II. B. 23, 21. werden nur

auf diese Art verständlich.]

[Fußnote =3: Vers 35.=

Die Fußwaschung war bei den Morgenländern, wo man nur Sohlen trug,

oder gar barfuß ging, der erste Akt der Gastfreundschaft. S. I.

B. Mosis 19, 2., 24, 32., worauf sich Evang. Joh. Cap. 13 als einen

besondern Liebesdienst bezieht.]

[Fußnote =4: Vers 50.=

Die Sitte, daß Abraham, als ein Hirtenfürst, selber zur Heerde eilt,

das zu schlachtende Thier zu holen, wird noch heut zu Tage bei den

Arabern, wo die angesehensten Personen ein Gleiches thun, und selbst

die Speisen bereiten, bestätigt gefunden. Auch bei Homer sehen wir den

göttergleichen Achilleus auf solche Art beschäftigt:

Selbst nun stellt’ er (Achilleus) die mächtige Bank im Glanze des

Feuers,

Legte darauf den Rücken der feisten Zieg’ und des Schafes,

Legt’ auch des Mastschweins Schulter darauf voll blühenden Fettes;

Aber Automedon hielt, und es schnitt der edle Achilleus.

Wohl zerstückt’ er das Fleisch, und steckt es alles an Spieße.

_Voß -- Ilias_ 9ter Gesang. 206 bis 210. Vers.

]

[Fußnote =5: Vers 56.=

Ueber diese Art das Fleisch zur Speise zu bereiten s. Jahn’s

Archäologie, II. Buch, _Häusliche Alterthümer_, -- und über jene das

Brot zu backen, unten zum III. Gesang Helias, die 3te Anmerkung.]

[Fußnote =6: Vers 83.=

Das konnte wohl Abraham sagen, denn obschon er weiter unten nur von

drei Hauptgenerationen spricht, deren es von Noah bis auf ihn, Neune

gab: Sem, Arphachsad, Schelach, Eber, Peleg, Reu, Serug, Nachor und

Terach, den Erzeuger Abrahams, so ist es wahrscheinlich, daß er,

bei dem damals hohen Alter der Menschen, den Noah, und dieser den

Methusalah, welcher noch 54 Jahre vor dem Tode Adams geboren ward,

gekannt habe.]

[Fußnote =7: Vers 89.=

Ueber I. B. Moses 3, 15. „Der aus dem Samen des Weibes Geborene

wird der Schlange das Haupt zertreten“ -- siehe den Brief des Apostel

Paulus an die Galater 3, 8. 16., und I. B. Moses 22, 18. sagt

der Herr zu Abraham. „In einem deiner Nachkommen sollen alle Völker der

Erde beglückt werden.“]

[Fußnote =8: Vers 113.=

+Sichem+, die Stadt ward später auf demselben Platz erbaut, auf

welchem Abraham den Altar errichtet hatte. Sie lag in Samaria an der

Gränze von Ephraim, wo heut zu Tage Naplouse liegt. Beth-El, so viel

„Haus Gottes.“]

[Fußnote =9: Vers 118.=

_Pharao_ war der allgemeine Nahme aller ägyptischen Könige bis zur

babylonischen Gefangenschaft. IV. Buch Könige 23, 29., wie jene

der römischen Kaiser, Cäsar.]

[Fußnote =10: Vers 129.=

Diese sogenannten Fürsten, waren Oberhäupter einer gewissen Familie --

Hirtenfürsten, nicht aber Beherrscher ganzer Provinzen, wie man aus dem

ganzen 14. Capitel des I. Buch Moses ersieht.]

[Fußnote =11: Vers 140.=

Er nennt den Sieger noch _Abram_. Ueber den ihm später beigelegten

Nahmen _Abraham_ siehe unten Anmerkung 16. -- Melchisedek heißt so viel

als: „König der Gerechtigkeit,“ und zu _Salem_ (später Jerusalem) „des

Friedens.“ Die Schriftausleger stritten sich darüber: wer er eigentlich

gewesen sey? Für jeden Fall ist er das Vorbild des Hohenpriesterthums

Christi zu betrachten. (Siehe von ihm die merkwürdige Stelle im Brief

des Apostel Paulus Hebräer 7, 1. und Psalm 109, 5.)]

[Fußnote 12: =Vers 178.=

Dieser Ceremonie bei feierlichen Bündnissen gedenkt auch noch Jeremias

Cap. 34, 18., 19.]

[Fußnote 13: =Vers 189.=

Von der Geburt Isaaks bis zum Auszug der Israeliten aus Aegypten unter

ihrem herrlichen Führer Moses, vergingen 400 Jahre, wie es aus dem 25.,

41., 45., 47. und 50. Capitel des II. B Moses berechnet, zu

ersehen ist.]

[Fußnote 14: =Vers 203.=

Die Ismaeliten, und noch heut zu Tage ihre Nachkommen, die Araber, die

stets bereit sind, Andre zu berauben, geben Zeugniß von der Wahrheit

dieser Prophezeiung.]

[Fußnote 15: =Vers 208.=

Es mag seyn, was Herodot und Strabo sagen, daß die Beschneidung schon

früher bei den Aethiopiern und den Aegyptern, der in den warmen Ländern

so nöthigen Reinlichkeit wegen, im Gebrauch gewesen sey; Gott wählte

selbe hier zum Zeichen seines Bundes mit Abrahams Nachkommen, durch

welches sie von jenen, die von diesem Bunde ausgeschlossen waren,

getrennt blieben. Sie war ein Vorbild des alten Testaments, welches in

Absicht auf Christum seine Bedeutung hatte. (S. Kolosser 2, 11., und

I. Korinth. 5, 7.)]

[Fußnote 16: =Vers 210.=

Die Morgenländer veränderten bei besonderen Veranlassungen gerne die

Nahmen. Ruth 1, 20. Selbst Christus Math. 16, 18. den Nahmen Simon

in Kepha, oder Petrus. Abraham hieß vorher +Abram+, d. h. „ein

erhabener Vater“ -- nun sollte er +Abraham+ „ein erhabener Vater

vieler Völker“ heißen.]

[Fußnote 17: =Vers 317.=

Gerichtliche Verhandlungen pflegten die Morgenländer öffentlich unter

den Thoren der Stadt zu halten, und sich auch sonst dort Abends zu

erheiternden Gesprächen zu versammeln.]

[Fußnote 18: =Vers 397.=

Der Umfang des Todten-Meeres beträgt bis 6 Meilen in die Breite, und 24

in die Länge.]

[Fußnote 19: =Vers 533.=

Berscheba (der Eidesbrunnen) lag etwa 5 Meilen von der Stadt Hebron

entfernt, an der südlichen Gränze Kanaans.]

[Fußnote 20: =Vers 547.=

In Ermanglung des Vaters bestimmte Hagars Wille die Verheirathung ihres

Sohnes, welche im Morgenlande noch jetzt von dem Einfluß der Aeltern

abhängt. Selbst bei Homer sagt Achilleus ein Gleiches von seinem Vater:

Denn erhalten die Götter mich nur, und gelang’ ich zur Heimath,

Dann wird Peleus selbst ein edles Weib mir vermählen.

_Ilias_ 9ter Ges. 393 -- 394. Vers.

Die Wüste Pharan, von welcher hier die Rede ist, erstreckte sich von

dem Gebirge Seir bis zum arabischen Meerbusen, und war das Land,

welches später die Edomiter, oder Idumäer bewohnten. Es führt noch heut

zu Tage denselben Nahmen.]

[Fußnote 21: =Vers 564.=

Durch die Landschaft _Morria_ zog sich auch das Gebirge gleiches

Nahmens hin, auf dessen einer Höhe hernach Salomo den Tempel erbaute

II. Chronik 3, 1., und nach der Meinung vieler Schriftausleger

auf einer andern desselben Christus gekreuzigt worden ist.]

[Fußnote 22: =Vers 614.=

_Arba_ war der frühere Nahme von der Stadt Hebron, unweit des

Therebinthenhains Mamre, bei welchem sich Abraham zuerst niedergelassen

hatte.]

[Fußnote 23: =Vers 619.=

Die Morgenländer hielten sehr viel auf ein eigenthümliches

Erbbegräbniß, in welchem sie mit ihren Nachkommen ruhen sollten.

Abraham mußte selbes im Lande Canaan haben, darum erhandelte er es von

den Chetiten, einem canaanitischen Volksstamm. Diese Gräber bestanden

meistens aus vielen, in Felsen gehauenen Höhlen: daher Math. 27, 7.

Joh. 11, 38.]

[Fußnote 24: =Vers 630.=

Im 1. B. Moses 24. Cap. 5. und 6. Vers ist die Rede davon: ob Elieser

den Isaak nach Charan, in Mesopotamien, _zurückführen_ solle, oder

nicht? nach welchem Worte hier angenommen wird, daß er schon dort

gewesen, und in seiner Jugend die Rebekka gekannt habe.]

[Fußnote 25: =Vers 781.=

Im Morgenlande mußte die Braut nach der Verlobung gewöhnlich noch zehn

Tage in dem Hause ihrer Aeltern bleiben. Am Abende des Trauungstages

wurde sie zuerst gebadet, was noch heut zu Tage daselbst geschieht

(Siehe Arvieux III. Th. S. 255. Vergleiche 2. Korinther 11.

Epheser 5, 26) und mit einer Krone geziert, weßwegen sie כַּלֹּה

„Gekrönte“ hieß. Der Bräutigam, selber im Schmuck der schönsten Kleider

(Jes. 61), und umgeben von seinen jungen Freunden, ὑίȣς τ̀ȣ νύμφωνος,

holte sie, im Gefolge ihrer Gespielinnen, verschleiert, aus dem Hause

ihres Vaters ab, und führte sie unter Musik und Gesang, in das Haus des

seinigen. (Richter 14, 10. -- Mak. 9, 57. -- Joh 3. 9. -- Math. 9, 19.)

-- Später wurden auf 70 hölzernen Stäben Pechpfannen vorausgetragen

(Math. 25, 1); was auch jetzt noch in Arabien im Gebrauch ist. (Niebuhr

1. Theil S. 402. ~Chardin Voy.~. 1. S. 233.) Nach der Mahlzeit

wurde der Segen über das Brautpaar gesprochen, mit dem Wunsche einer

zahlreichen Nachkommenschaft. (Ruth. 2, 11.) In der Folge (wie aus

Tob. 7. 15 zu ersehen ist) legte der Vater die Rechte der Tochter in

jene des Bräutigams, und sprach den Segen, was heut zu Tage in der

Synagoge durch den Rabbiner geschieht, worauf die Braut, noch immer

verschleiert, in das Brautgemach geführt wird.]

Moses.

+Erster Gesang.+

[Fußnote 1: =Vers 2.=

Der Berg +Horeb+ (unter 28° 50′ oder 29° der Breite im peträischen

Arabien) hat an seinem Fuße ringsher einen großen Umfang, aus welchem

sich zwei Spitzen, eine südlich +Katharinenberg+ genannt, und die

andere nördlich -- welche der eigentliche Sinai der Bibel ist, und über

6000 Fuß über der Meeresfläche aufragt, erheben. (Siehe +Jahns Bibl.

Archäologie+ I. Theil S. 80.)]

[Fußnote 2: =Vers 43.=

+Jethro+, Reguels Sohn, war ein Priester, und zwar kein

abgöttischer, in dem Lande Midian, wie aus II. B. Moses 18. Cap. 12.

Vers erhellt.]

[Fußnote 3: =Vers 65.=

Josephus Flavius (~Antiquit. Jud. Lib. II. Cap. 12~) sagt: Schon

vor diesen Zeiten sey unter den Einwohnern die Sage gewesen: Gott wohne

auf dem Berge Horeb, und vor Moses habe sich kein Hirte erkühnt, seine

Schafe daselbst zu weiden.]

[Fußnote 4: =Vers 78.=

+Midian+, die Landschaft, in welche Moses floh, lag im peträischen

Arabien, an der Küste des rothen Meeres. Von dieser ist eine andere

gleiches Nahmens, zu unterscheiden, die dem Jordan gegen Morgen, nicht

weit von Arnon und Aereopolis lag]

[Fußnote 5: =Vers 89.=

Bei den Eheverlöbnissen wurden den leiblichen Brüdern der Braut

Geschenke gemacht, und dem Vater mußte ein Kaufpreis bezahlt werden.

Diese Sitte des Orients, welche nach +Niebuhrs+ Reise II. Theil,

S. 420. noch heut zu Tage üblich ist, hatten die alten Hebräer mit den

Phönikern, Griechen etc. etc. gemein. (+Herodot+ I. 196. --

+Strabo+, S. 135. -- ~Iliad.~ XI. 244.)]

[Fußnote 6: =Vers 91.=

Im II. B. Moses 2. Cap. 22. Vers, heißt es: „sie gebar ihm

einen Sohn, den er +Gerschom+ (Fremdling) hieß, weil er, wie er

sagte, ein Fremdling im Auslande sey,“ und weiter unten IV. Cap.

20. Vers: „Moses ließ seine Frau, und seine Söhne auf Eseln reiten“

u. s. w. Da aber, wie II. B. 18. Cap. erzählt wird, Jethro,

der Schwiegervater Moses, nach dem Durchzug durch das rothe Meer, zu

ihm am Horeb in der Wüste, mit dessen Gattinn Zipora und seinen zwei

Söhnen gekommen war, von welchen er den einen +Gerschom+, und den

andern +Elieser+ (Gott half) hieß, „weil der Gott seines Vaters

ihm beigestanden, und von dem Schwerte des Pharao befreit habe,“ so ist

anzunehmen, daß ihm dieser später geboren worden, und die vielfache

Zahl im IV. Cap. 20. Vers durch ein Versehen der Abschreiber in

den Text gekommen sey.]

[Fußnote 7: =Vers 108.=

Das Zerreißen der Kleider war bei den Morgenländern ein Zeigen großer

Trauer, und des +dadurch+ erregten Schmerzens.]

[Fußnote 8: =Vers 135.=

Perlen der heiligen Vorzeit Johann Ladislav Pyrker's sämmtliche Werke (3/3) · 第 15 / 38 题