In den nachfolgenden Kapiteln werde ich zu Anfang eines jeden eine
Tabelle der für den betreffenden Gegenstand dienlichen Farben und
Mischungen geben. Der Kenner wird keinen brauchbaren Ton vermissen,
eher vielleicht zu große Ausführlichkeit finden. Ich bin aber
absichtlich in Betreff der Angabe der Mischungen so ausführlich wie
möglich gewesen, um dem strebsamen Dilettanten nichts vorzuenthalten.
Wenn auch die Wenigsten alle von mir angegebenen Töne durcharbeiten
werden, vielmehr der Eine sich mehr diese, der Andere sich mehr jene
Reihe von Tönen in der Praxis aneignen wird, so kam es mir doch
hauptsächlich darauf an, zu zeigen, +unter welchen Umständen+ und +in
welchen Combinationen jede Farbe der Verwendung fähig ist+. Nur mit
+vollständiger+ Kenntniß und Beherrschung des zu Gebote stehenden
Materials ist es möglich, ein guter Colorist zu werden und bei Angabe
nur der hauptsächlichsten Farbentöne wäre ich Gefahr gelaufen, den
Weg zu dem verwerflichen +conventionellen+ Colorit zu bahnen, welches
leider, besonders bei Dilettanten, noch allzuhäufig angetroffen wird.
Nach Angabe der zu verwendenden Farbencombinationen werde ich dann in
Fällen, wo es nothwendig erscheint, ganz besonders bei der Luft, das
praktische Verfahren so eingehend, als es das geschriebene Wort zuläßt,
erläutern, muß aber darauf aufmerksam machen, daß ich mit Angabe der
Farben bei diesen technischen Anweisungen über Behandlung von Luft und
Wolken keine +Normal-Rezepte+ zu geben beabsichtige, welche in +allen+
Fällen anzuwenden seien, vielmehr wollte ich mit diesen Darstellungen
nur irgend welche Mittel zum Zwecke und ihre Anwendung ausführlicher
erörtern.
Beim Mischen combinirter Töne mache man es zur Regel, mit der
vorherrschenden Farbe zu beginnen und in geringer Menge die
übrigen nach und nach, bis zur Erreichung des beabsichtigten Tones
beizumischen. Die vorzugsweise brauchbaren Töne sind =fett= gedruckt.
A. Luft und Wolken.