II.

Alte Eiche mit Stamm in kälterem, tieferem Tone.

Farben: Laub: ~Brown Pink~, ~Vandyke Brown~ und ~French Blue~. Stamm:

~Brown Madder~ und ~French Blue~. -- Tiefste Drucker auf dem Stamm:

~Brown Pink~, ~Burnt Sienna~, ~Chrimson Lake~ und ~French Blue~ --

Boden: ~Brown Madder~, ~Light Red~ und ~French Blue~. Gras: ~Gamboge~,

~Yellow Ochre~ und ~Brown Pink~. -- Drucker im Vordergrund: ~Brown

Pink~.

Die Luft als beendet vorausgesetzt.

Man arrangirt die Farben für das Laub auf der Palette und nachdem das

Papier befeuchtet und mit Löschpapier abgetrocknet ist, übergeht man

das ganze Laubwerk mit dem entsprechenden Tone, welcher wie im vorigen

Beispiel leicht in der Combination geändert wird, aber ohne weiter

Rücksicht auf die Schatten zu nehmen. Die Lichter nicht zu vergessen!

Hierauf legt man den Stamm, Boden und das Gras mit obigen Farben

an. Ist dieser Auftrag trocken, so gibt man die Schatten des Laubes

mit denselben Farben wie vorher, nur in dunkeler Mischung. Hierbei

ist nun ganz besonders zu beachten, daß diese Schatten eine ganz

eigenthümliche, gerundete Form zeigen, welche man nicht steif, sondern

leicht wiedergeben muß. (Jeder Baum hat seine ihm eigenthümlichen, aus

der Ast- und Blattstellung etc. resultirenden Schattenformen im Laub.)

Man folge hierbei, wie überhaupt bei Laubwerk, stets der Richtung

der Aeste. Hierauf bringe man etwas von der Baumfarbe an den unteren

Rand des Grases und setze die dunklen Schatten auf dem Stamme ein,

sowie die Halblichter des Grases mit denselben Farben wie vorher, nur

dunkler. Ist Alles trocken, so bringt man mit denselben Farben die

verschiedenen kleineren, tiefen Drucker auf das Laub. Viele derselben

sind wahrscheinlich nicht viel größer als Punkte oder kurze Linien,

und man achte daher sehr darauf, solche nicht zu dunkel zu geben oder

dem Baum ein fleckiges Ansehen zu verleihen. Man sei daher nicht zu

freigebig und gebe deren nur so viele als hinreichen, um den Charakter

und die Abstufung der Töne zu wahren. Hierauf setzt man mit der Spitze

des Pinsels und mit entschiedenen Strichen die dunkeln Drucker auf den

Stamm, wobei man sich so getreu wie möglich nach dem Vorbild richtet.

Mit der Baumfarbe zeichnet man alsdann noch einige Halme etc. in das

Gras, bringt mit dunkler, etwas trockener Farbe einige Striche, etwa

wie Furchen, auf den Boden und setzt schließlich mit ~Brown Pink~ hier

und da recht dicke Drucker ein.

Die Wiederholung der Baumfarbe auf dem Gras hat einen besonderen Zweck,

nämlich den, den Baum nicht zu isoliren. Solche, wenn auch nur ganz

lose, Wiederholungen von Tönen in einem anderen Theile eines Bildes

sind sehr zu empfehlen, da sie Einheit bedingen; man wende sie jedoch

immer nur, wie hier, etwas versteckt an.

Darstellungen dieser Art bieten sich in der Natur allenthalben.

Handbuch der Aquarellmalerei Nach dem heutigen Standpunkte und mit vorzüglicher Anwendung auf Landschaft und Architektur nebst einem Anhange über Holzmalerei · 第 108 / 150 题