8. Lasuren.

Unter Lasiren versteht man das rasche Uebergehen eines eigentlich

bereits fertigen größeren oder kleineren Theiles eines Bildes oder

eines einzelnen Gegenstandes, um die Farbe desselben entweder zu

erhöhen, in der Wirkung herabzustimmen, oder um dieselbe überhaupt im

Ton zu verändern. Zu diesem Zwecke bedient man sich einer +ziemlich

flüssigen+ transparenten Farbe, welche in raschem Auftrag über die

betreffende Stelle gelegt werden muß, damit die früheren Töne nicht

gestört werden. Der Pinsel darf hiebei aber nicht mit Farbe überladen

sein. Die Wirkung, welche durch diese Lasuren erreicht wird, ist in den

meisten Fällen eine wesentlich andere, als diejenige, welche durch das

Mischen der betreffenden Farben erreicht werden würde. So liefert z. B.

I~ndian Red~ mit ~Rose Madder~ gemischt einen wesentlich anderen Ton

als wenn ein Auftrag ersterer Farbe später mit letzterer lasirt wird.

Zu Lasuren eignen sich vorzugsweise die +leichten durchsichtigen+

Farben, wie Gummigutt, Indischgelb, ~Light Red~, die Krappfarben etc.,

doch können selbst schwere Farben und Deckfarben, wie Chromoxyd,

~Lemon Yellow~, ~Indian Red~, ~Cadmium~ bei genügender Verdünnung und

gewandter Behandlung zu Lasuren verwendet werden. Häufige Anwendung

findet die Mischung von ~Gamboge~ mit ~Rose Madder~, welche allen Tönen

als Lasur einen +leuchtenden+ Charakter ertheilt.

Handbuch der Aquarellmalerei Nach dem heutigen Standpunkte und mit vorzüglicher Anwendung auf Landschaft und Architektur nebst einem Anhange über Holzmalerei · 第 82 / 150 题