»Und Schnee und Schnee und Schnee! Und wo ehnder amal die schönste Alm
war, da hast nix mehr gsehen als _lauter_ Schnee. Den hat kei' Sonn
nimmer gschmolzen, und z' mittelst im Sommer liegt er da, wann umundum
alles blüht. Und heutigentags noch heißt man's die verwunschene Alm.
Jaaa, Leutln, oft sagt einer: dös is net wahr! Aber ich glaub's, ich
glaub's, ich glaub's -- _ich_ glaub _alles_!« Hurtig fischte sie aus der
Schüssel eine knusprige Nudel heraus und biß hinein, daß es krachte.
Kleinlaut sagte Monika: »Da mach ich a heiligs Glöbnis drauf -- _ich_
laß _kein'_ nimmer bei der Hütten vorbei, a jeder kriegt ebbes zum
Essen, a jeder därf schlafen bei mir.«
»Da komm ich _heut_ noch!« schmunzelte der Hansl und bekam von seiner
Binl einen festen Puff. »Weiter«, mahnte das Mädel, »heim, heim, heim!
Mir brennt der Boden unter die Füß.« Auch die Philomen ließ ihren Gori
nimmer aus und tuschelte ihm an den Hals: »Heut nacht, da bleibst bei
mir in der Hütten. Sonst muß ich mich fürchten.« Sie bekreuzigte sich
ununterbrochen, so lang, bis alle zum Aufbruch fertig waren, ausgenommen
die alte Punkl, die beharrlich hocken blieb und eine Nudel um die andre
verschluckte. »Du«, schrie ihr die Monika ins Ohr, »kriegst denn gar net
gnug?«
Traurig kauend, klagte die Alte. »Was hilft's mir? Gsund machen tut's
mich doch net.«
Als die Wandergäste zur Hütte kamen, fanden sie Modei auf der Bank neben
der Türe. »No, wie schaut's denn aus mit dir?« fragte Philomen. »Is dir
a bißl besser?«
»Ah ja!« nickte Modei. Ein müdes Lächeln verzerrte ihren Mund. »Wollts
denn schon fort?« Sie erhob sich und streckte die Hand. »An andersmal
halt! Ich will enk net aufhalten. Ös habts an weiten Heimweg.«
Lenzl kam aus der Hütte, man schwatzte noch eine Weile, und dann
wanderten die zwei Paare vom Scharfreiter über den Steig hinunter,
während Punkl und Monika hinaufstiegen zu ihren Hütten. »Dö Gschichte
hättst net verzählen sollen!« sagte das Mädel. »So schön lustig war's
ehnder. Und jetzt! Völlig kalt is mir's in der Magengrub.«