IV. Studien nach der Natur.

~La vue de la beauté ne produit jamais des transports pour ceux qui

ne la connaissent pas; elle ne parle qu’aux initiés.~

~Couture.~

Wer nach Bewältigung der bedeutenderen technischen Schwierigkeiten

hinaus in’s Freie geht, um nach der Natur zu malen, versäume vor

allen Dingen nicht, sich vorher wenigstens mit den Grundzügen der

Linear-Perspektive bekannt zu machen. Wenn dieselbe auch für rein

landschaftliche Vorwürfe kaum in Betracht kommt, so kommen doch in

malerischen, landschaftlichen Motiven sehr häufig Architekturstücke,

wie nicht minder Motive, und häufig sehr reizvolle vor, wo die

Architektur Haupt-, die Landschaft Nebensache ist und welche, wenn

ohne besondere Rücksicht auf Perspektive gezeichnet, den Beschauer,

besonders aber den Kenner, in nicht geringem Grade beleidigen, und die

Arbeit überhaupt werthlos machen würden. Obgleich bei sehr genauer

Beachtung der Winkel und Linien an einfacheren architektonischen

Motiven die Perspektive immerhin gewahrt erscheinen wird, so kommen

hierbei doch auch andere wesentliche Dinge in Betracht, welche der

Zeichner kennen muß, und ist somit die Aneignung der leitenden

Gesichtspunkte der Perspektive nicht zu umgehen. Für den gewöhnlichen

Bedarf genügt schon, wenn der Anfänger das, was er in dem „Illustrirten

Zeichenbuch“ (Leipzig, Spamer) über diese Wissenschaft findet,

beherzigt und sich zu eigen macht, ganz vollständig. Ein neueres sehr

zu empfehlendes und umfassenderes Werk ist: +Hetsch+: Anleitung zum

Studium der Perspektive. Wer aber noch weiter in dieses interessante

Studium einzudringen für wünschenswerth erachten sollte, der wird

in +Schreiber+: „Lehrbuch der Perspektive“, einem der anschaulichst

geschriebenen Werke über diesen Gegenstand, alle nur irgend

erforderliche Belehrung finden und in Folge der letzteren Vieles anders

und richtig beurtheilen. Indessen verzweifle der Lernende nicht, wenn

ihm einmal ein Kenner -- es gibt deren, die dies als Specialität

treiben -- mit hochwichtiger Miene und etwas spitzem Tone eine kleine

Versündigung gegen die Perspektive nachweist, umsoweniger als auch

in Bildern von Malern von Profession solche kleine Schnitzer hin und

wieder vorkommen, und auf den meisten Ausstellungen sich zahlreiche

Vergehen gegen Perspective auffinden lassen, was aber deßwegen doch

nicht als Entschuldigung gelten kann. Er suche daher dergleichen in

Zukunft zu vermeiden, was durch Aufmerksamkeit und Studium nicht so

schwierig ist. Was die sonstige Ausrüstung zum Studienmalen betrifft,

so bedarf man, außer einem, diesem Zwecke entsprechenden, Farbenkasten

nebst Zubehör, ein Wassergefäß, einen Feldstuhl, deren man jetzt sehr

praktische hat, welche zusammengelegt als Spazierstock dienen, eine

Mappe in Groß Quart Format aus starkem Pappdeckel deren innere Seite

zugleich zur Anheftung des Papieres dient, Heftnägel, etwas Löschpapier

und Aquarellpapier von +verschiedenem+ Format. Ich sage ausdrücklich

von verschiedenem Format, weil Skizzen auf einem und demselben Format

in größerer Zahl unsäglich langweilig anmuthen, wie gut sie auch sonst

ausgeführt sein mögen und Abwechselung im Format auch aus äußeren

Gründen vortheilhaft erscheint. Wesentlich ist ferner, das Format

nicht zu klein zu halten, da eine freie Pinselführung bei beengtem

Raume absolut unmöglich ist. Man theile den Bogen wenigstens in vier,

höchstens aber in acht Theile. Größeres Format als ersteres ist aus

verschiedenen Gründen nicht zu empfehlen. Man hat auch sogenannte

Blockbücher, welche aber vor der Mappe keine nennenswerthen Vorzüge

haben, dagegen an das Format binden.

Zunächst wird nun der Anfänger nicht selten darüber mit sich uneinig

sein, was er von den ihm an beliebigem Punkte vielleicht zahlreich

zu Gebote stehenden Motiven als Gegenstand seiner Studie wählen

soll, sowie auch die weitere Frage sich aufwerfen wird, wie viel

von der gewählten Gegend etc. etc. zu Papier gebracht werden soll.

Hier kann ich nur rathen: Vorerst nicht zu viel oder zu vielerlei

und nicht allzuviel Farbe, aber nicht zu kleines Format. Wenn

dieser Rath nun auch für den Anfang vollständig ausreicht, so wird

in der Folge doch das Bedürfniß einer etwas bestimmteren Angabe

hinsichtlich der einer Studie zuzumessenden Ausdehnung sich fühlbar

machen, obgleich derjenige, welcher Geschmack besitzt oder schon

viele bildliche Darstellungen mit Verständniß betrachtet hat, über

das Maaß des Aufzunehmenden kaum in Verlegenheit gerathen möchte. Es

existiren hierüber ganz spezielle Vorschriften mit genauer Angabe der

Winkel. Es dürfte aber im Allgemeinen festzuhalten sein, immer nur

so viel von dem Motiv innerhalb des Rahmens des Bildes zu bringen,

als man ohne den Kopf drehen zu müssen, bequem übersehen kann, was

als äußerste Grenze den sechsten Theil des Kreises beträgt. Weiter

ausgedehnte Darstellungen gestalten sich zu Panoramen oder auch zu

Zerrbildern. Nach Charles Blanc (~Grammaire des arts du dessin~) lehrt

die Erfahrung, daß jeder Gegenstand nur dann am besten mit einem

Blick übersehen werden kann, wenn der Abstand des Beschauers etwa das

dreifache Maaß der größten Ausdehnung des betreffenden Objekts beträgt.

Angenommen also, ein Fenster sei einen Meter breit, so würde im Zimmer

bei drei Meter Abstand, die Aussicht aus diesem Fenster am besten

mit einem Blick zu übersehen sein. Der Maler wird innerhalb dieses

Gesichtskreises ein seinem Zwecke entsprechendes Rechteck wählen.

Während dem Portraitmaler das aufrechtstehende Format besser zusagt,

wird der Landschafter meist das breite Format wählen, ohne ersteres

auszuschließen, was sogar bei architektonischen Motiven häufigere

Verwendung findet. Das Format muss überhaupt der Darstellung angepaßt

sein und ist besonders darauf zu sehen, daß die Hauptgruppe nicht zu

nahe an den Rand tritt. Im Allgemeinen ist aber festzuhalten, daß die

Längenausdehnung die Breite nicht um das Doppelte überschreiten darf.

Eine andere Vorschrift über die äußerste Grenze der Ausdehnung der

Zeichnung ist folgende. Vom Standpunkte aus, von welchem man die Studie

aufnehmen will, gehe man nach einem der Mitte des Bildes entsprechenden

Punkte, welcher den unteren Rand des Bildes gerade noch berühren soll.

Angenommen nun, dies seien zehn Schritte, so geht man diesem letzteren

Punkt fünf Schritte nach rechts, bezeichnet die Stelle, etwa mit einem

eingesteckten Stock etc. etc. und verfährt in derselben Weise nach der

linken Seite hin. Begibt man sich nunmehr auf den gewählten Standpunkt

zurück, so kann von demselben aus alles, was von der Gegend zwischen

die beiden bezeichneten Stellen fällt, gezeichnet werden; in der Regel

wird man sich indessen an kleinere Dimensionen halten. Die Entfernung

von dem zu zeichnenden Objekt soll immer etwas größer sein, als die

größte Ausdehnung desselben. Weit ausladende Dinge, wie Bäume u. dgl.

beanspruchen noch größere Entfernung um in richtigen Verhältnissen

gesehen zu werden. Zu nahe an das Auge herantretende Dinge wirken

unangenehm und auf ein fein gebildetes Auge sogar beleidigend. Zur

Beurtheilung dessen, was im Bilde schön ist, möchte ich dem Lernenden

die Anschaffung eines schwarzen Spiegels und zwar eines viereckigen

-- +nicht+ runden -- empfehlen. Man bekommt dieselben in den größeren

Städten bei den Optikern, gewöhnlich in Etui und in Größen, welche

sich ohne Unbequemlichkeit in der Tasche unterbringen lassen. Diese

Spiegel verkleinern und kann man jedes beliebige Theil der Gegend

darin gleichsam als Miniaturbild im Rahmen betrachten und derjenige,

dessen Auge im sofortigen Erkennen der Schönheit landwirthschaftlicher

Motive noch weniger geübt ist, wird durch den schwarzen Spiegel manches

des Malens werth finden, was sich außerdem seiner Beachtung gänzlich

entzogen hätte. Als theilweiser und billiger Ersatz dieser Spiegel

können auch aus Pappendeckel ausgeschnittene Rähmchen dienen; die

schwarzen Spiegel haben aber den weiteren, für Anfänger in Betracht

kommenden Vortheil, daß sie das Detail weniger scharf hervortreten

lassen, als es ein gutes Auge erblickt und andrerseits die Farben etwas

abtönen. Durch diese Verminderung der Helligkeit werden bei nicht zu

schwacher Beleuchtung zugleich die Contrastfarben lebhafter sichtbar

und hierdurch sehr brauchbare Fingerzeige für die anzuwendenden Töne

gewonnen. Die Schwarzspiegel besitzen indessen die unter Umständen

störende Eigenthümlichkeit, daß sie bei bestimmter Stellung das

polarisirte Licht nicht reflektiren, wodurch das Bild unwahr wird, und

beispielsweise kann hierdurch bedingt ein dem Auge duftig erscheinender

Theil der Landschaft unter gewissen Umständen sich weniger duftig, wenn

nicht absolut klar abspiegeln, was bei dem Gebrauche dieser Spiegel

zu beobachten ist. Um diese störenden Polarisationserscheinungen

auszuschließen, räth W. v. Bezold in seiner Farbenlehre zur Anwendung

eines anderen Hilfsmittels. Dies besteht darin, daß man ganz feine

kreisrunde Oeffnungen in einem dunklen Schirm dicht vor das Auge hält

und so den einfallenden Lichtbüschel verkleinert. Um diese Wirkung

beliebig verstärken und abschwächen zu können, bringt man in eine

kleine Scheibe eine Anzahl solcher Oeffnungen von verschiedenem

Durchmesser an. Diese kleine Scheibe ist vor einer anderen Scheibe

in der Weise drehbar, daß bald die eine bald die andere der kleinen

Oeffnungen vor das ebenfalls durchbohrte Centrum der letzteren gebracht

werden kann. Ein kurzes, innen geschwärztes Rohr dient dazu das

seitliche Licht abzuhalten. Betrachtet man mit diesem dem Ocular eines

Microscops ähnlichen Instrument eine Landschaft, so kann man durch

Drehung der kleinen Scheibe leicht jene Oeffnung ausfindig machen,

durch welche die Gegend die günstigste Farbenwirkung zeigt.

Da bei landschaftlichen Darstellungen die Höhe des Horizonts,

beziehungsweise der Horizontallinie von großer Wichtigkeit ist und

bestimmten Gesetzen unterliegt, so will ich zur oberflächlichen

Orientirung des Anfängers anführen, daß dessen Höhe von der Art

des Terrains, wie nicht minder von dem Standpunkte des Zeichners

abhängig ist. Ist die Gegend mehr oder weniger eben und nimmt auch der

Zeichner keinen wesentlich höheren Standpunkt ein, so kann die Linie

des Horizonts etwa das untere Fünftel bis zu höchstens einem Viertel

der für das Bild bestimmten Fläche einschließen. Ist das Terrain

aber wellenförmig oder zeichnet man von den unteren Fenstern eines

Hauses, von einem Wagen oder ähnlichen mäßig erhöhten Punkte aus, so

kann der Horizont das untere Drittel einschließen. Ist endlich die

Gegend gebirgig und etwa ein See vorhanden, oder ist der Standpunkt

ein hoch gelegener, in welchem Falle darauf zu achten ist, daß nicht

Theile der Ferne von nahe gelegenen Gegenständen verdeckt werden,

so kann die Horizontallinie bis in die Hälfte des Bildes steigen. Es

ist alsdann aber wünschenswerth, diese Grenze nicht, oder wenigstens

nicht wesentlich zu übersteigen, da in solchem Falle eine Ansicht

aus der Vogelperspektive entstehen würde. Hat man die Höhe der

Horizontallinie durch eine zarte Linie angedeutet, so beginne man mit

dem Zeichnen vom Mittelpunkt am Horizont aus und von da nach links und

rechts. Vielleicht erscheint eine noch etwas eingehendere Darstellung

wünschenswerth.

Das Studium des Horizonts bietet im Allgemeinen bei anscheinend

größter Einfachheit dennoch mancherlei Schwieriges, was durch

gewissenhaftes Zeichnen nach der Natur am besten überwunden werden

kann. Die Bestimmung des Horizonts auf dem anzufertigenden Bilde

ist die erste Aufgabe des Zeichners. Das Hinaufrücken des Horizonts

macht das Bild lebendiger und unruhiger, das Senken desselben macht

ruhiger, manchmal aber auch monoton. Der Horizont wird mittelst einer

durch die Bildfläche gezogenen, wagerechten Linie bestimmt. In der

Landschaft unterliegt seine Anordnung in der Regel keiner besonderen

Schwierigkeit. In den meisten Fällen befindet er sich zwischen dem

ersten und zweiten Viertel der Bildhöhe, doch haben einige bedeutende

niederländische Landschafter, bei Seeufern und Wasserflächen, denselben

auf ein Fünftel der Bildhöhe herabgedrückt. Bei reizloser Ferne, aber

schönem Vordergrund ist dies allerdings sehr wünschenswerth, aber eine

derartige Auffassung erfordert sorgfältigstes Detail im Vordergrund

und brillante Technik. Das bewegte Meer erfordert etwas höheren

Horizont, etwa drei Zehntel der Bildhöhe (auch ein wenig höher). --

Von diesem Punkte aber bis zur Bildhälfte erfordert jede Bestimmung der

Horizont-Linie reifliche Erwägung. Ist der Horizont von zwei Zehntel

mit einer Parterreaussicht zu vergleichen, so kann drei Zehntel die

Aussicht aus dem ersten und vier Zehntel die aus dem zweiten Stocke

eines Hauses repräsentiren und kann demgemäß das Bild durch die Wahl

je nach Umständen sehr gewinnen oder sehr verlieren. Die Mehrzahl der

Niederländer (Rubens) bewegen sich übrigens zwischen drei und vier

Zehntel der Bildhöhe, während Italiener und Franzosen, so Carracci,

Poussin, Claude Lorrain, G. Dughet und andere durchschnittlich sich

ein wenig höher hielten, bis etwa gut vier Zehntel. Ein das Bild

halbirender Horizont würde in der Ebene oder für das Seeufer höchst

ungünstig wirken, gestattet aber Anwendung im Hochgebirge, überhaupt

da, wo die Gegenstände über das beschauende Auge hinaufreichen.

Nur wenige Maler sind über diese Linie hinausgegangen und zwar

Saftleven welcher in seinen aus bedeutenden Höhen aufgenommenen

Rheingegenden den Horizont bis in das sechste Zehntel der Bildhöhe

hinaufgerückt hat, und Salvator Rosa, welcher in seinen wild grotesken

Landschaften sogar das siebente Zehntel erreicht hat. Ueber diesen

Punkt scheint bis jetzt kein Meister der Landschaft gelangt zu sein,

doch ist derselbe in neuerer Zeit für Schluchten, Wasserfälle und

etwas abenteuerliche Formen hier und da wieder aufgenommen worden,

während jedoch im Allgemeinen die Landschafter der Jetztzeit ziemlich

übereinstimmend den Horizont nach der Weise der Niederländer legen.

Ganz anders verhält es sich im Stillleben. Hier kommt es darauf an,

die dargestellten Gegenstände mehr unter die Augen zu bringen und wird

deßhalb der Horizont bei derartigen Darstellungen seit Rubens in das

+obere+ Viertel der Bildhöhe gelegt.

Im Portrait, Genre und Historienbild gestaltet sich die Bestimmung des

Horizonts schwieriger, weßhalb auch die Auffassung hier selbst unter

bedeutenden Künstlern eine mehr oder weniger verschiedene ist. Was

das Portrait, und speziell das Brustbild betrifft, so haben Rafael

und nach ihm Holbein, Van Dyck und andere deutsche Maler den Horizont

in die +Schulterhöhe+ gelegt, während die Venetianer durchweg den

Augenpunkt tiefer, nämlich etwas unter die Brusthöhe gelegt haben, was

ihren Portraits eine sehr energische Wirkung verleiht. Im Kniestück

dagegen wird von den Heroen der Malerei, den Venetianern, welche diese

Form hauptsächlich pflegten, wie von Rubens, Rembrandt und Velasquez

ziemlich übereinstimmend der Horizont in die Höhe des Ellenbogens

gelegt.

Die Behandlung des Portrait in ganzer Figur ist insoferne mißlich, als

aus perspektivischen Rücksichten die +genaue+ Höhe der Figur nicht

gegeben werden kann, indem bei geometrisch richtigem Auftrag sich die

Vorsprünge der Füße und des Kinnes perspektivisch der Gesammtlänge

zulegen, und etwas Fremdartiges, an’s Kolossale streifendes, wenn auch

großartiges Ansehen verleihen, was die betreffenden Darstellungen

der Venetianer bestätigen. Van Dyck umging diese Unannehmlichkeit,

indem er die Figuren etwas verkleinerte, den Horizont etwas unter

die Mitte des Körpers legte, und die Gestalten so darstellte, als

stünden solche auf einem Podium, eine Auffassung, welche mehr Anhänger

gefunden hat, als die Darstellungen der Italiener. In den statuarischen

Gestalten Michel Angelo’s in der Sixtina, hat derselbe, wie auch in

den übrigen Deckengemälden, einen sehr tiefen, manchmal bis an die

Grundlinie herabgerückten Horizont gewählt. Was das Historienbild

anlangt, so hat Rafael in seinen Fresken im Vatikan durchschnittlich

den Horizont in vier Zehntel Höhe gelegt, was +im Allgemeinen+ als

maßgebend gelten kann. Paul Veronese nahm auf seinen Prunkbildern

zwei Horizonte an, einen für die Decke und einen für den Fußboden,

welche er um ein Drittel einer Figuren-Länge auseinanderhielt, aber

so, daß die Augenpunkte beider in +einer+ Vertikalen lagen. Durch

+vollständige+ Ausfüllung des Mittelgrundes mit Figuren ist dieser

Betrug sehr schwer zu sehen und kann erst durch Anlage von Linealen

konstatirt werden. Rubens wechselt bezüglich der Lage des Horizonts

und hat sich zwischen dem tiefsten Horizont bis zu seinem höchsten,

welcher etwa sechs Zehntel der Bildhöhe beträgt, abwechselnd bewegt.

Letzteren wählte er häufig bei sehr lebendigen Darstellungen. Rembrandt

hat sich in dieser Beziehung ebenfalls an keine Regel gehalten und

alle Lagen des Horizontes durch angewendet, während Rubens Nachfolger,

Teniers, Ostade, Terburg, Mieris, und andere mehr den hohen Horizont

kultivirten, und denselben häufig etwas über die Mittellinie

hinaufrückten. Correggio endlich legte in seinen Kuppelbildern sowohl

Horizont, wie Augenpunkt in den Scheitelpunkt des Gewölbes, die

sogenannte Froschperspektive, bei welcher die Ansicht so erscheint,

wie sie sich dem auf dem Rücken liegenden und in den geöffneten Himmel

blickenden Beschauer darstellen würde, eine Auffassungsweise welche

ungeheuren Beifall fand, aber trotz ihrer wissenschaftlichen Begründung

dennoch vielfältig abfällig beurtheilt worden ist.

Was man überhaupt zur Studie wählt, zeichne man stets von der

charakteristischsten Seite, d. h. von einem Punkte aus, welcher

die wesentlichsten oder malerischsten Seiten des Motivs und die

harmonischsten Linien bietet. Der Anfänger ist sodann, besonders bei

scharfem Auge, darauf aufmerksam zu machen, nicht zu sehr in das Detail

einzugehen. Bei schwächerem Gesicht kommt dies weniger in Betracht. Wer

aber sehr scharf sieht, der gewöhne sich nur soviel zu geben, als er

ohne Anstrengung mit leichtem Blinzeln sehen kann, was nicht allein für

die Zeichnung, sondern auch, ganz besonders in den späteren Stadien,

für die Farbe gilt.

In vielen Fällen wird der Anfänger bei seinen ersten Studien nach

der Natur sich in Betreff seiner Leistungen recht wenig befriedigt

fühlen, selbst wenn er schon recht lobenswerthe Copien nach Gemälden

zu Stande gebracht und sich auch jetzt große Mühe gegeben hat. Diese

Studien werden in der Regel eigenthümlich zahm und flau ausfallen. Es

rührt die unerfreuliche Wirkung theilweise daher, daß der Lernende

noch wenig an das richtige Sehen gewohnt ist, und sich vielfach von

seiner persönlichen Kenntniß mancher Localfarben hat leiten lassen,

theilweise daher, daß er viele Farbentöne geringerer Dimensionen, sogar

vielleicht zahlreiche Contraste in Licht und Schatten ganz übersehen,

oder mindestens unbeachtet gelassen hat, theilweise endlich auf der

Unkenntniß verschiedener bei der Composition in Betracht kommender

Dinge. Die Bilder, welche er seither kopirte, hatten diese Mängel,

besonders die zuletzt angezogenen nicht, weil die Maler der Originale

recht gut wußten, warum sie diese oder jene Farbe angebracht hatten,

oder warum sie hier dunkle Massen und dort helle Lichter scheinbar

absichtslos eingesetzt hatten.

Da das Sehen theils auf sinnlichen, theils auf geistigen Thätigkeiten

beruht, so bedarf es nicht unbedeutender Aufmerksamkeit, um diese

verschiedenen Eindrücke zu trennen, weßhalb sich alle Anfänger in

ihren Erstlingsstudien durch Nichtbeachtung dieser Verhältnisse

kenntlich machen. Ganz derselben Erscheinung begegnen wir in den

Darstellungen des Mittelalters, auf dessen Landschaften zahlreiche

Dinge verzeichnet sind, welche von dem Standpunkt des Künstlers gar

nicht gesehen werden konnten, von deren Dasein aber derselbe Kenntniß

hatte. Aus der Liebhaberei solche Dinge darzustellen, entstand die

in den Bildern jener Zeiten so häufige Vogelperspektive, sowie die

überhöhten Berge, Burgen und Thürme etc. etc. Abgesehen von diesem

Punkte täuscht sich der Anfänger aber auch in sehr bedenklicher Weise

in Bezug auf den Sättigungsgrad der Farbe, weßhalb er geneigt ist, alle

Dinge, deren Farben er kennt, ohne Rücksicht auf die Entfernung in

deren Lokalfarbe wiederzugeben, oder in anderen Worten ohne Rücksicht

auf die Luftperspektive, nur mit Hilfe des Gedächtnisses zu malen.

Der Anfänger muß daher alle Erinnerungen an Lokalfarben zu meiden

suchen und vielmehr seine Bestrebungen darauf richten, den verlangten

Ton gleich zu sehen. Aber auch für die nächste Nähe gilt es richtig

sehen zu lernen und nicht die Veränderungen zu ignoriren, welche die

Lokalfarben durch Schatten, eigenthümliche Beleuchtung, Reflexlichter

etc. etc. erlitten haben. Wie früher erwähnt, bewahrt der schwarze

Spiegel vor Täuschungen dieser Art, allein es kommt nun noch eine

Reihe anderer Täuschungen in Betracht, welche aus der Contrastwirkung

resultiren. Der Maler muß sich aber mit diesen letzteren so vertraut

machen, daß er sowohl die Einflüsse derselben in der Landschaft etc.

sofort zu erkennen, so wie andererseits sich derselben bei der Arbeit

behufs Erzeugung gewisser Effekte zu bedienen im Stande ist. Ein heller

von der untergehenden Sonne beschienener Felsen wird sich dem Beschauer

als orangefarbig mit tiefen blauen Schatten bemerkbar machen, und ohne

Berücksichtigung der Contrastwirkung wird der Skizzirende jedenfalls

die beleuchteten Theile zu gelb und die im Schatten liegenden zu

blau halten, was hart und unwahr wirkt. Dies rührt daher, daß der

Unterschied der beiden Farben durch Contrastwirkung ohnehin schon

vergrößert ist, und werden die Farben nunmehr unter diesem Einflusse

zu Papier gebracht, so wird der Contrast durch die bereits verstärkte

Farbengebung abermals bedeutend vergrößert.

In ersten Studien ist häufig die Ferne zu grün, zu braun oder zu

detaillirt, während der Mittel- und Vordergrund schwach und matt

in Farbe sind. Nehmen wir an, die Studie repräsentire eine graue

Felsenpartie. Die Felsen sind allerdings grau, aber bei aufmerksamer

Betrachtung zeigt die Natur nicht ein eintöniges Grau, sondern noch

viele andere, mitunter recht warme Farbentöne, welche ganz übersehen

worden sind. Die umgebende Vegetation ist zwar grün, aber von weit

größerer Verschiedenheit im Ton, und auf einem Baumstamme sind die

verschiedensten Farbentöne, so wie vielleicht die hellen Lichter

ebenfalls übersehen. Dasselbe gilt wahrscheinlich vom Wege. Die Ferne

ist deßhalb zu grün gerathen, weil der Anfänger mehr seiner Kenntniß

der Farbe des Laubes als seinem Auge gefolgt sein wird etc. etc. Vor

allen Dingen muß der Lernende sich daher daran gewöhnen, +richtig+

zu +sehen+ und andrerseits lernen, etwas mehr die +Kunst+ zu Hülfe

zu nehmen. Der Glanz des Lichts ist mit den uns zu Gebot stehenden

Farben nicht zu erreichen, weßhalb wir das, was uns in dieser Richtung

abgeht, durch künstliche Mittel und Effekte, namentlich durch kräftige

Farbenwirkung auszugleichen suchen müssen. Wer mit diesen Mitteln

vertraut ist, vermag dann, durch Einsetzen einiger Effekte, aus

einer vielleicht recht faden Skizze ein des Ansehens werthes Bild zu

schaffen. Theaterdekorationen beruhen lediglich auf derartigen Effekten

und aufmerksame Betrachtung derselben kann dem Beschauer manchen Wink

für seine Studien geben, da sie breit, sehr breit behandelt sind,

Vollendung, welche hier ganz überflüssig wäre, nicht anstreben und

bei dem großen Maßstabe den Effekt gleichsam zergliedert vorführen.

Ein aufmerksamer Beschauer wird bald die Bedeutung der einzelnen

Pinselstriche zu würdigen wissen und sich hierdurch vielleicht zu

künftiger entschiedener Pinselführung veranlaßt fühlen. Außerdem kommt

hierbei noch die Fernwirkung in Betracht, da die fehlenden Uebergänge,

ganz ähnlich wie bei den Tapeten, durch das Auge des Beschauers ersetzt

werden, und was in nächster Nähe vielleicht als unverständliche

Combination von Farbenklexen erscheint, gestaltet sich beim

Zurücktreten nicht selten zu geschmackvoller Modellirung. Ich mache bei

dieser Gelegenheit auch ausdrücklich darauf aufmerksam, daß +äußere

Glätte+ und +Vollendung+ ganz verschiedene Dinge sind, was nicht selten

von Anfängern ganz anders aufgefaßt wird. Betrachten wir ein Gemälde

von höchster Vollendung -- letzteres Wort im Sinne des gewöhnlichen

Sprachgebrauches genommen -- durch ein Vergrößerungsglas, so haben

wir ebenfalls nur Klexe vor Augen. Die wahre Vollendung beruht daher

nicht auf der äußerlichen Glätte, sondern vielmehr auf gleichförmiger

wirkungsvoller Behandlung des Ganzen. Ist diese erreicht, so kann

ein Bild durch weiteres Künsteln und Glätten nur verlieren, eben so

wie eine Dekoration verlieren würde, wenn man, statt die einzelnen

Töne bestimmt und kühn zu geben, solche weicher halten wollte, was an

ängstlich gemalten Scenerien dieser Art leicht zu sehen ist.

Bei dem Malen nach der Natur verhält es sich ganz ähnlich. Eine

kühne Hand gibt sofort die Hauptsachen, da man im Freien zu einer

sanften Verschmelzung der Töne keine Zeit hat. Wenn aber auch selbst

genügende Zeit zur Verfügung stünde, so würde eine feinere Ausarbeitung

der Skizze dennoch nicht so wirkungsvoll ausfallen, als die etwas

rohere, kühnere Behandlung. Ueberhaupt sieht man bei der Skizze von

jener sorgfältigeren Ausführung um so mehr gänzlich ab, als der

Zweck der Skizze lediglich der ist, für künftige Arbeiten zu Hause

eine zuverlässige Grundlage zu besitzen. Sie verlangt daher nur die

+frische+, +kraftvolle+ Wiedergabe der Natur.

Die Farbe einer landschaftlichen Studie ist in hohem Grade, besonders

aber in Rücksicht auf die Ferne, von dem Zustand der Atmosphäre

abhängig. Im mittleren und nördlichen Europa ist die Luft stets mehr

oder weniger mit Wasserdämpfen (Duft, Nebel, Wolken) geschwängert,

welche die Ferne als mehr oder weniger dichter Schleier verhüllen,

und den durch sie gesehenen Gegenständen ihre Farbe mittheilen.

In Südeuropa und südlicheren Gegenden überhaupt, wo dies in weit

geringerem Grade der Fall ist, erscheinen daher ferne Gegenstände

fast ebenso deutlich wie ganz nahe, und der Hauptunterschied liegt

nur in der geringeren Größe der ersteren. Die Wirkung der Luft

im Allgemeinen läßt sich schon sehr deutlich an einem größeren

Wiesengrunde beobachten, dessen Grün mit zunehmender Entfernung immer

blauer im Ton wird; ebenso im Vergleich naher Bäume derselben Art mit

ferneren, indem das Grün der letzteren stets um mehrere Grade blauer

sein wird. Diese Wirkung der Luft hat der Anfänger ganz vorzugsweise

zu beachten und bei Betrachtung fernerer Gegenstände rathe ich

die Lokalfarbe derselben ganz zu vergessen, da überdies auch die

verschiedene Beleuchtung durch die Sonne weitere Farbenunterschiede

bedingt, welche von den Lokalfarben mehr oder minder abweichen. Die

beständige Aufmerksamkeit auf diesen ewigen Wechsel in Sichtbarkeit

und Farbe der Gegenstände, je nach Stand der Sonne und Dichtigkeit

der Atmosphäre, wird dem Lernenden sehr bald ein richtiges Gefühl für

Farbe vermitteln und ihn in den Stand setzen, sich vollkommen auf sein

Auge verlassen zu können. Vorzugsweise empfehlenswerth für das Studium

sind Stimmungen +großer Harmonie+ in Farben und Luft und solche, wo

breite Massen kalter und warmer Töne, also +kräftige Contraste+, der

Gegend größeres Interesse verleihen. Eine sonst vielleicht sehr wenig

ansprechende landschaftliche Darstellung kann in letzterem Falle

ungemein wirkungsvoll werden.

Da es uns, wie bereits erwähnt, versagt ist, den Glanz des Lichts

erreichen zu können, so müssen wir, um einer annähernden Darstellung

desselben zu Hülfe zu kommen, uns künstlicher Mittel bedienen. Welcher

Art diese Mittel sind, wird im weiteren Verlaufe dieser Darstellung

deutlicher werden.

Ist die Skizze gezeichnet, so ist über Luft sowohl als alles Andere ein

entsprechender Ton zu legen, damit das weiße Papier, mit Ausnahme der

hellsten Lichter in Luft und Vordergrund, möglichst rasch beseitigt

wird, wobei man, um kühnere Wirkung zu erzielen und das Trocknen nicht

zu erschweren, nicht zu viel Wasser anwende. Ist dies geschehen, so

beendet man die Luft und stellt dann die verschiedenen Grade der Ferne

fest, worauf man nach und nach in die positivere Farbe des Mittel-

und Vordergrundes übergeht. Zunächst sind dann Halbschatten und

Schatten einzusetzen, sowie das Detail zu markiren. Die Farbe setzt

man kühn, nicht scheu mit dem Pinsel hin und her fahrend, und gleich

möglichst im richtigen Ton ein, damit man nachträglich nicht zuviel zu

verbessern braucht und halte außerdem den Pinsel stets gefüllt, damit

die Töne klar bleiben. Ist ein Auftrag etwas zu kräftig oder zu dunkel

ausgefallen, so lasse man sich nicht verleiten, daran herum zu bessern,

da dies in der Regel weit mehr schadet als nützt, abgesehen davon, daß

die Farbe immer beim Trocknen heller wird, und die scheinbare Tiefe

außerdem durch die weiteren Töne der Umgebung, welche noch fehlen, sehr

gemildert wird. Furchtsames Zögern in der Farbengebung ist den Skizzen

überhaupt weit verderblicher als etwas zu kräftiges Colorit, weßhalb

man sich vor dem Auftrag kräftiger Farbentöne nicht zu sehr scheue.

Wirkt dennoch ein Ton zu stark, so suche man künftig allzugroße Kraft

zu vermeiden, vermeide aber alle Versuche zu Verbesserung und beherzige

nochmals, daß ein etwas zu roher Effekt weniger verderblich auf die

Skizze wirkt, als flaue Färbung, und daß scheues Zögern niemals kühne

Behandlung und entschiedene Pinselführung aufkommen läßt. Besonders

achte man auch darauf, die Ränder der Töne nicht mehr zu übergehen, da

sonst das Luftige Schaden nimmt, sowie darauf, daß nie ein Ton wieder

berührt werden darf, bevor er getrocknet ist, da er sonst trüb und

unansehnlich wirkt. Ueberhaupt halte man alle Lichttöne stets +sehr

rein+ und +hell+. Reinheit ist später nicht leicht mehr herzustellen,

dagegen läßt sich ein zu heller Ton dunkler stimmen, nicht aber ein

zu dunkler heller. Dicke Farbe wende man erst bei Beendigung und nach

Herstellung der allgemeinen Effekte an. Im Allgemeinen übereile man

sich nicht zu sehr, sondern nehme sich Zeit. Unter zwei Stunden läßt

sich überhaupt nichts des Ansehens werthes zu Stande bringen und hat

man nicht so viel Zeit, so begnüge man sich mit einer Bleistiftskizze,

suche auch auf gelegentlichen Spaziergängen packende Effekte und schöne

Linien immer zu skizziren. Schnell vorübereilende Effekte, besonders

in der Beleuchtung, ist man gezwungen aus dem Gedächtnisse zu malen,

weßhalb solche sehr genau zu beobachten sind.

Um solche mitunter sehr packenden Farben- und Licht-Effekte zu

skizziren, empfiehlt es sich sehr, eine ganz flüchtige Disposition der

Gegend nach den Hauptmassen zu skizziren und die Haupttöne in Luft,

Ferne, Wasser etc. etc. mit Bleistift hinzuschreiben, z. B. Luft:

~Lamp Black~, und ~Light Red~ -- ~Indigo~ und ~Indian Red~ -- Wald des

Mittelgrundes: ~Indian Yellow~ und ~Purple Madder~ -- ~French Blue~,

~Oxyde of Chromium~ und ~Blue Black~ -- Wasser: ~French Blue~ und

~Cadmium~ etc. etc. etc. Solche Notizen dienen dann, solche Effekte zu

Hause auszuarbeiten, sie erfordern aber Kenntniß der Mischungen und

zwar sehr genaue und empfiehlt sich, auf Spaziergängen die Töne der

Landschaft öfter mit den obenerwähnten Farbentabellen zu vergleichen,

wodurch man bald in den Stand gesetzt wird, selbst feine Nüancen in

den verschiedensten Tönen sofort beurtheilen zu lernen. Hat man diese

Fähigkeit, die Töne gleichsam geläufig zu lesen, erworben, so ist dies

vielfach da von Vortheil, wo man keine Zeit hatte oder sonst gehindert

war, eine nette Farbenstudie auszuführen oder zu beenden.

Was den Gesammtton der Studie betrifft, so ist in der Regel der

Vordergrund blasser zu halten, als die übrigen Theile des Bildes und

muß derselbe mehr absolute Lichter zeigen, obgleich die Schatten tief

und scharf sein können, wodurch dann das blasse Licht noch mehr gehoben

und dem Bilde eine bedeutende Frische gesichert wird. Für die positiven

Lichter des Vordergrundes verwende man, wo es irgend angeht, das weiße

Papier, da hierdurch Glanz verliehen und Zeit gespart wird, und da die

Lichter in Ferne und Mittelgrund farbig sind, so treten die weißen auch

um so kühner heraus.

Jedes Bild, welches glanzvoll wirken soll, muß überhaupt beide

Endpunkte der Farbenskala, +tiefsten Schatten+ wie +höchstes Licht+

umfassen, zwischen welchen Gegensätzen größere oder geringere Abstände

herrschen können.

Den Mittelgrund halte man möglichst tief im Ton, da er den

Hauptschatten repräsentirt, wie der Himmel das Hauptlicht. Die im

Mittelgrunde vorkommenden Linien seien auch möglichst horizontal, um

das Zurücktreten zu begünstigen. Da aber umfangreiche Schattenmassen

Schwere verursachen, so ist es nothwendig, einige Gegenstände

anzubringen, welche den allgemeinen Schatten des Mittelgrundes an

Tiefe des Tons überbieten. In dem geschickten Anbringen solcher

Gegenstände dokumentirt sich nun der Grad der Geschicklichkeit des

Darstellenden, und ein wenig Erfahrung wird den Anfänger bald in den

Stand setzen, zu beurtheilen, wo sich diese dunkeln Stellen befinden

müssen. Um demselben einen wichtigen Anhaltspunkt zu geben, will ich

übrigens hier bemerken, wo diese dunkeln Punkte vorzugsweise +nicht+

angebracht werden dürfen, nämlich nicht im Mittelpunkt des Bildes und

nicht gleichweit von zwei sonst hervorragenden Abtheilungen desselben

entfernt. Die Wahl der Gegenstände, Felsen, Figuren etc. etc., in deren

Formen man solche dunkle Punkte anbringt, muß natürlich dem Geschmacke

des Darstellers überlassen bleiben. Hier und da kann man sich auch

damit helfen, daß man dem Inneren eines Schattens eine bedeutende Tiefe

ertheilt, aber die dunkle Stelle muß unter allen Umständen da sein und

kann nicht leicht entbehrt werden.

Verschiedene Lichteffekte sind häufig ganz zufällige und

unbeabsichtigte Resultate der bei der ersten Anlage in verschiedener

Weise in einander laufenden Töne, und je nach Form etc. solcher

Lichter, kann man sich derselben nicht selten, besonders in der Ferne,

in sehr günstiger Weise zur Modellirung des Terrains, Darstellung von

Feldern etc. bedienen.

Ein anderer sehr wichtiger Punkt ist das Anbringen von +Contrasten+ in

der Farbe. Kraft der Darstellung beruht nämlich nicht ausschließlich

auf der Anwendung starker oder lebhafter Farbentöne, sondern häufig nur

auf geeigneten Farbencombinationen und Contrasten, wobei bemerkt werden

möge, daß Kraft im Vordergrunde die Ferne luftiger macht. Sind z. B.

die Lichttöne der Ferne gelb und warm, so müssen im Vordergrunde blaue

Töne angebracht werden; sind aber die Lichter kalt, so machen rothe

und gelbe Töne im Vordergrunde die Ferne luftig. Derartige Contraste

sind jedoch nicht überall anzubringen, so z. B. nicht bei früher

Morgenbeleuchtung oder nach Sonnenuntergang, da hier die Kraft mehr von

Licht und Schatten als von der Farbe abhängig ist.

Vergegenwärtigen wir uns einige Contrast-Wirkungen. Bringt man eine

Farbe neben eine andere, so wird erstere scheinbar so verändert, als

ob ihr etwas von der Complementärfarbe der zweiten beigemischt wäre.

Näher stehende Töne bringen jedoch größere Aenderungen hervor als

ferner stehende, und die +räumlich+ schwächer vertretene Farbe wird

vorzugsweise oder ausschließlich verändert. Kältere Farben machen eine

neben ihnen stehende Farbe wärmer, wärmere machen eine solche kälter.

Wenig gesättigte, d. h. blasse, gebrochene und dunklere Farben,

zeigen lebhaftere Contrasterscheinungen als satte Farben. Auch kleine

Unterschiede in dem Grade der Helligkeit bringen sehr erfolgreiche

Contrastwirkungen hervor.

Die vortheilhafte Verwerthung der Contraste kommt in ganz besonderer

Weise dem componirenden Maler zu Statten. Hier muß die ganze

Composition in coloristischer Hinsicht mit Rücksicht auf den Contrast

aufgebaut sein und die Farben wie auch theilweise die Formen müssen

so gewählt werden, daß sie sich zur Erreichung der beabsichtigten

Wirkung gegenseitig unterstützen, und beruhen Gemälde in gutem Colorit

hauptsächlich auf einer durchdachten, mit der ganzen Composition eng

verbundenen Zusammenstellung der Farben. Mit den einfachsten grauen

oder bräunlichen Tönen lassen sich in solchen Zusammenstellungen nicht

selten äußerst glänzende Wirkungen erreichen, da diese Töne gerade zu

den auffallendsten Contrasterscheinungen Anlaß geben.

Zur vortheilhaften Verwerthung der Contrastwirkungen ist es in erster

Linie zu empfehlen, die Gegensätze von Hell und Dunkel in das richtige

Verhältniß zu bringen, d. h. das kräftigere Licht auf kleinere Räume

zu concentriren und dafür die Schatten über um so größere Flächen zu

legen. Vorherrschendes Licht und sehr wenig Schatten wirkt selten

günstig, weßwegen der Maler für seine Skizzen die Mittagsstunde meidet.

Der ungleiche Grad der Helligkeit, also der Contrast zwischen Hell

und Dunkel ist andererseits das wirksamste Mittel, um die einzelnen

Theile eines Bildes von einander abzuheben. Er bildet die Grundlage der

Modellirung, welche letztere auf dreierlei Arten erreicht wird. Diese

drei Methoden deren man sich bedient, um einen Gegenstand im Bilde von

seinem Grund abzuheben, sind folgende:

1. Man behandelt den Gegenstand als Silhouette, d. h. man setzt ihn

dunkel auf hellen Grund oder auch umgekehrt auf. Dieser Fall kommt sehr

häufig besonders in Ferne und Mittelgrund der Landschaft vor.

2. Man malt die hellen Partien des näheren Gegenstandes

heller, die Schatten aber dunkler als den Grund, hält also die

Helligkeitsunterschiede (d. h. die Unterschiede zwischen Licht und

Schatten) größer als beim Grunde. Dieser Fall kommt in allen Bildern

vor; der Anfänger muß sich jedoch besonders in Ferne und Mittelgrund

hüten, die Helligkeitsunterschiede zu stark, denen des Vordergrunds

ähnlich und dann in hohem Grade störend und beleidigend wirken, wieder

zu geben.

3. Man stellt die Lichtseiten des Gegenstandes auf dunklen, die

Schattenseiten aber auf hellen Grund. Diese Methode ist besonders im

Verein mit der zweiten sehr wirksam und vorzugsweise für Gegenstände

des Vordergrundes geeignet. In den Gemälden der Niederländischen Schule

des 17. Jahrhunderts findet man sie in ausgiebiger Weise in Anwendung

gebracht.

Die hier dargelegten Grundsätze der Modellirung waren in den ersten

Jahrzehnten unseres Jahrhunderts fast gänzlich verloren und rührt das

erwachte Verständniß für dieselben erst aus den späteren Dezennien.

Durch die Theilung der Farben in +kalte+ und +warme+ wird ebenfalls die

Modellirung in wirksamer Weise unterstützt. Diese Contraste von warmer

und kalter Farbe werden nun in ähnlicher Weise verwerthet wie die von

heller und dunkler. Dem Prinzip der Silhouette entspricht hier ein warm

gehaltener Gegenstand auf kaltem Grund, oder umgekehrt ein kalter auf

warmem Grund.

Dem zweiten Satz folgt man, wenn man dem Grunde einen neutralen Ton

gibt, während man den näheren Gegenstand in seinen warmen Partien

wärmer, in seinen kalten kälter hält als den Grund.

Endlich kann man auch dem dritten Satz entsprechend Objekt und Grund

in entgegengesetzter Richtung abtönen, so daß die kältere Seite des

Objektes sich von der wärmeren des Grundes abhebt und vice versa.

Auch hierbei sind größere Differenzen im Ton bei näher gelegenen

Gegenständen, wie sie einer gleichzeitigen Verwerthung des zweiten

Prinzipes entsprechen, nicht ausgeschlossen.

Uebrigens behalte man bei Anwendung der verschiedenen hier entwickelten

Methoden immer im Auge, daß bei kleinen Unterschieden im Tone, die

scheinbare Verschiebung in der Farbenreihe eine viel größere sein kann,

als bei bedeutenden, und daß man in der Benützung solch kleiner Nüancen

ein Mittel von großer Kraft besitzt.

Das durch diese verschiedenen künstlichen Mittel erzielte kräftige

malerische Relief kann durch einfache Wiedergabe der Dinge in den

Farben in denen sie sich gerade zeigen, in den meisten Fällen nicht so

glücklich erzielt werden, weil der Eindruck des Körperlichen in der

Natur, nicht allein von Farbe, Licht und Schatten, sondern auch ganz

besonders von der +gemeinschaftlichen Thätigkeit beider Augen+, wie das

Stereoscop beweist, abhängig ist. Bei Betrachtung eines Gemäldes wirkt

diese Thätigkeit nun gerade in entgegengesetzter Richtung, woher es

rührt, daß Bilder plastischer erscheinen, wenn man ein Auge schließt,

weil hierdurch dieser störende Einfluß beseitigt wird. Da nun der

Maler nicht im Stande ist, dieser gemeinschaftlichen Thätigkeit der

Augen gerecht zu werden, so muß er alle Momente welche zur Erzielung

der Illusion des Körperlichen erforderlich sind, in ausgedehnterem

Maaße anwenden. Er muß namentlich die Contrastwirkung etwas höher

steigern, wozu besonders der schwarze Spiegel behülflich ist, welcher

ihn befähigt, jene Helligkeit zu erzielen, bei welcher sich die

Contrastfarben am stärksten zeigen. Bei Unzulänglichkeit der Palette

für Helligkeitsdifferenzen, hellste Lichter und Weiß, kann er nur durch

geschickte Benutzung der Contrastwirkungen diese Unterschiede scheinbar

vergrößern.

Man sieht daher, daß die Mittel des Malers sehr verschieden von jenen

sind, welche der Natur zu Gebot stehen, und wird daher der Versuch

einer +knechtischen+ Nachahmung der Natur in vielen Fällen nicht

die gewünschte Wirkung haben. Die Aufgabe besteht daher darin, den

+Schein+ der Wirklichkeit möglichst zu steigern, was aber nur durch

klares Verständniß und freie Wiedergabe des Gesehenen, sowie durch

vollständige Beherrschung der der Kunst zu Gebote stehenden Mittel

möglich ist.

Der Anfänger wird also wohl thun, seine Schatten, wenigstens

im Allgemeinen, in einer mit der Lichtfarbe der Gegenstände

contrastirenden Farbe zu halten, da die Schattengebung mittelst

des tieferen Tones derselben Farbe weit weniger wirkt und er sich

in letzterem Falle auch der aus der Anwendung contrastirender Töne

resultirenden Vortheile begeben würde. Diese contrastirenden Töne

sind zwar auch in der Natur, wie erwähnt, sehr häufig, allein weil

man nur zu oft die von der Beleuchtung ganz unabhängige Lokalfarbe

der Gegenstände im Sinne hat, werden sie übersehen. So ist z. B. um

nochmals zu rekapituliren, ein weißes, von der untergehenden Sonne

beleuchtetes Haus auf der Lichtseite entschieden gelb, während die

im Schatten liegenden Theile violett erscheinen, und ein Anfänger,

welcher diesen Contrast übersieht, gibt vielleicht die Lichtseiten

in blasser Steinfarbe und den Schatten in dunklerem Tone derselben

Farbe, wodurch alle Schönheit des Contrastes verloren ist. Dem Anfänger

ist wiederholt zu empfehlen, zu Studien vorzugsweise die früheren

Morgenstunden oder die Stunden gegen Abend zu wählen, also die Zeit,

in welcher die Schatten länger sind, die tiefen Töne des Mittelgrundes

sich verstärken, die Lichter des Vordergrundes glänzender auftreten

und die Ferne am wirkungsvollsten ist, während um die Mittagszeit das

Licht zu stark und blaß ist und die Schatten sehr kurz sind. Weiter ist

zu bemerken, daß Lichter, außer auf Flächen, nur sehr kleine Stellen

einnehmen und alles übrige mehr oder weniger im Schatten liegt, weßhalb

auch die Lokalfarben vorzugsweise durch letzteren modifizirt werden.

Ueberhaupt stimmt das Licht die Lokalfarbe +heller+, während der

Schatten solche neutralisirt und die wahre Farbe nur da zum Vorschein

kommt, wo das Licht in den Halbschatten tritt, was namentlich an

farbigen Stoffen sehr in die Augen fällt. Dunkle, aber beleuchtete

Gegenstände sind häufig heller als helle Gegenstände im Schatten, wobei

obiges Beispiel des von der untergehenden Sonne beschienenen Hauses

nochmals aufgeführt werden kann, dessen dunkles aber beleuchtetes

Schieferdach jedenfalls heller sein wird, als die beschatteten Seiten

der hellen Wände.

Ich wiederhole also nochmals: +Kalte Lichter, warme Schatten+ und

umgekehrt +warme Lichter, kalte Schatten+. Es kommt zwar sehr

häufig vor, daß die Schatten lediglich mit tieferen Tönen derselben

Farbe gegeben werden, was in vielen Fällen auch genügt, aber wo

eine bestimmte Farbenwirkung erzielt werden soll, ist in der hier

dargelegten Weise zu verfahren.

Ich muß hier auch darauf aufmerksam machen, daß manche Effekte

unangenehm und daher möglichst zu meiden sind. Hierher gehört die

häufigere Anwendung von grünlichem Blau und grünlichem Gelb. Erstere

Farbe wirkt nur in ganz schwachen oder in neutralisirten Tönen gut.

Das vielfarbige, höchst mannigfaltige Grün der Vegetation, die große

Verschiedenheit in der Farbe beleuchteter und beschatteter Baumpartien

resultirt aus dem eigenthümlichen, von dem anderer Körper sehr

abweichenden, optischen Verhalten des Chlorophylls oder Blattgrün und

sei in Bezug auf dasselbe hier nur bemerkt, daß es nicht allein gelbes,

grünes und blaugrünes, sondern auch rothes Licht zurückwirft. Bei

tiefem Stand der Sonne enthält nun das direkt auffallende Sonnenlicht

vorzugsweise Roth, Orange und Gelb, welche Farben im reflektirten

Himmelslicht, im sogenannten Luftlicht nur schwach vertreten sind. Aus

diesen Verhältnissen entstehen jene in bewaldeten oder mit reicher

Vegetation bedeckten Gegenden, besonders im Gebirg oft namentlich

bei +tiefstehender Sonne+ oder +neblichem Wetter+, sehr häufig an

Herbstmorgen zu beobachtenden, mitunter höchst unschönen harten,

schreienden und durch Contrastwirkung noch verschärften Farben- und

Lichteffekte, vor deren Wiedergabe gewarnt werden muß, besonders

wenn, wie dieß in solchen Fällen häufig vorkommt, die citron- und

canariengelben oder die blaugrünen Töne stark vorherrschen. Ueberhaupt

ist mit Grün, selbst in der Landschaft sehr sorgfältig und selbst

sparsam umzugehen, denn obgleich der größte Reiz der Landschaft nicht

selten in dem üppigsten Grün besteht, so zeigt doch die Erfahrung, daß

vorstehende Warnung nicht ungerechtfertigt ist, indem grüne Bilder

nicht so angenehm wirken, wie nahe sie auch der Natur immerhin kommen

mögen, während Bilder von vorzugsweise gelbem, blauem, grauem, rothem

oder braunem Ton uns mehr oder weniger anmuthen. -- Weiß und Schwarz

heben alle sonstigen Farben und Töne durch die Stärke des Contrastes

und sind somit in Studien sehr nützlich, als sie sofort einen starken

Effekt hervorbringen, ohne die Beziehungen der anderen Töne in ihren

wechselseitigen Verhältnissen zu beeinträchtigen.

In gewisser Beziehung das Gegentheil von Contrast ist +Harmonie+,

welche durch Anwendung neutralisirender Zwischentöne die Extreme

zwischen starken Contrasten auszugleichen sucht, besonders um den Zweck

der Anwendung der letzteren etwas zu verdecken. Sie kommt aber bei

Studien weniger als bei ausgeführteren Gemälden in Betracht.

Nicht minder wichtig als alles bisher Angeführte ist Abwechslung in

Form sowohl wie in Farbe, selbstverständlich aber mit Maaß und Ziel und

ohne in’s Bunte zu verfallen. Was die Formen betrifft, so empfiehlt

es sich, solche landschaftliche Darstellungen zu wählen, welche nicht

den Eindruck des Monotonen machen, sondern Abwechslung in Arten und

Formen der Bäume zeigen, was in den allermeisten Gegenden nicht schwer

fällt. Was das Colorit betrifft, so ist auch hier allerwärts für

Mannigfaltigkeit gesorgt, ganz besonders auf dem Lande. Man suche stets

im Vordergrund etwas anzubringen, was Anwendung verschiedenartiger

und reicherer Farbentöne erfordert, wie einzelne Häuser und Hütten

aller Art. Hierbei ist aber wesentlich, daß man die zu Gebote stehenden

Farben in alle Richtungen hin benutzt und sich nicht auf wenige

conventionelle Mischungen beschränkt. In den einzelnen Kapiteln über

das Colorit habe ich in dieser Richtung mehrfach auf Mannigfaltigkeit

in der Farbe hingewiesen, bemerke aber hier noch, daß zu häufige

Wiederholung derselben Gegenstände und Farben zu vermeiden ist.

Bei Anbringung von Staffage vermeide man Gesuchtes und Gekünsteltes,

was übrigens auch für die Durchbildung landschaftlicher Motive im

Allgemeinen gilt. Der Landschafter hüte sich jedoch in zu peinliches

Nachahmen der Natur zu verfallen, da die sich dem Auge in der Natur

darbietenden Bilder nicht selten einige Modifikation wünschenswerth

erscheinen lassen. Einzelnes kann vortheilhaft weggelassen werden,

anderes wird um eine befriedigende Wirkung zu erzielen, zugesetzt

werden müssen. Abstoßende oder widerwärtige Farbenzusammenstellungen,

welche häufig vorkommen, müssen beseitigt werden etc. etc.

Schließlich will ich noch den guten Rath geben, eine Studie nach der

Natur nicht etwa zu Hause noch verbessern zu wollen, da jede Studie

eine ganz eigenthümliche +Frische+ und +Realität+ besitzt, welche durch

einen derartigen Versuch schwer geschädigt werden würde.

Es sei sodann noch bemerkt, daß besonders charakteristische Wirkungen

in der Regel nur auf Kosten der Stimmung und der allgemeinen

Befriedigung zu Stande kommen, weil bei Darstellung derselben nicht

selten anerkannte Grundsätze verleugnet werden. Unter welchen Umständen

solche aber zu wagen sind, kann nur dem Ermessen des Genies oder einem

angebornen feinen Geschmacke anheim gestellt werden, und haben außerdem

Versuche dieser Art sich nur sehr selten des ungetheilten Beifalls der

Kenner und Sachverständigen zu erfreuen.

Nachtrag.

Die Holzmalerei.

Handbuch der Aquarellmalerei Nach dem heutigen Standpunkte und mit vorzüglicher Anwendung auf Landschaft und Architektur nebst einem Anhange über Holzmalerei · 第 131 / 150 题