I.

Einfache Belaubung eines beliebigen kleinen Baumes in warmem Ton.

Farben: ~Gamboge~, ~Yellow Ochre~, ~Indigo~.

(Zeichnung nach der Natur oder nach einer Vorlage.)

~Yellow Ochre~ wird hier angewendet, um etwas Körper zu geben, und

damit die Farbe dicker aufgetragen werden kann, während andererseits

hierdurch der in dieser einfachen Mischung etwas rohe Ton des ~Gamboge~

gemildert wird. Anstatt nun die drei Farben zusammen zu mischen, reibe

der Lernende jede für sich auf der Palette mit nicht zu viel Wasser an

und mische während der Arbeit je nach Bedürfniß, damit die Farbe nicht

eintönig wird und das Laub in einem Auftrag beendet wird. Man mischt

nun die beiden Gelb, setzt dann ein wenig Blau zu und beginnt oben mit

gelblich-grünem Ton und ziemlich gefülltem Pinsel. Die Pinselführung

muß eine tupfende, beinahe stoßweise sein, wobei nach jeder Berührung

des Papieres der Pinsel wieder weggenommen wird. Geschieht dies nicht,

dann ist es sehr schwer, den Baum charaktervoll und mit den hellen

Lichtern zwischen dem Laub wiederzugeben. Nach einigen Tupfen -- die

Engländer nennen diese Manier „~touching~“ -- ändert man die Farbe

etwas im Ton, besonders auch in den Schatten, und so fort bis zu Ende.

Große Sorgfalt verwende man auf das Leichte der äußeren Form, gebe auch

lieber einige Lichter mehr als einige zu wenig. Es ist dies wesentlich,

da das Laub keine compacte Masse, sondern die Anhäufung vieler

einzelner Theile ist. Die Darstellung muß daher diese Vielheit betonen.

Handbuch der Aquarellmalerei Nach dem heutigen Standpunkte und mit vorzüglicher Anwendung auf Landschaft und Architektur nebst einem Anhange über Holzmalerei · 第 107 / 150 题