$Vorwort.$ S. 3.
$Von den ältesten Zeiten bis Dionysius Papin.$ S. 9-58.
Die Auffassung des _Aristoteles_ vom Wesen der Spannkraft des
Wasserdampfes. -- Die Dampfkanone des _Archimedes_ nach Leonardo
da Vinci. -- Der Erzspanner des _Ktesibios_. -- _Herons von
Alexandrien_ „Druckwerke“ und „Automatentheater“. -- _Vitruvius
Pollio._ -- Der „_Püsterich_“ der Teutonen. -- _Anthemius._
-- Die Dampforgel des Bischofs _Gerbert von Rheims_. -- Der
„_Püstrich_“ oder „_Bustard_“. -- _Leonardo da Vinci._ -- Die
Äolipile als Kriegswerkzeug. -- Das „Dampfschiff“ _Blasco de
Garays_. -- _Cardanus._ -- _Johannes Mathesius._ -- _Philibert
Delorme._ -- _Bresson._ -- _Bartholemeo Scappi._ -- Der „_Jack
of Hilton_.“ -- _Battista della Portas_ Dampfmessungen. --
_Bourgeois'_ „_Feuergewehr_“. -- _Salomons de Caus_ Versuche
über die Kondensation des Wasserdampfes und das Heben von Wasser
mit Hilfe des Feuers und der Sonnenwärme. -- Der Beginn des
Patentschutzes in England. -- Patent Nr. 6, _Ramseye-Wildgosse_.
-- Patent Nr. 21, _Ramseye-Jacke_. -- _Giovanni Brancas Dampfrad._
-- Das erste Dampfmaschinenpatent Nr. 50, _Ramseye_. -- Das
zweite Dampfmaschinenpatent Nr. 71, _Rotsipen_. -- _Galilei_,
_Torricelli_, _Pascal_, _Otto von Guericke_. -- _Athanasius
Kircher._ -- Bischof _Wilkins_. -- Patent Nr. 131, _Edward
Somerset, Marquis of Worcester_. -- Patent Nr. 135, _Ralph Waine_.
-- Patent Nr. 139, _Togood_. -- „Ein Hundert voll Namen und
Beispiele von Erfindungen“ des _Marquis of Worcester_. -- _Boyle_,
_Huygens_. -- Die Luftpumpe _Papins_. -- Patent Nr. 175, Sir
_Samuel Morland_. -- Die Pulvermaschine des Abbé _Hautefeuille_. --
Patent Nr. 208, _Burton_, _Plott_, _Deighton_.
$Von Dionysius Papin bis James Watt.$ S. 59-130.
Der _Papinsche Topf_. -- _Huygens_ Pulvermaschine. -- Patent
Nr. 212, _Pawley_ und _Dallow_. -- Patent Nr. 215, _Becher_,
_Serle_, _Vincent_, _J._ und _S. Weale._ -- _Hautefeuilles_
Alkohol-Dampfmaschine. -- Patent Nr. 218, _Tredenham_, _Vivian_,
_Threwren_, _Harris_. -- Patent Nr. 219, _Aldersey_. -- Sir
_Samuel Morland_. -- _Papins erste Dampfmaschine._ -- Patent
Nr. 287, _Gladwyn_. -- Patent Nr. 312, _Marmaduke Hudgeson_.
-- Patent Nr. 321, _Bushnell_. -- Patent Nr. 324, _Losvelt_.
-- Patent Nr. 327, _Poyntz_. -- Patent Nr. 338, _Barbon_. --
Patent Nr. 348, _Jones_. -- Patent Nr. 349, _Buttall_. -- Patent
Nr. 355, _Yarnald_. -- Patent Nr. 356, _Savery_. -- _Grimaldis_
und _Perieras_ Antrieb eines Wagens und eines Schiffes durch
Dampf. -- _Amontons_ Feuerrad. -- _Leupolds_ Feuerrad. --
_Papins_ Dampfpumpe. -- _Saverys_ Dampfmaschine. -- Papins zweite
Dampfmaschine. -- Die Verbesserungsvorschläge _Leibnizens_.
-- Saverys „~The Miners Friend~“. -- Newcomens und Cawleys
Dampfmaschine. -- Leupolds Zweikolben-Dampfmaschine. -- Patent
Nr. 342, _Mandell_ und _Grey_. -- Patent Nr. 397, _J. Coster_.
-- Patent Nr. 410, _Holland_. -- Patent Nr. 414, _Shuttleworth_.
-- Patent Nr. 437, _Oriebar_. -- Patent Nr. 430, _Desaguliers_,
_Niblett und Vreem_. -- Patent Nr. 449, _Triewald_. -- Patent
Nr. 463, _Dickins_. -- Patent Nr. 469, _Flower_. -- Patent
Nr. 472, _Bumpstead_. -- Patent Nr. 476, _Nuttall_ und _Skyrin_.
-- „Die Vereinigung der Besitzer der Erfindung, Wasser durch
Feuer zu heben.“ -- Patent Nr. 486, _Rowe_. -- Patent Nr. 496,
_Billingsley_. -- Patent Nr. 505, _Payne_. -- Patent Nr. 507,
_Bewley_ und _Holtham_. -- Patent Nr. 513, _Allen_. -- Patent
Nr. 555, _Payne_. -- Patent Nr. 556, _Jonathan Hull_. -- Patent
Nr. 571, _Wise_. -- _Parrots_ Vernietung der Dampfkesselnähte. --
Patent Nr. 634, _Stevens_ und _Hadley_. -- Patent Nr. 703, _John_.
-- Patent Nr. 709, _Wright_. -- Patent Nr. 713, _Wilkinson_. Patent
Nr. 730, _Brindley_. -- Patent Nr. 739, _Wood_. -- Patent Nr. 761,
_Greenall_. -- Patent Nr. 762, _Menzies_. -- _Hindleys_ Ersatz
des Balanciers. -- Patent Nr. 795, _Oxley_. -- Patent Nr. 844,
_Fall_. -- Patent Nr. 848, _Blakey_. -- Patent Nr. 850, _Stewart_.
-- Patent Nr. 865, _Barber_. -- Patent Nr. 875, _Duncombe_ und
_Polile_. -- Patent Nr. 895, _Hateley_. -- Patent Nr. 897, _Wise_.
-- Dampfwagen von _Edgeworth_ und _Cugnot_. -- Die Erforschung des
Wesens des Wasserdampfes durch _van Helmont_, _Halley_, _Wolf_,
_Kratzenstein_, _Hamberger_, _le Roy_, _Ericson_, _Black_, _James
Watt_. -- Watts Verbesserungen der Newcomen-Maschine. -- James
Watts Patent Nr. 913. -- Das Planetenrad. -- Watts doppelt wirkende
Maschine. -- Das Wattsche Parallelogramm.
Von den ältesten Zeiten bis Dionysius Papin.
Den ersten Anfängen der Kenntnis der Spannkraft des Wasserdampfes
begegnen wir bei _Aristoteles_, geb. 384, gest. 322 v. Chr. Er suchte
die Erdbeben durch die plötzliche Umwandlung des Wassers in Dampf im
Erdinnern zu erklären, eine Auffassung, die später durch _Seneca_
(geb. 4 v. Chr., gest. 65 n. Chr.) eine weitere Ausbildung erfuhr.
Aristoteles nahm vier Elemente an: Erde, Wasser, Luft, Feuer. Daß nur
diese vier Elemente möglich seien, bewies er auf folgende Weise[2]:
„Es gibt vier Grundempfindungen: warm, kalt, feucht und trocken. Diese
Empfindungen werden paarweise vereint wahrgenommen. Mathematisch
betrachtet können sich sechs solcher Vereinigungen bilden. Doch sind
zwei als sich widersprechend unmöglich, nämlich die Vereinigung warm
und kalt und die Vereinigung von feucht und trocken. Es bleiben
folglich vier Gegensätze bestehen, und dementsprechend sind nur vier
Elemente möglich. Dem Gegensatz kalt und trocken entspricht die Erde,
dem Gegensatz kalt und feucht das Wasser, warm und feucht die Luft,
warm und trocken das Feuer. Durch die Mischung dieser vier Elemente
entstehen sämtliche irdische Stoffe.“
Diese Auffassung hat sich viele Jahrhunderte hindurch aufrechterhalten,
und zwar insbesondere auch bei den Bahnbrechern der Dampfmaschine, so
z. B., wie wir später sehen werden, bei Salomon de Caus.
Von einer praktischen Verwendung der Spannkraft der Gase durch
Aristoteles verlautet nichts. Dieser begegnen wir erst bei
_Archimedes_, geb. 287, gest. 212 v. Chr., in Gestalt des
„Architonitro“, einer Dampfkanone. Dieselbe ist in den Schriften
des Archimedes nicht enthalten. Ihre nachstehend wiedergegebene
Beschreibung stammt vielmehr von _Leonardo da Vinci_ (geb. 1452, gest.
1519) und lautet[3]:
„Erfindung des Archimedes. Architonitro ist eine Maschine von dünnem
Kupfer und wirft Kugeln von Eisen mit großem Geräusch und großer
Gewalt. Man gebraucht sie in folgender Weise: Der dritte Teil des
Instruments befindet sich oberhalb einer großen Menge Kohlenfeuer, und
wenn er durch dieses gut erhitzt ist, schraube die Schraube nieder,
die sich über dem Wassergefäß (~a c~), Abb. 1, befindet. Wenn man die
Schraube darüber niederschraubt, öffnet es sich nach unten, und nachdem
das Wasser herabgeflossen ist, fließt es in den erhitzten Teil des
Instruments und verwandelt sich plötzlich in eine Menge Dampf (Fumo),
so daß es ein Wunder zu sein scheint, und namentlich die Wut zu sehen
und den Lärm zu hören. Dies warf eine Kugel, die ein Talent wog, sechs
Stadien weit.“
[Illustration: Abbildung 1.