2. Aufspannen.

Man spanne stets das Papier auf ein Reißbrett auf und zwar so, daß die

+obere+ Seite des Papieres die Malfläche bildet. Da in dieser Beziehung

häufig Fehler begangen werden und die untere Seite in der Regel defekte

Stellen hat, welche erst während des Malens und dann mitunter in sehr

störender Weise zu Tage treten, so bemerke ich, daß die obere Seite

diejenige ist, auf welcher, gegen das Licht gehalten, der Name des

Fabrikanten oder das Wasserzeichen in der richtigen, d. h. zum Lesen

tauglichen Stellung erscheint. Man biegt alsdann die Ränder nach oben

etwa einen Centimeter breit um, näßt die untere Seite mittelst eines

Schwammes tüchtig durch, bringt es dann in die gehörige Lage, bepinselt

den umgebogenen Rand mit einer gesättigten Lösung von arabischem Gummi

und drückt dann solchen an das Brett an, worauf man es zum Trocknen

an einen nicht direkter Ofenhitze ausgesetzten Ort stellt. Nach dem

Trocknen wird das Papier um so glatter aufliegen, je mehr es durchnäßt

gewesen ist; jedoch hüte man sich, die Oberfläche, bevor das Papier

durchaus trocken ist, sei es nun mit einem Tuch, einem Schwamm, oder

gar mit Gummi, zu reiben oder darauf zeichnen.

Handbuch der Aquarellmalerei Nach dem heutigen Standpunkte und mit vorzüglicher Anwendung auf Landschaft und Architektur nebst einem Anhange über Holzmalerei · 第 75 / 150 题