In den vorstehenden Angaben über Colorit und Technik habe ich nur
einzelne Theile größerer Darstellungen behandelt. Es erübrigt daher
noch dem Lernenden bekannt zu geben, wie bei der Ausführung eines
vollständig durchgeführten Bildes zu verfahren ist. Der Gang der
Arbeit ist hierbei wesentlich derselbe. Nachdem die Zeichnung
leicht, aber bestimmt entworfen ist, wird nach Anlage des Untertons
zunächst die Luft in Angriff genommen und möglichst vollendet. Mit dem
Luftton übergeht man auch die Ferne, ebenso das Wasser. Während die
verschiedenen Farbenlagen der Lüfte in Behandlung sind, gebe man die
Lichttöne in Terrain, Gebäuden etc.
Ist die Luft beendet, so stelle man die Ferne fertig. Von dieser geht
man in den Mittelgrund über, während dessen Behandlung, welche indessen
nicht selten mit der des Vordergrundes zusammenfällt, die Schatten
des letzteren angelegt werden. Ist dies geschehen, so wird man in der
Regel das Blau des Himmels oder die Schatten der Wolken etwas zu blaß
finden, was dann noch ausgeglichen wird. Besteht die Ferne aus grünen
Tönen oder hat man als Mittel- oder Vordergrund Wald, dessen Bäume
sich vor der Luft abheben, so ist die Luft absolut fertig zu stellen,
ehe man das Grün einsetzt, da alsdann breitere Farbenlagen nicht mehr
anzubringen sind. Nunmehr beginnt man mit dem feineren Ausarbeiten.
In der Ferne ist vielleicht hier und da etwas besser zu modelliren,
worauf der Mittelgrund vollendet und hierauf der Vordergrund in letzte
Behandlung kommt. Schließlich übergeht man nochmals das Ganze, um etwa
noch fehlende Lichter anzubringen, überflüssige zu beseitigen, zu
dunkle Stellen zu mildern, sowie überhaupt alles Störende zu entfernen.
+Wesentlich+ ist, daß man während einer größeren Arbeit +öfter
aufstehe+, um das Ganze von einem anderen Standpunkte aus mit einem
Blicke zu überschauen. Mängel in Schatten und Licht machen sich dann
leicht kenntlich.
Dieses ist der Gang der Arbeit +im Allgemeinen+. Rücksichten auf
die technische Behandlung werden je nach dem Motiv zu mancherlei
Abweichungen veranlassen; wo solche aber nicht vorliegen, dürfte der
angegebene Weg, selbstverständlich unter steter Berücksichtigung der
in den einzelnen Darstellungen der Technik gegebenen Vorschriften, der
empfehlenswertheste sein. Für weiteres hierher Gehörige, besonders in
Bezug auf +Haltung+, +Kontrast+ und +Farbenwechsel+, was in dem Rahmen
der Darstellung bisher nicht passend angebracht werden konnte, verweise
ich auf das folgende Kapitel.