Flottwell mit einem Bilde in der Hand, sein Bild in jungen
Jahren vorstellend. Liese. Hans. Hiesel.
Flottwell. Wie freut mich das, mein Bild in eurem Haus zu
finden. Ich könnt es nicht in bessern Händen wissen. Wie ist
es an euren Vater gekommen?
Liese. Der Vater hat uns erzählt: Er hats im Schloß gekauft.
Wie alles gerichtlich lizitiert ist worden.
Flottwell (seufzt). Ja so!
Hansel. Und es hat nicht viel gekostet. Es hat kein Mensch was
geben wollen dafür.
Flottwell (für sich). Schändlich!
Liese (heimlich). Bist still! Weißt du nicht, was der Vater
gesagt hat?
Hiesel (deutet an den Rand des Bildes). Da steht der Datum,
wenn Euer Gnaden geboren sein.
Liese (sieht nach). Den letzten Julius. (Freudig.) Da ist ja
heute Ihr Geburtstag? Ah! das ist schön. Gerade fünfzig Jahr.
Alle drei. Wir gratulieren!
(Liese läuft fort)
Flottwell. Als die Sonne sank, ward ich geboren. Wenn sie
wieder sinken wird? Wo werd ich sein? (Versinkt in Nachdenken.)
Hiesel (zu Hans). Du, da bin ich vergnügter, wenn mein
Geburtstag ist.
Hansel. Ja, er ist ja schon fünfzigmal geboren. Da gwöhnt
mans halt.
Liese (fahrt Pepi herein, der jetzt als Knäbchen reinlich
gekleidet ist und einen großen Blumenstrauß trägt). Da bring
ich noch einen Gratulanten.
Hansel (sieht zum Fenster hinaus). Just kommt die Mutter!
(Läuft hinaus.)
Liese (herzlich). Möchten Euer Gnaden noch viele solche
Blumen auf Ihrem Weg erblühen! Das wünschen wir Ihnen alle
von ganzem Herzen.
Flottwell (nimmt tief ergriffen den Blumenstrauß, sagt) Ich
dank euch, liebe Kinder! (und legt ihn auf den Tisch.) Ach,
warum kann ich euch nur mit Worten danken!