Um diese Zeit brachte _Cornelius Drebbel_ (geb. 1572 zu Alkmaar, gest.
1634 zu London) ein musikalisches Instrument durch Flüssigkeit, auf
welche die Sonne einwirkte, zum Tönen[34].
Das Jahr 1629 bildet einen wichtigen Merkstein in der Geschichte der
Dampfmaschine. In diesem Jahre veröffentlichte _Giovanni Branca_ sein
mit zahlreichen höchst anschaulichen Abbildungen ausgestattetes Buch
„~Le Machine~“, dessen mit den Bildnissen Vitruvs und Archimedes
geziertes Titelbild wir in Abb. 16 wiedergeben.
Aus diesem Werke Brancas sind für die Geschichte der Dampfmaschine die
Figuren 2 und 25 von Wichtigkeit.
In Figur 2, die in Abb. 17 wiedergegeben ist, stellt Branca ein
Walzwerk dar, das durch die Abhitze eines Schmiedefeuers angetrieben
wird.
Branca beschreibt dieses Warmluftrad wie folgt: „In jener Figur 2 wird
ein Verfahren gezeigt, um eine Stange Goldes, Silbers oder sonst eines
Stoffes auszuwalzen, sowie Medaillen, Münzen und dergleichen mit einem
Aufdruck zu versehen. Zunächst sieht man einen Handwerker neben dem
Schmiedefeuer ~M~ unter der Esse ~L K H G~ auf dem Amboß ~T~ den Hammer
schwingen.
Die Esse läßt in der dargestellten Ausführung die warme Luft nach oben
hin austreten und versetzt hierbei das Rad ~I~ in Drehung, durch dessen
Bewegung die Triebe ~N P R~ und von diesen die Räder ~O Q F~ und die
Welle ~A~ gedreht werden. Letztere liegt konzentrisch zu dem Rade ~F~.
Hier nun kann ein zweiter Handwerker je nach Wunsch den Metallstab
~E~ entweder auswalzen oder mittels der Preßansätze ~B~ und ~C~ mit
Aufdrucken versehen.“
Die in Figur 25 dargestellte, in Abb. 18 wiedergegebene Vorrichtung hat
Jahrhunderte hindurch geschlummert. Erst als die Elektrotechnik ihren
Siegeszug durch die Welt vollzog und für den Antrieb der Dynamomaschine
schnell laufende Kraftmaschinen verlangte, ist sie durch _Parsons_ und
_Laval_ gegen Ende des 19. Jahrhunderts in Gestalt der _Dampfturbine_
zu neuem Leben erwacht und zu einer anfangs nicht geahnten Verbreitung,
auch außerhalb der Elektrotechnik, insbesondere im Schiffswesen,
gelangt.
[Illustration: Abbildung 18.