Diese Tatsache ergibt sich aber ganz unausweichlich damit, daß im

Bestand des ausgewirkten Kosmos kein einziges Atom rotieren kann, wie

überhaupt im Kosmos kein einziger Körper eine Achsenrotation besitzt.

Mit einziger Ausnahme des kosmischen Zentralkörpers, der, wie wir in

unserem früher gegebenen Verzeichnis sahen, rotieren muß, weil eine

kosmische Umlaufsbewegung besteht, die als nichts anderes erklärt

werden kann, als die Ausweitung einer zentralen Rotation!

Was nun aber diese Rotation des Zentralkörpers anbetrifft, so ist zu

berücksichtigen, daß der Zentralkörper ja entstanden ist, und ferner

ist zu beachten, _wie_ er entstanden ist.

Dieses Wie? werden wir sogleich kennen lernen. Und zwar werden wir

sehen, daß schlechterdings es sich bedingt durch eine einzige erste

minimalste Auslösung von Kraft und Polarität, und durch ein zentrales

Uratom und dessen Rotation. So daß also ganz streng genommen in allem

Bereich des Kosmos und des kosmischen Systems nur ein einziges

Atom und ein einziger Körper eine Rotation hat: nämlich das zuerst

ausgelöste zentrale Uratom, und daß im übrigen aller übrige kosmische

Bestand, auch die Substanzmasse des Zentralkörpers mit seinen

Schichtungen, lediglich einen _Umlauf_ um das rotierende Zentralatom

haben, der sich in der Richtung von dessen Rotation vollzieht, von ihr

bewirkt wurde, und in Gang erhalten wird.

Schlechterdings durch ein einziges zentrales Uratom und seine Rotation

bedingt sich aller kosmische Bestand deshalb, weil alle seine Atome,

ob in ihrem noch unsubstanziellen oder substanziellen Zustand, erst

durch Schneidung, bezw. Verknüpfung zweier Richtungen von Kraft

zustandekommen; wozu zunächst unbedingt das Zustandekommen eines Atoms

vonnöten war, und zwar eines rotierenden.

* * * * *

Erfolgte also aus dem einpolar neutralen Zustand ∞ hervor ein erster

Ruck, so konnte dieser sich nur als ein allerminimalster vollziehen.

Dennoch aber war er, aus momentaner absoluter Bewegungslosigkeit des

Ein-Pols hervor entstehend, die allerintensivste Äußerung von Kraft

und dermaßen ungeheuer, daß er mit der ersten zentralen Distanze

und Dimension zugleich auch schon, mit einer allseitig _vertikalen_

Ausweitung, die äußerste kosmische Peripherie auslöste; dergestalt

indessen, daß diese ganze ungeheuere Dimension zunächst noch nicht ein

einziges Atom hatte.

Was nun aber jene erste zentrale Distanze anbetrifft, die sich im

übrigen als die erste Spannung zwischen zwei Polen darstellt, so

konnte diese -- wir werden gleich nachher den Grund erkennen -- nicht

anders als _geradlinig_ erfolgen! Denn auf dem kürzesten und zugleich

intensivsten Wege erreichte der Pol seinen Gegenpol oder setzte er ihn

aus sich heraus. Da nun aber diese erste geradlinige Zentral_dimension_

vorhanden war und zugleich mit ihr der Bereich der allseitigen

vertikalen Kraftausweitung des Urruckes bis zur kosmischen Peripherie

hin, so hatte der Pol jetzt eine Möglichkeit, zu seinem Gegenpol auch

krummlinig überzuspringen. Übrigens nach strenger Maßgabe der ersten

geradlinigen Dimension und um deren Achse herum, die ein für allemal

statisch festgehalten wurde!

Der Pol vollzog jetzt ringsherum diese krummlinigen Auslösungen, eine

dicht an der anderen, und so rundete sich ein allererstes minimalstes

elliptisches Spannungsgebilde und eine solche unsubstanzielle

Körperlichkeit in Gestalt eines zentralen Atoms. Da die krummlinigen

Auslösungen aber statisch festgehalten wurden, auch in der Reihenfolge,

wie sie von Anfang an erfolgten -- immer eine Linie dichtest an der

anderen und eine immer mit Hilfe der vorherigen! --: so mußte diese

ganze Auslösungsbewegung eine Rotationsbewegung werden und mußte das

zentrale Uratom _rotieren_; an ein und derselben Stelle und ohne seine

Lage im geringsten zu verändern.

* * * * *

Jetzt aber gelangen wir zu dem Beweis, daß der Urruck sich unter

allen Umständen zunächst geradlinig vollziehen mußte und nicht einen

Augenblick anders sich vollziehen konnte.

Nämlich auch die Rotationsbewegung des zentralen Atoms hat, genau

so wie der erste geradlinige Urruck, eine Ausweitung. Die sich in

die vorhandene vertikale (zentrifugal = zentripetale) Ausweitung und

Kraftspannung hinein bis zur Peripherie fortsetzt.

Es bestehen also jetzt im Kosmos zwei Kraftrichtungen: eine _vertikale_

(zentrifugal = zentripetale) und eine _horizontale_, eine Rotations-,

bezw. Umlaufsrichtung. Sie bleiben ein für allemal die zwei

grundtypischen Richtungen einheitlicher Kraft, Bewegung und Polarität.

Was ist nun aber anders denkbar, als daß die horizontale Ausweitung

der zentralen Rotation sich erst einen Weg brechen mußte durch die

vertikale Ausweitung? Diese Durchbrechung aber brachte überall im

kosmischen Bereich zwiepolare Brechungs- oder Verknüpfungsgebilde

zustande: die Atome! -- Zu berücksichtigen ist hierbei aber sofort, daß

diese Brechungen und Verknüpfungen am _intensivsten_ erfolgen mußten,

je näher beim rotierenden Zentralatom; denn je weiter von ihm ab und

gegen die kosmische Peripherie hin, um so mehr muß ja die Ausweitung

der zentralen Rotation an den Kraftlinien der vertikalen Ausweitung

erlahmen; so daß es denn auch ausgeschlossen ist, daß die horizontale

Ausweitung bis _ganz_ an die kosmische Peripherie herangeht. Sie

begegnet ja hier außerdem einer absoluten Grenze, an welcher mit

ungeheuerster Gewalt der vertikale Kraftreflex des Urruckes sich in

zentripetale Richtung umbiegt und zurückstaut. So daß also die äußerste

Peripherie eine kosmische Zone bedeutet, in der nicht eine Spur von

Substanz oder auch nur von unsubstanziellen _Atomen_ mehr möglich und

vorhanden ist! --

* * * * *

Wir verfolgen den großkosmogonischen Prozeß jetzt weiter.

Schon oben, in unserem Verzeichnis, vergegenwärtigten wir uns, daß je

nach der Intensität der Ausweitung der zentralen Rotation sich dieselbe

in eine Stufenfolge von Umlaufszonen gliedert, die sich ihrerseits

wieder jede in eine Anzahl von Sphären einteilt.

Die erste kosmische Region ist naturgemäß der Raum, den der

Zentralkörper einnimmt. Dieser aber kann einzig auf folgende Weise

zustandekommen.

Am intensivsten müssen die Brechungen oder Verknüpfungen, welche die

horizontale Ausweitung mit der vertikalen einging, in unmittelbarster

Nähe des rotierenden Zentralatoms sein. Und zwar kann es sich nicht

anders verhalten, als daß die Atome eins so dicht am anderen liegen,

daß, wenn überhaupt ein Zwischenraum, so doch kein hinreichender

bleibt, daß die Atome eine Eigenbewegung vermöchten. Sie können sich

daher nicht nähern oder abstoßen und also auch noch nicht sich zu

Substanz aggregieren.

So daß also in unmittelbarster Nähe des rotierenden Zentralatoms ein

unsubstanzieller Atomenring mit der Richtung der zentralen Rotation

um das Zentralatom herumkreist. Hier haben wir die vor dem Urelement

bestehende reine Atomenformation. Sie ist offenbar auf diesen Ring

beschränkt und in ihm exakt lokalisiert. In irgend einer anderen Region

des Kosmos sind aber unsubstanzielle Atome deshalb nicht denkbar und

möglich, weil überall im übrigen Kosmos viel zu große Zwischenräume

zwischen den zustandekommenden Atomen vorhanden waren, die ihnen

vollständige individuelle Bewegungsfreiheit und also allenthalben

die Möglichkeit, und zwar die mannigfaltigste, gewährten, sich zu

substanziell-elementarer Bildung zu verbinden!

Im nächsten Ring nun aber ist offenbar die horizontale Ausweitung

bereits ein klein wenig schwächer, zugleich ist der Ring naturgemäß

schon bedeutend umfangreicher. Also bleibt schon ein Zwischenraum

zwischen den Atomen; sie können sich individuell bewegen, (diese

Bewegung bedeutet in allen Fällen lediglich eine seitlich schwankende,

vibrierende, oszillierende, weil ja die Atome in allen Fällen

Konduktoren der vertikalen und horizontalen Kraftlinien und in diese

gleichsam wie Maschen eingewebt sind!), und also können sie sich jetzt

auch verbinden.

Wir haben den Ring des Urelementes vor uns; und wir hätten jetzt also

auch das Urelement exakt lokalisiert. Doch ist zu berücksichtigen, daß

das Urelement nicht auf diese kosmische Region, auf diesen zweiten

Innenring des Zentralkörpers beschränkt sein wird. Es kann auch noch an

einer anderen Stelle des Kosmos vorkommen; wenn dort wohl auch nicht

ohne eine gewisse Modifikation. Offenbar nämlich in der äußersten

kosmischen Umlaufszone, ganz in der Nähe der kosmischen Peripherie und

der reinen, nichtatomistischen Kraftreflexzone, welche diese ihrer

ganzen Natur nach darstellt. Die ungeheuere Einwirkung derselben wird

der äußersten kosmischen Substanz eine Beschaffenheit verleihen, die

der des zentralen Urelementes zum mindesten ähnlich sein wird; so daß

nun allerdings nicht mit jeder Sicherheit zu behaupten wäre, daß diese

peripherische Substanz wirklich mit dem zentralen Urelement durchaus

identisch ist.

Im übrigen wird sich das zentrale Urelement seiner Beschaffenheit

nach in der Nähe des ersten Ringes noch kaum von der unsubstanziellen

Atomenformation unterscheiden; je mehr aber nach seiner äußersten

Grenze hin wird es eine Beschaffenheit annehmen, die wir ganz entfernt

etwa mit der eines leuchtenden Edelgases vergleichen könnten; obgleich

ein solches sicherlich seinerseits schon viel zu kompliziert ist, als

daß das Urelement bereits als ein solches durchaus angesprochen werden

könnte. Wir besitzen eben keine Möglichkeit, das Urelement als solches

jemals aufzufinden oder irgend ein äußerstes, ihm nächstes der uns

bekannten und zugänglichen Elemente auf das Urelement zu reduzieren.

Weder irgend ein dem Chemiker zu Gebote stehender Grad von Kälte

noch von Hitze vermöchte jemals diese Reduktion zu bewerkstelligen.

Wenn wir etwa den sogenannten »Weltäther« zum Vergleich heranziehen

wollten, so würde uns auch nicht geholfen sein. Denn auch ihn vermag

ja der Chemiker nicht darzustellen oder zu untersuchen. Um so weniger

übrigens, als er, wie wir später noch erkennen werden, überhaupt ganz

unmöglich existieren kann!

Wir besitzen also keinerlei Möglichkeit, uns vom Urelement seiner

Beschaffenheit nach eine direkte Vorstellung zu machen. Dennoch ist

seine Existenz und ihre Lokalisation eine gänzlich unausweichliche

und sichere. -- Da die Zwischenräume zwischen den Atomen in dem

Urelementring noch so sehr geringe sind, ist es übrigens vollständig

ausgeschlossen, daß in ihm bereits elektrische, gar explosive Kräfte

vorhanden und tätig sein könnten. Dazu ist der Urelementring noch viel

zu ungeheuer intensiv. Er kreist lediglich in engster Gemeinschaft mit

dem ersten Ring um das rotierende Zentralatom.

* * * * *

Im dritten Ring, in der dritten Schichtung des Zentralkörpers ist die

Intensität der horizontalen Kraftausweitung wieder um etwas geringer;

überdies aber ist diese Schichtung noch weit umfangreicher als die

des Urelementes. Infolgedessen bleibt auch wieder ein noch größerer

Zwischenraum zwischen den Atomen. Infolgedessen können die Atome sich

auch noch freier bewegen und bereits unterschiedliche elementare

Verbindungen bewerkstelligen.

Doch ist zu bedenken, daß auch hier die Zwischenräume noch nicht

besonders große sind! Deshalb bleibt die elementare Ausbildung noch

eine eingeschränkte, und vermögen auch noch keine nennenswerten

elektrischen, gar explosiven Kräfte sich zu entwickeln, welche die

entstandene Substanz erst noch recht zu walken und zu differenzieren

vermöchten!

Dem Urelement am nächsten wird die Substanz der dritten Schichtung

diesem auch noch am ähnlichsten sein. Alsdann wird sie in Ringe von

überaus dichten Edelgasen übergehen und gegen ihre äußerste Grenze hin,

wo dann sicherlich auch zum ersten Mal elektrische Kraftäußerungen

wenigstens einen gewissen Spielraum gewinnen, wird die elementare

Ausbildung am vielseitigsten seien. Hier wird die dritte Schichtung

bereits einen sehr intensiven und dichten weißglühenden Zustand haben.

Die dritte Schichtung kreist in engster organischer Gemeinschaft mit

den beiden ersten Schichtungen um das rotierende Zentralatom.

* * * * *

Die vierte Schichtung hat wieder größere und nun schon recht

ansehnliche Zwischenräume zwischen den Atomen, und zudem ist sie

bereits außerordentlich umfangreich. (Die Ausdehnung der Schichtungen,

Sphären und Zonen steigert sich je weiter vom rotierenden Zentralatom

ab mit zunehmender Proportion!)

Jetzt endlich ist die Möglichkeit zur erschöpfendsten Ausgestaltung

der Elemente gewonnen! Außerdem erwachen mit ungeheuerster Intensität

die elektrischen und magnetischen Kräfte, walken und komplizieren die

Substanz mit gewaltigen Explosionen. --

Der sehr dicht weißglühende Zustand des dritten Ringes geht hier

zunächst in eine weniger dichte und intensive Weißglut über, die je

mehr nach der äußersten Grenze der vierten Schichtung hin um so trüber

und weniger dicht wird.

Diese vierte ist die letzte und äußerste Schichtung des nun im rohsten

fertiggewordenen Zentralkörpers. Ihre Substanz wurde sicherlich durch

die ungeheueren explosiven Vorgänge, die hier statthatten, noch weit

in die nächste kosmische Umlaufssphäre hineingetrieben und in die

Substanzmassen hinein, welche die Umlaufsintensität dort zur Ausbildung

gebracht hatte. Indessen mit der Zeit mußte die gewaltig kontrahierende

Rotationsintensität des Zentralkörpers diese Explosionen stillen

und die Substanz des Zentralkörpers endgültig von der der nächsten

kosmischen Umlaufssphäre scheiden. Sie tat das in immer stärkerem

Grade, d. h. die Oberfläche des Zentralkörpers zog sich immer mehr

zusammen und wurde immer dichter und schließlich hart. So weit dies

die ungeheuere Dichtigkeit der innersten Schichtungen zuließ. (Von

unvorstellbarer Dichtigkeit ist aber ganz besonders die erste und die

zweite innere Schicht des Zentralkörpers. Auch die dritte Schichtung

wird noch überaus widerstandskräftig sein und selbst noch die ihr

nächsten Ringe der obersten Schichtung.

So mußte also der Zentralkörper eine harte Oberfläche erhalten. Auf

der dann die Elemente mit der Zeit Gelegenheit zu ihrer äußersten und

feinsten, will sagen organischen Ausbildung gewannen.

* * * * *

Die nächste kosmische Region -- gleich gesagt: sie enthält die

Umlaufssphären von Mond und Sonne (Venus und Merkur sind die »Monde«

der letzteren) -- war nun schon dermaßen umfangreich, daß die

Ausbildung der Substanz einen anderen, ungleich weniger intensiven und

komprimierten Charakter annehmen mußte, als in den vier Schichtungen

des Zentralkörpers!

Nämlich die Zwischenräume, nicht nur zwischen den einzelnen Atomen,

sondern besonders auch zwischen den einzelnen, sehr leichten

Atom_massen_, waren hier bereits so überaus große, daß die Atome

einer anderen, indirekteren, weniger intensiven und elementreichen

substanziellen Ausbildung unterlagen.

Diese erfolgte zunächst dergestalt, daß die Umlaufsintensität -- wir

fassen vorderhand die Mondsphäre und die Ausbildung des Mondes ins

Auge -- die Atommassen der Sphäre mehr und mehr zusammenzog und nach

einer Stelle der Sphäre hin zu einem zunächst amorphen, lockeren aber

zusammenhängenden Nebel zusammendrängte. Das ist ein Prozeß, der in

allen kosmischen Sphären und Zonen im wesentlichen der gleiche ist!

Je mehr nun aber diese Zusammendrängung vor sich schritt, um so mehr

suchten ihr die Atome, die an und für sich die Tendenz haben, ihren

jetzt so überaus großen Spielraum zu freiester individueller Bewegung

auszunützen, eine Repulsion entgegen! Da indessen die kontraktive

Umlaufsintensität der Sphäre -- die in diesem Falle überdies noch

eine ganz besonders kräftige ist! -- die Oberhand hat und behält, so

wird der Nebel immer dichter zusammengedrängt; der jetzt vorhandene

Wechselrhythmus einer Kontraktion von außen und einer Repulsion von

innen aber muß zu einer immer stärkeren Verdickung und Zusammenpressung

der Substanz in der Mitte des Nebels führen. Dadurch gewinnt die

Repulsion aber erst ihre ganze Kraft und Stetigkeit, und so geschieht

es, daß der Nebel die regelmäßige Gestaltung einer _Linse_ annimmt! --

Doch die zentrale Verdickung -- es kann übrigens nicht anders sein,

als daß angesichts des Kontraktions- und Repulsionsrhythmus ihre

Gestalt eine zunächst sehr ausgeprägt _elliptische_ ist! -- nimmt

immer mehr zu, rundet sich immer mehr und gewinnt an Kraft und Dichte.

So kommt es, daß jetzt innerhalb ihres Umfanges analoge elementare

Differenzierungen möglich werden, wie im Umfang des Zentralkörpers;

wenn auch bedeutend weniger komplizierte und feine, da ja doch der

ganze Ausbildungsprozeß hier ein so bedeutend anderer ist, und da im

Zentralkörper auch keinerlei Repulsion der Atome stören kann!

Weiter aber muß, je mehr die mittlere Verdickung Kugelform annimmt,

infolge auch des immer kräftiger werdenden kontraktiv-repulsiven

Rhythmus, die Linsenform des Nebels in eine Spindelform übergehen!

Die beiden langen, schmalen Spindelenden werden dann aber von der

Umlaufsintensität der Sphäre wieder spiralig um den Mittelkörper

herumgelegt. (So, daß die Bildung des Nebels äußerlich, da sicherlich

die einzelnen Windungen der Spirale durch feine Substanzübergänge

miteinander verbunden sein werden, wieder die Form einer Linse zu

haben scheint). Da nun in dem Falle, den wir hier im Auge haben,

die Umlaufsintensität noch eine sehr kräftige ist, so geschieht es,

daß die Spiralwindungen der Spindelenden noch ganz sich mit dem

Mittelkörper vereinen und von ihm absorbiert werden. So ist der Mond

zustandegekommen. Die weiterwirkende Intensität seiner Umlaufssphäre

vermochte ihn, den einstmals sehr intensiv feurigen -- unbedingt muß er

noch feuriger gewesen sein, als es heute noch die Sonne ist! -- noch

sehr scharf zu härten, obgleich die Mondoberfläche sicherlich nicht so

hart sein kann, wie die der Erde, des kosmischen Zentralkörpers!

* * * * *

Die Entstehung der Körper und Systeme ist in allem kosmischen Bereich

notwendigerweise im _wesentlichen_ die gleiche wie die, die wir

soeben beschrieben und festgestellt haben; indessen ereignen sich,

je mehr nach der kosmischen Peripherie hin, begreiflicherweise um so

mehr Modifikationen! Das erweist sich bereits an der Sonne und ihrer

Entstehung.

Die Intensität der Sonnensphäre ist wieder eine schwächere als die der

Mondsphäre; außerdem ist sie räumlich weit ausgedehnter. Also wurde

eine ganz besonders große Menge von Atomenmassen zusammengetrieben.

Die Ausbildung des Nebels erfolgte genau wie die des Mondnebels. Doch

bereits mit dem Unterschiede, daß der kontraktiv-repulsive Rhythmus

nicht alle Substanz zu _einem_ Körper zusammenzuziehen vermochte!

Sondern es konnten sich in den Spiralwindungen der Spindel zwei

Nebenzentren -- Venus und Merkur -- selbständig ausbilden. Und nicht

genug damit, vermochte die Sonne -- die übrigens auch ihrerseits

noch nicht völlig kontrahiert ist! -- den übrigen Rest des Nebels

nicht ganz sich anzugliedern. Er besteht noch heute in der Gestalt

des Zodiakallichtes mit seinem Gegenscheinring. Die Struktur des

Zodiakallichtes läßt noch hinreichend deutlich die Spiralen der beiden

Spindelenden erkennen. Die sogenannte »Korona« aber ist der Teil des

Nebels, mit dem er in den eigentlichen Sonnenkörper übergeht. Was sich

kennzeichnet durch die der Korona dem Zodiakallicht gegenüber eignende

größere Dichtigkeit und intensivere Leuchtkraft!

* * * * *

Je mehr nun nach der kosmischen Peripherie hin, um so mehr müssen

begreiflicherweise die Mittelkörper an Kraft verlieren, sich alle

ihre Substanz -- die übrigens immer leichter und kühler wird! --

einzugliedern. Es nimmt also die Ausbildung der Nebenzentren immer

mehr überhand. So hat z. B. Jupiter bereits 8 Trabanten, Saturn, vom

Ring abgesehen, gar zehn. Außerdem konnten sich selbständig die so

außerordentlich zahlreichen Planetoiden bilden, die je weiter gegen

Neptun hinauf immer zahlreicher werden!

Aber wir können hier auf das alles leider nicht weiter eingehen, weil

der sonstige Inhalt dieser Arbeit das verbietet.

Vergegenwärtigen wir uns übrigens, was wir gewonnen haben!

Offenbar, da nach Maßgabe der Entwicklungstatsache und der einer

einheitlichen zentralen Kraft und Polarität unsere Deduktion der

kosmischen Entwicklung vom Urzustand ∞ aus in einer unantastbar streng

geschlossenen Logik steht, endlich eine endgültig exakte kosmogonische

Anschauung!

Und zwar eine, die schlechterdings keinen einzigen ihrer Bestandteile

mehr unerklärt läßt!

Wir verstehen jetzt vollständig den kosmischen Zentralkörper; und

außerdem verstehen wir das Zustandekommen der Untersysteme bis ins

geringste hinein! Es bleibt hier auch keine fingerbreite Lücke mehr!

Wir haben das Zustandekommen der Mittelkörper sowohl wie der Trabanten

vollständig verstanden und restlos erklärt! Auch der Umlauf der

Trabanten ist restlos erklärt! Wir verstehen sofort, daß er in der

Mechanik der Bewegung erfolgt, mit welcher die kontraktive Wirkung

der jeweiligen sphärischen Umlaufsintensität die Spindelenden um

den Mittelkörper herum legte; und wir verstehen, daß der Umlauf

in Gang gehalten wird durch die weitere Andauer der sphärischen

Umlaufsintensität; während die vom Mittelkörper her erfolgende

Repulsion die Trabanten in Distanze, d. h. die sphärische Kontraktion

in Schach hält. (Übrigens setzen auch die Trabanten begreiflicherweise

der sphärischen Kontraktion eine Repulsion entgegen!)

Aber noch eins verdient hier Erwähnung! Daß nämlich erstlich das

Newtonsche Gravitationsgesetz auf die kosmischen Körper, mit einziger

Ausnahme des Zentralkörpers, keine Anwendung mehr finden kann! Es

eignet den Körpern ja lediglich eine _Repulsionskraft_, da ihre Atome

durchaus die Tendenz behalten, frei zu schweifen. Man könnte höchstens

von einer von _außen_, von der sphärischen Umlaufsintensität her

erfolgenden Gravitation sprechen. -- Dagegen besitzt der Zentralkörper,

die Erde, allerdings eine Gravitation. Wenn aber die Erscheinung der

Gravitation bisher bekanntermaßen wohl beschrieben, aber noch niemals

erklärt werden konnte, so sind wir sofort in der Lage jetzt diese

Erklärung zu leisten. Nämlich von der Rotation des Zentralkörpers und

ihrer gewaltigen kontraktiven Intensität aus!

Religion und Kosmos · 第 3 / 6 段