Modei wandte das Gesicht zum Fenster, strich mit dem Arm das Haar aus
der Stirne, senkte den Kopf und schrieb mit fester Hand unter die letzte
Zeile ihren Namen: Maria Meier. Tief atmend, richtete sie sich auf und
reichte dem Burschen das Blatt und den Bleistift. »Da! Nimm!«
Hastig griff Blasi zu. Die Freude glänzte in seinen Augen, als er das
Blatt sorgsam zusammenfaltete und in die Joppentasche steckte. »Vergelts
Gott, Schatzl! Du bist halt die Richtige! Du bist die einzig, die mir
gfallt. Und wann ich jetzt auch die ander haben muß --« Lachend
umschlang er sie. »Zwischen uns zwei kann's allweil so bleiben, wie's
war!«
Da stieß ihn Modei mit den Fäusten vor die Brust, daß er taumelte. »Pfui
Teufel!« Aller Zorn und Ekel, den sie fühlte, war im Klang dieser beiden
Worte. Dann konnte sie ruhig sagen: »Zwei lange Jahr hast braucht, bis
ich dich mögen hab. Und mit zwei kurze Wort hast es fertigbracht, daß d'
mir zwider bist bis in d' Seel eini!« Ihre Stimme wurde hart. »Schau,
daß d' aussikommst! Mir graust!«
Blasi lachte. »So, so? No, mir kann's recht sein! Da brauch ich mir grad
kein' Fürwurf machen.« Er setzte den Hut auf, griff nach Bergstock und
Rucksack, und als er auf der Schwelle stand, rief er spöttisch über die
Schulter. »Pfüe Gott, du! An andersmal!« Pfeifend ging er davon.