Die ältesten englischen Patentschriften ergehen sich nur in allgemeinen
Wendungen über den Gegenstand des Patents und geben daher keine
Möglichkeit, sich diesen zweifellos zu vergegenwärtigen.
Schon aus den ersten dieser Patentschriften geht aber zweifellos das
große Interesse hervor, das die damalige Industrie hatte, um sich
neue bewegende Kräfte dienstbar zu machen. Als ein auf diesem Gebiete
tätiger Erfinder tritt uns _David Ramseye_ entgegen. Ihm wurde in
Gemeinschaft mit _Thomas Wildgosse_ am 17. Januar 1618 das Patent Nr. 6
erteilt auf eine neue und geeignete kompendiöse Art von Maschinen und
Instrumenten und andere nützliche Erfindungen, Mittel und Wege zum
Besten des Gemeinwohles, um so wohl die Äcker ohne Pferde und Ochsen
zu pflügen und die Fruchtbarkeit des Bodens zu vermehren, ferner um
Wasser von niedrig gelegenen Orten zu höher gelegenen Orten zu heben,
Städte und Landedelsitze mit Wasser zu versorgen und andere Plätze, die
bisher ohne Wasser sind, mit geringerer Mühe als bisher, und Fracht-
und Passagierschiffe auf dem Wasser zu bewegen, sowohl schneller bei
Windstille als auch sicherer im Sturm, als dies bei Schiffen mit voller
Takelung möglich ist.
Unter dem 8. August 1622 erhielt eben derselbe _David Ramseye_ in
Gemeinschaft mit _John Jacke_ das Patent Nr. 21 auf eine neue und
nützliche Erfindung, Kunst und Mittel, zwei nützliche Maschinen und
Instrumente herzustellen und zu benutzen, die eine zum Heben von
Wasser, um Ländereien und Bergwerke zu entwässern, die andere um einen
Bratspieß oder dergleichen zu drehen.
Wir erwähnen diese beiden Ramseyeschen Patente hier, obgleich sie nicht
mit Bestimmtheit auf Dampfmaschinen sich beziehen, um deswillen, weil
Ramseye Inhaber des später noch von uns zu nennenden ersten englischen
Dampfmaschinenpatents Nr. 50 vom 21. Januar 1630 ist.
Im Jahre 1627 gab _Jean Leurechon_ unter dem Namen „Van Etten, ein
Student der Universität zu Pont à Mousson“, ein unterhaltendes,
mathematische, physikalische usw. Dinge behandelndes Buch heraus:
~Récréations mathématiques~, Rouen. In diesem wurde außer den in
Herons Druckwerken beschriebenen Anwendungen der Dampfkraft auch die
Dampfkanone von Bourgeois (vgl. S. 32) vorgeführt[33].
[Illustration: Abbildung 17.