Stück von gestricktem Einsatz möglichst „unsichtbar“ zusammengefügt
wird. Die Naht soll unter dem Arm angebracht sein. Ungefähr je 15
Zentimeter von der vorderen und je 13 Zentimeter von der hinteren Mitte
entfernt, bringt man die gestrickten Achselbänder an. Sie werden 1
bis 6 Zentimeter breit und 40 Zentimeter lang gehalten. Wenn man das
beste Garn, möglichst fein, verwendet, wird die Hemdenpasse manches
Hemd überleben; darum soll man sie mit der Hand annähen, um sie beim
Abtrennen nicht zu beschädigen, falls sie für ein neues Hemd verwendet
werden soll. Strickarbeiten wirken erst dann schön, wenn sie gut
gespannt sind. Das Spannverfahren ist sehr einfach: Nach der Wäsche
spannt man die Arbeit noch feucht auf ein sauberes weißes Tuch über
einer dicken Decke und steckt sie mit rostfreien Nadeln fest. Zacken
und Bogen werden einzeln gerade gezupft, die Mühe lohnt sich, denn
nach dem Spannen zeigt sich die Eigenart der Strickspitze bis in die
kleinsten Teile.
[Illustration: Abb. 155. Gestrickte Hemdenpasse.]
Ein +Tee-+ oder +Kaffeekannenwärmer+ für den Hausgebrauch ist stets ein
praktisches Geschenk für denjenigen, dem er fehlt. Nun muß man sich
aber auch erkundigen, für welche Zwecke er gewünscht ist; meistenteils
bekommt man sehr elegante Kannenwärmer, mit Spitze und reicher
Stickerei verziert, also für den Alltag nicht zu brauchen. Da ein
Strapazierkannenwärmer aber viel eher und öfter gebraucht wird als ein
eleganter, muß auch darauf Rücksicht genommen werden, und wir bringen
zwei Modelle, (Abb. 156 und 157), ein ganz einfaches und ein reich
besticktes Muster, zur Auswahl.
Der +einfache Kannenwärmer+ (Abb. 156) besteht aus einem Tuchrest;
Tütenblau, Giftgrün, Feuerrot, Orangegelb, Türkis, Pfauenblau, Altgold,
Bischofslila, Grasgrün, Kirschrot, das sind Farben, die sehr gut dazu
passen, denn man will auch auf dem alltäglichen Tisch etwas Farbiges
sehen; dadurch wird die Stimmung gehoben. Dieser farbenfröhliche
Hintergrund wird mit einer leichten Häkelei verziert, nachdem man
die „Mütze“ zugeschnitten hat. Zuerst schneidet man eine Papierform
von 30 Zentimeter Höhe, 35 Zentimeter Breite; am besten ist es, wenn
die Maße an den betreffenden Kannen ausprobiert werden. Will man
die Arbeit nach auswärts senden, so erbittet man auf alle Fälle die
genauen Maße, sicherheitshalber für Kaffee- +und+ Teekanne; es hat
keinen Zweck, drauflos zu arbeiten, wenn man keine Ahnung von den
notwendigen Größenverhältnissen hat. Unser Maß ist für die einfache
Durchschnittskanne gedacht; am wichtigsten ist es indessen, wenn es
sich um ein Geschenk handelt, das Muster der größten in Frage kommenden
Kanne abzunehmen.
Man schneidet nun zwei Teile und beginnt mit der Häkelei, die in zwei
Farben gehalten wird. Auf Rot wirken Tütenblau und Schwefelgelb am
besten, für einen grünen Grund verwendet man Orangegelb und Schwarz,
auf Blau Orangegelb und Giftgrün, auf Gelb Schwarz und Tütenblau oder
Grasgrün, auf Bischofslila Schwefelgelb und Schwarz oder Giftgrün, auf
Altgold Türkis und Tütenblau, auf Türkis Orangegelb und Schwarz.
Man verwendet feines Perl- oder Papiergarn und häkelt recht fein,
sonst wird das Muster zu groß und plump. Die Häkelei beginnt mit dem
kleinsten Ring in der Mitte, Anschlag 20 Luftmaschen, mit einer festen
Kettenmasche zum Ring geschlossen.
[Illustration: Abb. 156. Einfacher Kannenwärmer.]
1. Reihe: 3 Lftm. für die 1. Stäbchenmasche, 3 Lftm., 9mal 1 St., 3
Lftm., 1 Masche übergehen, zuletzt 1 f. Kttm. in die 3. Lftm. am
Anfang der Reihe. 2. Reihe: 1 feste Masche in die nächste M., 3 Lftm.,
1 M. übergehen, 1 f. M., ringsum wiederholt -- es müssen 20 Bogen sein
-- zuletzt 1 f. Kttm. in die 1. f. M. 3. Reihe: 2 f. Kttm. in die
ersten Lftm. der vorigen Reihe, 3 Lftm. statt 1 St., 3 Lftm., 20mal
1 St., 3 Lftm., 1 f. Kttm. in die 3 Lftm. am Anfang der Reihe. Damit
ist die Grundlage für die Häkelarbeit gegeben. Die nächste Reihe von
Ovalen wird mit 1 f. Kttm. am 4. Bogen der letzten Reihe angehängt; 2
Bogen bleiben dazwischen. Am nächsten wird wieder ein Oval angehängt.
Fünfmal sind die betreffenden Ovale, die wie das erste mit nur 1 Reihe
aus 12 St. weiß gehäkelt werden, nach Übergehen von 2 Bogen angehängt
und so die Hauptlinien des Musters gegeben. Die nächsten Ovale sind
wieder farbig mit 14 St. hergestellt; es folgen dann weiße mit 16
St. und zuletzt farbige mit 20 St. Sind so die Ovale zusammengehängt,
werden sie am Außenrand mit farbigem Garn im Zusammenhang umhäkelt.
1 f. M. um den mittelsten der 7 Bogen, die bei dem 1. Oval übrig
geblieben sind, 4 Lftm., 1 St. in die 1. derselben, 1 f. M. um den
folgenden Bogen. Der Übergang von einem Oval zum nächsten muß so glatt
wie möglich ausgeführt werden. Zuletzt, wenn die ganze Häkelarbeit
fertig und aufgenäht ist, durchzieht man die Ovale zweimal versetzt
in Schlangenlinien mit mittelstarkem weißen Perlgarn. Daß noch vier
besondere Teile mit je drei Ovalen zwischen die Hauptlinien eingefügt
werden, zeigt die Abbildung; sie lehrt auch, wie und wo mit dem
Perlgarn durchgezogen wird. Nachdem die Arbeit von der Rückseite aus
gut geglättet ist, legt man Watte und Futter auf, reiht alles ringsum
an und näht den unteren Saum nach innen ein. Der Außenrand wird sehr
fest aufeinandergereiht und dann zusammen mit festen Maschen umhäkelt.
Man nimmt dazu entweder Wolle von der gleichen Farbe des Grundstoffes
oder von der Farbe der Häkelarbeit. Schließlich häkelt man die Teile
von der Rückseite aus mit festen Maschen zusammen. Ein kleiner Ring,
mit festen Maschen umhäkelt und oben in der Mitte festgenäht, dient als
Griff.
[Illustration: Abb. 157. Reich bestickter Kannenwärmer.]
Man verziert den Kannenwärmer auf +beiden+ Seiten in der beschriebenen
Weise; da solch eine Häkelei unverwüstlich ist, kann sie immer wieder
verwendet werden.
Der zweite +Kannenwärmer+ (Abb. 157) zeigt einen reichen Schmuck in
Flachstickerei. Er besteht aus schwarzem Tuch, hat ebenfalls Mützenform
und wird genau wie das andere Modell zugeschnitten und montiert. Das
Muster wird mit weißem, gelbem oder rotem Ölpauspapier auf den Stoff
übertragen; man stickt es am besten im Rahmen. Der Entwurf besteht
aus großen und kleinen Blumen und Blättern; man kann ihn leicht von
unserm Modell abzeichnen, und es kommt nicht darauf an, ob eine
Blüte etwas größer oder kleiner ausfällt als auf der Vorlage; es ist
wichtiger, daß das Ganze recht harmonisch sich in die Form einfügt. Man
arbeitet mit bunter Wolle oder Seide, kann aber auch beide Materialien
mischen. Die Verbindungen der einzelnen Stoffteile werden mit großen
Knopflochstichen hergestellt. Dieser Kannenwärmer wirkt auch in starkem
Leinen sehr gut; in diesem Fall muß er unbedingt waschecht bestickt
werden, zum Beispiel mit Perlgarn oder waschechten, starken Seidenfäden.
[Illustration: Abb. 158. Wirtschaftsschürze mit leichter Stickerei.]
Ein praktisches Geschenk für junge Frauen und Mädchen ist die
+Wirtschaftsschürze+ mit leichter Stickerei, die wir in unserer
Abbildung 158 bringen. Als Grundstoff eignet sich dunkelblaues
„Fuhrmannsleinen“ am besten, doch kommt auch dunkelgraues Leinen in
Betracht. Sehr brauchbar ist auch englisches Lederleinen. Diese Stoffe
lassen sich gut waschen und sind unverwüstlich. Man bestickt sie
mit rotem, unbedingt waschechtem Perlgarn, auch weißes Garn kommt in
Betracht. Graues Leinen kann man auch mit tütenblauem oder giftgrünem
Garn besticken. Ziemlich auffallend, aber nicht unpraktisch sind rote
Leinenschürzen; roter Stoff fällt meist sehr haltbar aus, wenn eine
gute Qualität gewählt wird. Man bestickt ihn in Weiß, Tütenblau,
Dunkelblau oder Schwarz. Die schmale Borte ist 3 bis 4 Zentimeter
breit, die Blumen werden 10 Zentimeter hoch gehalten. Die Größe der
Wirtschaftsschürze richtet sich nach der Figur der Trägerin, man
rechnet im Durchschnitt eine Länge von 70 bis 75 Zentimeter, sie wird
dementsprechend 60 bis 65 Zentimeter breit geschnitten. Der doppelte
Bund ist 3 Zentimeter breit, der Latz oben 30 Zentimeter breit und 20
Zentimeter hoch. Die Bänder werden angeschnitten, nach unten etwas
abgeschrägt, auch der Latz wird auf jeder Seite nach unten 2 Zentimeter
abgeschrägt. Die Schürze ist gerade geschnitten. Sie wird mit je zwei
Falten auf jeder Seite in den doppelten Bund gefaßt; der Latz wird mit
je zwei nach außen gelegten Falten unter dem Bund angenäht. An den Bund
werden auch die gesäumten Bänder genäht, man näht zwei Wäsche- oder
Perlmutterknöpfe für die mit Knopflöchern versehenen Tragbänder an.
Die Stickerei über dem unteren Schürzenrand besteht aus Zackenlinien,
die in Stielstich ausgeführt werden, die länglichen Punkte hält man
in Flachstich, die Blumen in langem Kettenstich, die Blättchen in
Plattstich. Der etwa 15 Zentimeter breite Ausschnitt am Latz ist in
derselben Weise verziert, ebenso die 12 bis 14 Zentimeter breite
Tasche. Eine Stielstichreihe begrenzt den unteren und den seitlichen
Saum sowie den inneren Latzausschnitt.
+Buchhüllen+ sind ein sehr beliebtes Weihnachtsgeschenk; man schützt
mit ihnen sehr zweckmäßig eigene und geliehene Bücher, die man auf
diese Weise auf Reisen, auf Ausflüge, auf Spaziergänge mitnehmen kann,
ohne ihnen Schaden zuzufügen. Wir zeigen auf unserer Abb. 159 drei sehr
hübsche, einfache Modelle in Kreuzstichtechnik, die noch „ganz zuletzt“
ohne viel Mühe und Kosten angefertigt werden können.
Sie stammen aus Beyers Handarbeitsbüchern, Band 22, Kreuzsticharbeiten,
Heft 3. Die Hüllen werden bestickt; ihre Größe beträgt durchschnittlich
20 zu 30 Zentimeter. Man verwendet dazu ein Stück Stoff von 22
Zentimeter Höhe und 40 Zentimeter Breite. Wenn die Stickerei ausgeführt
worden ist, wird das Futter gegengenäht; je 5 Zentimeter der Breite
werden als Tasche nach innen geklappt und oben und unten mit kleinen
Stichen dem Deckel angenäht. Die Stickerei muß mit kleinen Stichen
hergestellt werden, so daß ungefähr sechs Stiche auf 1 Zentimeter
kommen. Die linke Buchhülle ist auf terrakottafarbenem Leinen auch über
dem Buchrücken mit schwarzem Twist gestickt. Die erste Zickzacklinie
ist hellblau gehalten; das Futter ist aus dem Oberstoff hergestellt.
Die mittlere Hülle wird aus holzbraunem Leinen mit braunem Satinfutter
gearbeitet. Außer den kleinen Dreieckformen in moosgrünem Twist ist die
Stickerei schwarz gestickt. Zur dritten Hülle wurde graublaues Leinen
verwendet; die Ecken sind lavendelblau bestickt, die Randlinien schwarz
und blau; das Futter besteht aus blauem Satin.
[Illustration: Abb. 159. Drei Buchhüllen mit Kreuzstichstickerei.]
Häufig bietet sich gerade zu Weihnachten Gelegenheit, Fernerstehenden
eine kleine Aufmerksamkeit zu erweisen; sie darf nicht viel kosten,
soll eigentlich nur zeigen, daß man auch an diese oder jene
Persönlichkeit in liebenswürdiger Weise gedacht hat, und eine Art
freundliches Gedenken bezeichnen.
Da ist zum Beispiel die alte oder junge Hausschneiderin, die noch
schnell das neue Festkleid genäht hat; da sind alleinstehende Tanten
und Hausfreundinnen, die zum Heiligen Abend eingeladen worden sind. Für
sie soll noch eine Kleinigkeit fertig werden. Was kann man wählen?
[Illustration: Abb. 160. Stecknadelfisch.]
Da wäre ein niedlicher Stecknadelfisch (Abb. 160), eine praktische
Handarbeit, die bestimmt nicht viel Mühe macht. Die Grundform wird auf
Papier gezeichnet. Dann erst schneidet man sie von kräftigem Stoff und
zuletzt von dem des Überzugs, etwa grauem Samt oder Seide, aus. Die
Länge beträgt 20 Zentimeter, an der dicksten Stelle 8 Zentimeter für
eine Hälfte. Ist die Grundform zugeschnitten, zeichnet man Kopf, Maul
und Augen mit einigen geraden Strichen auf; zu den Schuppen schneidet
man bogig geformte Pappdeckelstückchen in drei Größen und zeichnet sie
auf dem Stoff nach, indem man am Kopfe die größten, ungefähr sechs
Reihen, nimmt, hierauf die mittleren und gegen das Ende die kleinsten.
Dann näht man die Form zu, füllt sie fest mit trockenem Sand und zieht
den Außenstoff darüber. Zuletzt werden, der Vorzeichnung folgend,
Stecknadeln eingesteckt, und zwar Kopf an Kopf. Auch hier nimmt man
drei Größen: die stärksten für den Kopf und die ersten sechs Reihen,
die zweite Größe für das Mittelstück, die kleinsten für den Schwanz.
Zu den Flossen braucht man längere Stecknadeln. Man steckt diese nur
so tief, daß man die richtige Form bekommt, wie aus der Abbildung
ersichtlich ist. Haupterfordernis ist, nicht damit zu sparen; man
braucht eine ganze Menge Nadeln.
[Illustration: Abb. 161. Schere mit Fingerhutbehälter in Form einer
Nelke.]
Ein ähnliches Geschenk ist die +Schere+ mit dem +Fingerhutbehälter+ in
Form einer +Nelke+. Das ist etwas sehr Praktisches, was auch jungen
Mädchen viel Spaß machen wird. Man nimmt ganz wenig Maschen auf und
häkelt die Blume, deren Kelch den Fingerhut enthalten soll. In Hochrot,
Bischofslila, Pfauenblau, Orange wirkt die Blüte am besten. Statt des
Stiels wird eine doppelte Schnur aus Luftmaschen gehäkelt, an der
die große oder kleine Schere, natürlich in diesem Fall keine Nagel-,
sondern eine +Schneider-+ oder +Stickschere+, befestigt wird. Dieses
Geschenk, vielleicht zusammen mit dem Stecknadelfisch, ist eine sehr
geschmackvolle Aufmerksamkeit, die in Jungmädchenkreisen sicherlich
Anklang finden dürfte (Abb. 161).
Etwas ganz besonders Hübsches ist das +Kinderkleid+ (Abb. 162), das von
jungen Tanten und Patinnen bestimmt in die engere Wahl gestellt werden
wird, auch die „große“ Schwester wird dafür Verwendung finden.
[Illustration: Abb. 162. Gesticktes Kinderkleidchen, nach einem Entwurf
von Ida Blell, Berlin.]
Den eigenartigen Schnitt des Leibchens kann man nach der Abbildung
mit Hilfe des Körpermaßes leicht ausprobieren. Die Stickerei,
stilisierte Blätter und Blüten, wird mit geteilter rosa Waschseide fast
durchweg im Linienstich ausgeführt. Man arbeitet dabei immer rings
um eine Musterfigur, ein Blatt oder eine Blume, mit Vorstichen, dann
zurückgehend ebenfalls mit Vorstichen ringsum, indem man jetzt die
rosa Vorstiche auf die Nadel nimmt und die leeren Stellen überspannt.
Das Röckchen ist etwa 180 Zentimeter weit; die Länge kann verschieden
sein. Der Saum ist 3 Zentimeter breit; er wird als Lochsaum mit rosa
Seide ausgenäht. Man kann das Leibchen rückwärts in gleicher Länge
wie an der Seite herumgehen lassen oder auch wie vorn ausschneiden.
Die untere Kante, der obere Ausschnitt und die Ärmel werden mit rosa
Seide umhäkelt, nachdem die Schnittkante 1 Zentimeter breit nach
innen umgebogen wurde. Beim Umhäkeln führt man 2 feste Maschen in dem
gleichen Stich aus und häkelt 1 bis 2 Luftmaschen dazwischen, dann
wieder 1 f. M., 2 Lftm., 1 f. M. Das Röckchen muß selbstverständlich
beim Ausschnitt entsprechend höher heraufgehen; die Falten oben
werden mehrmals fein gezogen, worauf man die obere Kante auf der
Rückseite an die Häkelmaschen annäht. Ein einfaches Spitzchen in
Schiffchenarbeit schließt den oberen Ausschnitt und die Ärmel vorne ab.
Der Halsausschnitt ist mit rosa Band durchzogen.
Das niedliche +Körbchen+ (Abb. 163) ist ein sogenanntes
+Verlegenheitsgeschenk+, es soll nur eine kleine Aufmerksamkeit
vorstellen. Man wählt ein einfaches, hübsch geformtes Körbchen aus
Weiden oder Span in der Art, wie wir es auf unserem Bilde zeigen. Ist
es weiß, das heißt naturfarben, so beizt man es mit einer beliebigen
Holzbeize, am feinsten wirkt Grün, Braun oder Hellbraun. Dann reiht
man große, gleichmäßige Glasperlen auf einen starken Faden und
befestigt ihn an der Korbwand, wie wir es auf unserem Bilde sehen.
Diese Perlen sind in zwei Farben gehalten, in Dunkelblau und Gelb, wie
Bernstein getönt; es sind sogenannte böhmische Glasperlen, die sich für
solche Zwecke sehr gut eignen. Solch Körbchen kann man als Näh- oder
Stopfkörbchen herrichten, indem man ein Nadelkissen, einen Stopfer,
am besten auch einen Handschuhstopfer, Garn, Twist, Wolle in den
gebräuchlichsten Farben, einen Fingerhut, vielleicht auch eine Schere
darin verteilt. Es genügt aber, wenn man es als Schlüsselkörbchen
bestimmt und zunächst mit Süßigkeiten füllt.
[Illustration: Abb. 163. Körbchen aus Span mit Glasperlen.]
Zum „Füllen“ eignet sich auch die +Spanschachtel mit Handmalerei+, die
als Kragenbehälter sicherlich Gefallen finden dürfte (Abb. 164). Man
bemalt sie mit Temperafarben; der Grund ist Kobaltblau, die großen
Blumen an den Wänden sind abwechselnd feuerrot mit gelber Mitte und
schwefelgelb mit grüner Mitte gehalten. Blätter und Stengel sind
grasgrün. Der Deckel zeigt große Blumen, die dicht nebeneinanderstehen.
Sie sind abwechselnd orange und schwefelgelb, zinnober- und karminrot,
mit abstechender Mitte und Punkten in Grün und Gelb, die Punkte
sollen die Staubgefäße andeuten. Alle Blüten sind schwarz umrandet.
Die Spanschachtel wird stark glänzend lackiert, die Tempera- oder
Guaschfarben, die zum Malen verwendet werden, hält man dickflüssig.
Diese starkgetönte Spanschachtel eignet sich besonders zum Verpacken
von Süßigkeiten, die nach auswärts geschickt werden sollen. Auch zum
Julklapp ist sie gut zu gebrauchen. Man kann eine Menge Kleinigkeiten,
dicht umhüllt, hineinpacken, Strümpfe, Handschuhe, Kragen,
Taschentücher, ein passendes Geschenk für jüngere Herren.
[Illustration: Abb. 164. Spanschachtel mit Handmalerei.
Entwurf und Ausführung: Else Levin, Berlin.]
57. Weihnachtliches Allerlei
Zum Weihnachtsfest regen sich die Hände der mehr oder weniger fleißigen
Haustöchter mit besonderem Eifer. Nicht nur die Handarbeiten spielen
schon wochen-, sogar monatelang eine wichtige Rolle im Backfischleben,
es gibt noch mancherlei anderes, was ebenso ernsthaft vorbereitet
werden muß.
[Illustration: Abb. 165. Christbaumschmuck aus Oblaten.]
Da ist zum Beispiel der +Schmuck der Weihnachts-+ und -- ein wenig
später -- der +Silvestertafel+. Aber das letztere ist ein Kapitel
für sich. Und der +Christbaum+ und sein +Schmuck+, das ist eigentlich
etwas, was in jeder Familie traditionell behandelt wird. Wo nur
Erwachsene oder Halberwachsene das Weihnachtsfest gemeinsam feiern,
dürfte die Tanne im Schmuck weißer Kerzen, die Zweige mit Engelshaar
verhangen, ohne jede weitere Verzierung, am liebsten gesehen werden. Wo
Kinder unter dem Christbaum stehen, wird man vielleicht etwas weniger
feierlich sein und bunte Lichte, versilberte und vergoldete Nüsse,
Äpfel, Zuckerzeug und Pfefferkuchen an den grünen Zweigen anbringen,
damit es am +Dreikönigstag+ etwas zu „plündern“ gibt. Und wer noch
ein wenig weiter gehen will, der hängt +bunte Weihnachtsbildchen+ und
+Papierketten+ und vor allem recht farbige +Papiernetze+ und +Körbchen+
an den Christbaum, und in den Netzen und Körbchen schaukeln sich
Pfeffernüsse und kleine Steinpflaster, das übliche Weihnachtsgebäck,
das auch die Großen nicht verschmähen. Ja, man kann solch einen
Christbaum so lieb und lustig ausschmücken, daß ihn die Kinder ihr
ganzes Leben lang nicht vergessen und daß sich in ihrem späten Alter
die Erinnerung an Jugendseligkeit und Kinderglück immer wieder um
den brennenden Lichterbaum drängt. Der Christbaum, strahlend im
Kerzenschein, der Inbegriff aller Seligkeiten!
Wie leicht ist es, solchen fröhlichen +Christbaumschmuck+ selber
herzustellen; an einem Abend kann man die ganze bunte Herrlichkeit
hervorzaubern.
Wie macht man ein Netz? Man faltet ein quadratisches Stück
durchgefärbtes, ungummiertes +Buntpapier+ wie ein Taschentuch, dann
nochmals diagonal. Dann schneidet man mit einer scharfen Schere
parallel dem unteren Rand in ganz schmalen Abständen einmal von rechts
und einmal von links bis fast an den gegenüberliegenden Rand. Wenn
man es auseinanderfaltet, durch die äußeren Ränder einen festen Faden
zieht, ist das Netz fertig. Man legt eine bronzierte Nuß, einen kleinen
Pfefferkuchen hinein und hängt das bunte Netz an einen Zweig.
+Papierketten+, die um den Christbaum geschlungen werden, macht man
aus Papierstreifen; man benutzt dazu durchgefärbtes, ungummiertes
Buntpapier. Es wird 1 Zentimeter breit, 6 Zentimeter lang geschnitten
und zum Ring geklebt. Durch diesen Ring zieht man einen Streifen, klebt
diesen wieder zu einem Ring und so weiter, so lang man die Kette haben
will. Je bunter sie ist, desto hübscher wirkt sie, darum kann jedes
einzelne Kettenglied in einer anderen Farbe gehalten sein.
Sehr einfach in der Herstellung ist auch der +Christbaumschmuck+ aus
+Oblaten+, den wir in Abb. 165 zeigen.
Einige Vorsicht ist bei dieser Arbeit indessen notwendig, da
Oblaten leicht zerbrechlich sind. Als Unterlage dient ein farbiges
Kartenblatt. Auf diesem ordnet man die Oblaten zu Figuren, und zwar
nach Belieben in einer oder auch in mehreren Farben. Zum Ausstechen
kann jede scharfrandige Metallhülse dienen, zum Beispiel eine
Bleistifthülse oder eine leere Patrone. Als Klebstoff eignen sich
dickflüssige Zuckerlösung, Gummiarabikum oder Mehlkleister. Die unteren
Scheibchen bleiben, wie sie sind, und werden nur dachziegelartig
übereinandergeschoben. Für die aufgesetzten Sterne teilt man die
Scheibchen mit einem Messer in Hälften beziehungsweise Viertel. Wer
sehr geschickt ist, kann auch die Kartonunterlage weglassen.
[Illustration: Abb. 166. Weihnachtsleuchter.]
Nun zur +Weihnachtstafel+, für die ein besonderer Schmuck ausgedacht
werden muß, denn wenn den Kleinen zuliebe vielleicht die feierliche
Note des Festes ein wenig gemildert und zurückgedrängt wird und der
+Tannenbaum+ ein buntes Aussehen bekommt, so muß die +Weihnachtstafel+,
an der die Großen herrschen, desto ruhiger und würdiger geschmückt
werden. Der Christbaum und die aufgebauten Geschenke, all dies soll
den Kindern gehören, die Erwachsenen aber sollen die „Heilige Nacht“
+feiern+, und darum muß die Weihnachtstafel in Grün und Weiß gehalten
sein, strahlender +Kerzenschein+ und +Tannenzweige+, und dazwischen
flimmerndes +Engelshaar+.
Wer geschickt ist, kann jeden Leuchter in einen +weihnachtlichen
Kerzenhalter+ umwandeln; wir zeigen auf unserer Abb. 166 solch einen
feierlichen Lichthalter. Ständer und Arme sind dicht mit Tannengrün
umkleidet, Lametta ist darübergelegt, und den Abschluß bilden die
brennenden, dicken weißen Kerzen. Weiße Lichte wirken am schönsten,
es wird wohl niemand auf den Gedanken kommen, dafür +bunte+ Kerzen zu
verwenden; nur echte, gelbliche Wachskerzen kämen dafür in Betracht,
wie sie in der Kirche brennen.
Ein solch feierlicher Weihnachtsleuchter kann im Ausnahmefall den
Christbaum ersetzen, in manchem Stübchen wird wohl am Heiligen
Abend solch tannenumkränzter Leuchter aufgestellt werden, ein
Weihnachtsleuchter, den ein treues Gedenken für liebe Freunde und
Angehörige festlich geschmückt hat.
Ähnlich ist der +Tafelschmuck+ auf unserem nächsten Bild (Abb. 167)
gehalten: hier sieht man +kleine Tännchen+ in Blumentöpfen, die mit
dunkelgrünem Kreppapier umhüllt sind. Lametta hängt in den Zweigen und
verdeckt, lang herabhängend, die Töpfe, sie fließt über das Tischtuch
dahin, im Umkreis einen silbernen Schein verbreitend.