Die Erfindung der Ausnutzung der in der gepreßten Luft enthaltenen
Kräfte wurde dem _Ktesibios_ (um 150 n. Chr.) zugeschrieben. Ihm
sollen auch die Windbüchse und die in Abb. 2 dargestellte Vorrichtung
zum Schleudern von Steingeschossen, der Erzspanner, ihre Entstehung
verdanken[4]. Letzterer hatte nach Philon von Byzanz, einem Schüler
des Ktesibios, folgende Einrichtung: In den Zylindern _~abcd~_
können sich die Kolben _~fghi~_ luftdicht auf- und abwärts bewegen.
Werden sie in die Zylinder hineinbewegt, so pressen sie die in
diesen eingeschlossene Luft zusammen. An den Kolben sind mittels der
Verbindungsstücke _~km~_ Arme angelenkt, die um die Achsen ~n~ drehbar
und an ihrem oberen Ende durch die Sehne verbunden sind, die zum
Fortschleudern der Geschosse dient. Wurde diese Sehne angezogen, so
schoben sich die Kolben in die Zylinder hinein. Wurde alsdann die Sehne
losgelassen, so schnellten die Kolben unter dem Einfluß der gepreßten
Luft nach oben und trieben die Sehne mit großer Gewalt gegen das
Geschoß, so daß dieses in weitem Bogen dahinflog.
[Illustration: Abbildung 2.