Es kann vorkommen, daß man aus Unvorsichtigkeit einen mit Farbe
gefüllten Pinsel, oder ein Stück Farbe auf einen Theil des Bildes
fallen läßt, wo die betreffende Farbe durchaus schädlich wirken
würde. In solchem Falle nehme man +sofort+ die Farbe mit nassem
Schwämmchen und ohne viel zu wischen auf, da, wenn dieselbe Zeit
gehabt hat in das Papier einzudringen, das Entfernen derselben eine
sehr zeitraubende, mühsame Arbeit ist, welche unter Umständen ganz
vergeblich sein kann.
Tintenflecke und Tusche sind sehr schwierig zu entfernen. Man läßt
solche am besten trocknen, radirt sie dann weg und tüpfelt die Stelle
mit spitzem Pinsel und dem geeigneten Ton vorsichtig aus.
Ist ein bedeutenderer und nicht mehr gut zu bewältigender Unfall
vorgekommen, so fängt man von Neuem an. Sollte er jedoch im
Vordergrunde eines umfangreicheren, zum großen Theile fertigen Bildes
sein, an welches man viel Mühe und Fleiß verwendet hat, so läßt
sich hier und da der Himmel und die Ferne, nach Umständen auch der
Mittelgrund noch retten. Je nach der Art des Vordergrundes schneidet
man alsdann die verschiedenen Gegenstände desselben vorsichtig heraus,
bis das Bild getrennt ist. (Bei Seestücken etc. schneidet man am
besten die Horizontlinie durch.) Man wendet hierauf das Papier um
und schabt mit scharfem Messer die Schnittgrenze möglichst dünn.
Alsdann spannt man einen neuen Bogen auf, bestreicht solchen bis zu
den Grenzen des aufzuheftenden Blattes mit Gummi, befeuchtet die
Rückseite des aufzuklebenden Theiles mehrmals mit dem Schwamm, trocknet
mit Löschpapier ab und bringt das zu rettende Theil dann auf den
aufgespannten Bogen. Wird dies sorgfältig ausgeführt, so ist diese
Reparatur schwer zu sehen und malt man alsdann einen neuen Vordergrund.
Wo sich erforderliche Aenderungen in kleinerem Maßstabe ausführen
lassen, bedient man sich am zweckmäßigsten eines um den Zeigefinger
gewickelten Stückes nassen Waschleders, welche Methode bei kleineren
Flächen dem Abwaschen mittelst des Schwammes entschieden vorzuziehen
ist. Der Effekt von Sand auf Wegen und an Ufern läßt sich auf dieselbe
Weise auf körnigem Papier sehr täuschend nachahmen, indem man so die
Farbe von den Erhöhungen des Papieres sanft abwischt.
Wo hingegen große Flächen, wie z. B. in der Luft, geändert werden
sollen, da ist der Schwamm am Platze, welchen man mit reinem Wasser
füllt, die betreffende Fläche damit geradezu abwascht und dann ruhig
trocknen läßt.
Ist ein Gegenstand durch häufiges Uebermalen trüb und schmutzig im Ton
geworden, so überdeckt man denselben, sofern er nicht allzu groß ist,
mit ~Chinese White~ und malt, sobald dieser Auftrag getrocknet ist, die
geeigneten Töne darüber, was alsdann so frisch wirkt, als habe man auf
das weiße Papier gemalt. Bei größeren Gegenständen jedoch empfiehlt
sich dieses Verfahren nicht und trage man in solchen Fällen den
entsprechenden Ton mit ~Chinese White~ +gemischt+ auf, was ebenfalls
frisch wirkt.