Besonders malerisch wirken die +Bäume+. Der Baumstamm besteht aus

Holzstöckchen in entsprechender Höhe, die auf Holzknöpfe geleimt

werden, damit sie feststehen. Man kann auch viereckige Holzstückchen

dafür verwenden. Das +Laub+ besteht aus grünem Seidenpapier; ein

langer Streifen Seidenpapier wird an einer Längsseite in Abständen

von ½ Zentimeter eingeschnitten. Der Baumstamm wird mit Kleister

oder Leim bestrichen, soweit das „Laub“ reicht, und nun wird der

Seidenpapierstreifen, von oben anfangend, nach unten darüber gewickelt,

bis ein voller Wipfel entsteht. Der Stamm wird braun angestrichen,

ebenso der Knopf oder das Standbrettchen. Noch einfacher ist die

Herstellung der Bäume, wenn man Luffaschwamm in grüner Beize färbt und

an den Baumstämmchen befestigt.

[Illustration: Abb. 113. Eisenbahn aus Streichholzschachteln.]

Die +Eisenbahn+ (Abb. 113) ist ein Spielzeug, das in jedem Kinderzimmer

helle Begeisterung auslösen dürfte; besonders Jungen sind immer für

Eisenbahnen zu haben, die ihre Phantasie anregen und die man nach

Belieben bewegen kann. Die +Wagen+ bestehen aus Streichholzschachteln,

die mit braunem oder dunkelgrünem Papier, mit Hilfe von Kleister,

Dextrin oder irgend einem anderen Klebestoff, verkleidet werden.

+Fenster+ und +Türen+ werden aus schwarzem oder braunem abstechenden

Papier sorgfältig ausgeschnitten und aufgeklebt. Um gerade Linien zu

erzielen, nimmt man das Lineal zu Hilfe, die Linien werden mit einer

Stricknadel längs des Lineals eingeritzt oder mit einem harten, scharf

gespitzten Bleistift vorgezogen. Die +Räder+ bestehen aus Pappe;

zum Aufzeichnen verwendet man runde Schachteln (Pillenschachteln),

legt sie unter die Pappe und zieht mit Bleistift den Kreis. Die

Zündholzschachteln werden zum Anbringen der Räder an geeigneter

Stelle durchlocht, die Räder durchlocht man genau in der Mitte und

befestigt sie mit Streichhölzern oder Zahnstochern an den Wagenwänden,

am einfachsten ist es, wenn man die Räder mit Reißnägeln anbringt.

Die +Lokomotive+ erhält einen +Schornstein+ aus einer Garnrolle,

die einzelnen Wagen werden mit Bindfaden miteinander verbunden, man

durchlocht die Schachteln und zieht den dünnen Bindfaden durch. Die

Wagenreihe kann beliebig verlängert werden, man kann auch Nummern auf

die einzelnen Abteile pinseln, um sie nach Klassen einzuteilen.

35. Knebelpuppen

[Illustration: Abb. 114. Puppen aus Paketknebeln und Streichhölzern.]

Die niedlichen +Knebelpuppen+, die wir auf Abb. 114 zeigen, eignen sich

sehr gut als +Tafelschmuck+, besonders als +Tischkartenhalter+. Man

kann damit eine sehr lustige „bunte Reihe“ erzielen. Die Herstellung

ist sehr einfach und kostenlos; im letzten Augenblick gelingt es

geschickten Händen noch, solche farbige Figürchen anzufertigen. Bei

einiger Übung kann man sie dutzendweise nacharbeiten. Man nagelt die

bekannten +Paketholzknebel+ auf +Holzknöpfe+ auf; es genügt auch,

sie mit Tischlerleim aufzukleben. Die Arme bestehen aus abgebrannten

+Streichhölzern+, die ebenfalls an beiden Seiten des Knebelrumpfes

angeleimt werden. Sollen sie beweglich sein, so befestigt man sie

mit Draht. Die +Paketknebel+ werden durchbohrt, der Draht wird

durchgezogen, und die Streichhölzer werden am oberen Teil fest

umwickelt; es muß aber so viel Raum bleiben, daß die Arme bewegt werden

können. Die „Dame“ auf unserer Photographie hat solche beweglichen

Arme, während die Arme ihrer beiden Kavaliere fest angeleimt sind.

Man malt die Knebelpuppen mit Guasch-, Leim- oder Temperafarben recht

bunt an und lackiert sie mit +Spirituslack+, möglichst mehrmals,

damit ein harter Hochglanz entsteht. Nach jedem Lackieren muß der

Anstrich auftrocknen, ehe man mit dem nächsten beginnt. Die +Gesichter+

werden rosa angepinselt, mit roten Backen und rotem Mund, die Augen

bestehen aus schwarzen Punkten, die Haare sind braun oder ockergelb.

Die +Jacken+ hält man tütenblau oder feuerrot, auch Kirschrot und

Orangegelb sind passende Töne. Sollen sie grün bemalt werden, so

verwendet man am besten einen giftigen Ton, auch Grasgrün kommt in

Frage. Die +Hosen+ werden in einer abstechenden Farbe angepinselt

und mit einem braunen oder schwarzen Strich getrennt. Hübsche

Farbenzusammenstellungen sind Kirschrot und Tütenblau, Giftgrün und

Orangegelb, Zitronengelb und Feuerrot.

Die „+Dame+“ bekommt ein angekraustes weites +Röckchen+ aus

Seidenpapier, das mit bunten Tupfen bepinselt wird. Irgend ein

Seidenstoffrestchen kann ebenfalls verwendet werden. Die +Holzknöpfe+,

die als Standbrett dienen, werden in einer der genannten Farben

angestrichen, möglichst abstechend, da der Hauptreiz der Knebelpuppen

in ihrer Buntheit besteht. Will man sie als +Lotteriegewinne+ paarweise

verwenden, so schlinge man farbige Woll- oder Perlgarnfäden um ihre

eingekerbten Taillen und verbinde je ein Pärchen durch diese zu

Schleifen verschlungenen, entsprechend langen Fäden. Man kann auch

schmale, bunte Seidenbandreste dazu verwenden, indessen soll man

dabei beachten, daß es sich um eine scherzhafte Spielerei handelt

und kein wertvolles Material dafür benutzen. Will man die Figürchen

als +Tischkartenhalter+ verwerten, so stecke man die Karte mit einer

Stecknadel an dem Holzknopf fest, damit sie nicht herunterfällt. Als

+Kinderspielzeug+ werden die +Knebelpuppen+ von den Kleinen sehr

geschätzt, man kann mit ihnen die Puppenstuben beleben; auch in ein

selbstgebasteltes Dorf, in einen Geflügelhof, möglichst „von eigener

Hand“, passen sie recht gut. Will man sie in sehr kleinem Format

herstellen, so halbiert man die Paketknebel und die Streichhölzer,

benutzt kleine Holzknöpfe als Ständer und verfährt im übrigen genau

wie bei den andern Figürchen. Die kleinen Leute sind besonders für

+Silvesterscherze+ zu empfehlen; man kann Namen auf die Knöpfe pinseln

und mancherlei Ulk damit treiben; bei Tanzstundenbällen und ähnlichen

Festen wird man sehr viel Fröhlichkeit damit hervorrufen.

36. Kreisel

+Kreisel+ sind ein altes Spiel, das sowohl von Knaben, als auch von

Mädchen sehr geliebt wird. Wer solches Spielzeug selber herstellen

kann, wird viel Freude haben und sich sehr beliebt machen. Junge

Mädchen, die in Familien mit Kindern verkehren, werden ihnen sicherlich

gern etwas „mitbringen“ ein selbstgemachter Kreisel macht keine Kosten

und wird gern angenommen, oftmals lieber als Süßigkeiten, mit denen man

sich im allgemeinen behilft.

[Illustration: Abb. 115. Kreisel.]

Der eine +Kreisel+, den wir im Bilde (Abb. 115 rechts) zeigen, besteht

aus einem +Paketknebel+ und einer +Garnrolle+, die mit kräftigen Farben

angemalt ist, das andere Modell ist aus einem +Paketknebel+ und einem

+Pappstern+, der zum Zwirnwickeln gedient hat, hergestellt; auch dieses

Modell ist bunt angepinselt. Haltbarer ist der erste Kreisel. Die

breiten Teile einer Garnrolle werden mit der Laubsäge abgesägt, die

Flächen reibt man mit Sandpapier glatt, man kann sie auch abfeilen.

Ein +Paketknebel+ wird durchgeschlagen, damit er fest sitzt. Dann

streicht man den fertigen Knebel mit einer haltbaren Farbe an, am

besten mit +Emailfarbe+, die nicht lackiert wird. Es genügt indessen

auch +Ölfarbe+, die mit Terpentinöl verdünnt und aufgetragen wird;

das Holz darf nicht durchscheinen. Ist die Ölfarbe aufgetrocknet,

so lackiert man den Kreisel mit +Ölfarbenfirnis+, der sehr langsam

auftrocknet. Man darf den Kreisel nicht eher anfassen, als bis der Lack

vollständig aufgetrocknet ist.

Auch der andere +Kreisel+ (Abb. 115 links) wird in dieser Weise

angepinselt; man kann die Kreisel mit bunten Tupfen verzieren. Den

Holzkreisel schmückt man am besten, wenn man den Garnrollenteil

in mehrere Felder aufteilt und jedes Feld in einer anderen Farbe

anstreicht; doch genügen auch Strich- und Punktornamente.

Am hübschesten sehen die +Kreisel+ aus, wenn sie recht grell bemalt

sind; als Grundton verwendet man Feuerrot, Kirschrot, Tütenblau,

Briefkastenblau oder Grasgrün. Die Tupfen hält man in Gelb und Blau,

wenn der Grund rot ist, in Rot und Grün, wenn er blau ist, in Weiß

und Gelb, wenn er grün ist. Teilt man den +Kreisel+ in Felder auf,

so streiche man sie rot, blau, grün, gelb, weiß an und trenne sie

mit schwarzen Strichen. Man kann auch zwei der genannten Farben zum

Grundieren verwenden, wenn man den +Paketknebel+ und die +Garnrolle+

oder den +Zwirnhalter+ in zwei voneinander abstechenden Tönen bemalt.

37. Holztiere

Es ist eine alte Erfahrung, daß man, wenn es sich um Spielzeug handelt,

für Mädchen viel eher etwas Passendes findet als für Knaben. Wenn man

die Spielsachen nun gar noch selber herstellen möchte, wird die Auswahl

immer geringer, und wenn man außerdem Zeit und Kosten beschränken will,

bleibt bestimmt sehr wenig übrig.

Wir zeigen auf unseren Bildern (Abb. 116 und 117) zwei Holztiere, die

als Spielzeug für Knaben großen Beifall finden dürften, umso eher, als

auch das Schwesterchen und alle Freunde und Freundinnen damit spielen

können. Es ist ein Spielzeug, das weder auf das Haus, noch auf den

Spielplatz im Freien beschränkt ist; ihre vielseitige Verwendung in

Kinderhänden ist es, die solche Tierfiguren so sehr beliebt macht,

abgesehen davon, daß das Tier in der Kinderstube überhaupt eine

große Rolle spielt. Unsere Modelle sind aus +Holz ausgesägt+; da

die Laubsägearbeit in letzter Zeit in Jungmädchenkreisen vielfach

ausgeführt wird, dürften solche Anregungen sicherlich gern aufgenommen

werden, umso eher als auch Anfänger damit Versuche machen können.

[Illustration: Abb. 116. Elefant.

Von Liselotte Volk.]

Bei der Anfertigung der Holztiere achte man zunächst auf geeignetes

Material. Die Holzfaser ist entscheidend; paßt man bei der Auswahl des

Holzes nicht genau darauf auf, daß die Richtung der Holzfaser mit der

Form des Modells übereinstimmt, so kann es geschehen, daß das Stück

schon während der Arbeit zerbricht, jedenfalls wird es, wenn es die

Herstellung übersteht, keine lange Lebensdauer haben; Spielzeug muß

manchen Fall, manchen harten Griff vertragen können. Wenn ein Anfänger

mit diesen Begriffen noch nicht recht vertraut ist, ist es ratsam,

einen Fachmann darüber zu befragen, jeder Tischler weiß damit Bescheid.

Wenn man Zeit und Geld sparen will, versuche man die +einfache+

Ausführung der Holztiere, das heißt, man schneide die Silhouette des

Tieres aus einem Brett, dessen Stärke sich nach der Größe des Modells

richten muß. Wir zeigen auf unseren Abbildungen einen +Elefanten+

(Abb. 116) und einen +Pfau+ (Abb. 117). Für den Elefanten geben wir

auf der Zeichnung (Abb. 119) ein gebrauchsfertiges Schnittmuster und

eine Einzelzeichnung (Abb. 120), aus denen man die Größenverhältnisse

und alles Notwendige ersehen kann. Außerdem bringen wir das Muster von

einem +Kaninchen+ in natürlicher Größe (Abb. 118). Die Zeichnung wird

auf das Holz übertragen; man macht zunächst eine Pause auf Pauspapier

und überträgt das Muster mit einem harten, scharf gespitzten Bleistift

über Graphit-, Blaupaus- oder rotem Ölpauspapier auf das Holz,

dann werden die Umrißlinien ausgesägt. Will man ein ganz besonders

widerstandsfähiges Spielzeug herstellen, so verwende man nicht nur

+ein+ Brett, sondern +drei+ Bretter von derselben Art. Alle drei

Bretter werden einzeln ausgeschnitten, man braucht aber nicht dreimal

dieselbe Silhouette auszuführen. Es genügt meist, nur den Rumpf mit

den Beinen beiderseits auf das Mittelstück zu leimen, das Rumpf, Hals,

Kopf und Schwanz darstellen soll. Das Mittelstück soll stärker als die

Seitenteile sein, die Seitenbretter hält man etwa halb so stark wie das

Rumpfbrett, man kann auch 1 bis 2 Millimeter zugeben; das Rumpfbrett

wird am besten 10 bis 12 Millimeter dick gehalten.

Wenn man die Tiere einfach aus +einem+ Holzbrett aussägt, müssen sie

auf einem Standbrett angebracht werden, ein Zapfen verbindet Standbrett

und Holztier. Notwendig ist es, den Zapfen mit der Silhouette

gleichzeitig auszusägen, zum Anleimen wird Tischlerleim verwendet.

Wenn die Tiere aus mehreren Holzbrettern angefertigt sind, braucht man

+keine+ Standbretter, sie sind breit genug, um das Gleichgewicht zu

halten.

Die Kinder freuen sich am meisten mit den Spielsachen, die möglichst

beweglich sind, darum lieben sie besonders die Tiere, die sie auf

Rädern herumfahren können. Die Mühe ist so gering, daß man die

notwendigen vier Räder gern anbringen wird. Man sägt sie aus einem

Brett, durchbohrt ihren Mittelpunkt mit einem Bohrer, befestigt in dem

so entstandenen Loch eine passende Schraube, die in das vorgebohrte

Standbrett hineingeschraubt wird. Am Standbrett wird außerdem in

der Mitte der Vorderseite eine Metallöse eingeschraubt, damit das

Holztier an einer darin befestigten Schnur gezogen werden kann. Man

kann die Räder auch beim Drechsler herstellen lassen, am einfachsten

ist es, wenn man aus großen oder kleinen Garnrollen Räder macht,

indem man die beiden radähnlichen Teile absägt und mit einer Schraube

am Standbrett anbringt. Für größere Tiere verwendet man die großen

Schneidergarnrollen, für kleine Tiere genügen die Garnrollen, die im

Haushalt gebraucht werden. Um die Reibung der Räder zu vermindern, legt

man auf jede Seite des Rades ein Metallplättchen.

[Illustration: Abb. 117. Pfau in Laubsägetechnik.]

[Illustration: Abb. 118. Kaninchen.]

Tiere, die aus dreifachem Holz hergestellt werden, können zwar auch

ohne Standbrett „von selber“ stehen, wenn sie aber Räder erhalten

sollen, ist ein Standbrett notwendig.

Die Holzflächen sollen glatt sein; gerade da es sich um Spielzeug

handelt, das sehr häufig angefaßt werden soll, muß die Glätte

besonders betont werden, damit die Holztiere auch nicht die geringsten

Verletzungen hervorrufen, nur ausgesprochen glatte Gegenstände sind

wirklich handlich. Darum empfiehlt es sich, die rohen Bretter mit der

Ziehklinge abzuziehen oder sie vom Tischler abhobeln zu lassen. Die

einzelnen Umrißlinien werden am besten mit Sandpapier nachgeschliffen,

wobei alle Feinheiten berücksichtigt werden müssen, damit die Konturen

unter dem Nachschleifen nicht leiden.

Zum Schluß werden die Holztiere bemalt, am besten „nach der Natur“. Wer

nicht ganz sicher ist, nehme Naturgeschichtsbücher zu Hilfe, in denen

die einzelnen Tiere, die hergestellt werden sollen, genau beschrieben

sind. Wer nach unseren Angaben einige Übungen gut bestanden hat, kann

die verschiedensten Tiere mit der Laubsäge herstellen; wer Freude daran

findet, wird sich spezialisieren, das heißt man kann einen Geflügelhof,

eine Schafherde, einen zoologischen Garten, eine Serie Teichvögel,

eine Viehherde anfertigen. Solche Arbeit macht nicht nur den Kleinen,

sondern auch den Großen selber Vergnügen.

Das +Bemalen+ der einzelnen Stücke ist sehr einfach. Man benutzt dazu

die +billigen Leimfarben+, einfache Wasserfarben würden nicht decken,

Guasch- und Temperafarben stellen sich dafür zu teuer. Wenn man die

höheren Kosten nicht scheut, sind Email+lackfarben+ zu empfehlen,

sie haben eine starke Leuchtkraft und eignen sich besonders gut für

Spielsachen, weil sie immer wieder abgewaschen werden können, was

gerade bei dieser Art Spielzeug sehr angebracht ist. Auch +Ölfarben+

verwendet man vielfach zum Bemalen der Holztiere, sie müssen aber

längere Zeit trocknen, ehe die Spielsachen in Gebrauch genommen werden

können.

+Leimfarben+ werden in den einschlägigen Geschäften oder in Drogerien

in Pulverform gekauft. Man macht zunächst eine Lösung aus dünnflüssigem

Leim, das heißt, man kocht +Tischlerleim+, den man mit Wasser stark

verdünnt, und vermischt damit die Farbpulver, am besten in einer alten

Tasse oder einem ausrangierten Töpfchen. Ist die Farbmischung gut

verrührt, so streicht man die Holztiere mit einem +Borstenpinsel+ an;

zuerst kommt die Grundfarbe an die Reihe, zum Schluß die kleinsten

Farbflecke. Kleine Holztiere taucht man vorsichtig in die Farblösung

ein, um das Grundieren zu vereinfachen.

Der +Elefant+ ist grau, das Auge ist schwarz auf weißem Grund, der

Stoßzahn ist weiß, einige Konturen werden, wie die Photographie

zeigt, mit Hellgrau eingezeichnet, man benutzt dazu einen spitzen

Borstenpinsel und zeichnet die Linien beiderseits recht flott. Das

Standbrett und die Räder streicht man feuerrot oder briefkastenblau an,

auch Schwefelgelb eignet sich recht gut dafür.

[Illustration: Abb. 119. Schnittmuster für den Elefanten.]

Der +Pfau+ (Abb. 117) kann etwas phantastischer bemalt werden. Man hält

den Rumpf pfauenblau, die eingezeichneten eckigen Schmucklinien werden

abwechselnd giftgrün und briefkastenblau gehalten. Die „Pfauenaugen“ im

Schweif und in der Krone haben weiße Halbkreise, die sich scharf vom

Hintergrund abheben. Die Augen sind weiß mit schwarzem Mittelpunkt, den

Schnabel malt man gelb oder feuerrot, die Füße dunkelgrau.

Das +Kaninchen+ (Abb. 118) wird weiß angestrichen, die Konturen hält

man schwarz oder dunkelgrau, nach Belieben kann man es auch grau

grundieren oder tiefschwarz mit weißen Konturen.

Die fertig gemalten Holztiere werden lackiert, um die Farben zu

schonen; lackierte Gegenstände färben nicht, wenn sie gelegentlich

feucht werden; die Farben behalten durch das Lackieren nicht nur ihre

Leuchtkraft, die sonst leicht verloren geht, sie treten auch unter dem

Lack noch ganz besonders hervor.

[Illustration: Abb. 120. Der Elefant. (Einzelzeichnung.)]

Für die Leimfarben verwendet man Spirituslack, er trocknet schnell und

genügt meist, besonders wenn nach jedesmaligem Auftrocknen der Anstrich

zwei- bis dreimal wiederholt wird. Der Lack muß aber vollständig

aufgetrocknet sein, ehe man den nächsten Aufstrich beginnen darf, sonst

wird er streifig und unansehnlich. Spirituslack ist fertig käuflich,

im Haushalt kennt man ihn, weil man damit Strohhüte auffrischt. Man

kann Spirituslack selber herstellen: In einer Medizinflasche mischt

man ein Viertel Schellack mit drei Viertel Brennspiritus. Für größere

Gegenstände dürfte diese Menge indessen nicht ausreichen, es empfiehlt

sich, in den Geschäften, in denen man den Schellack kauft, die Größe

des Gegenstandes anzugeben, um die genügende Quantität zu erhalten und

die Mischung dementsprechend vorzunehmen. Bei einiger Übung wird man

sehr bald die richtige Mischung selbst zusammenstellen können, sie

hängt von der Stärke des Brennspiritus ab.

Auch +Ölfarben+ werden +lackiert+, aber nicht mit Spirituslack; für

Ölfarben erhält man in Farbenhandlungen den geeigneten Lack, der aus

Leinöl und Kopal oder Bernstein besteht. Gegenstände, die mit Ölfarben

bemalt sind, kann man, wenn man +Hochglanz+ erreichen will, mehrmals

lackieren. Die Ölfarben werden zum Bemalen mit Terpentinöl verdünnt; je

mehr Terpentinöl verwendet wird, desto dünner wird der Anstrich, man

achte daher darauf, daß sie nicht allzu flüssig werden, damit das Holz

nicht durchscheine.

Auch +Emaillackfarben+ werden mit Terpentinöl verdünnt und wie diese

behandelt, aber nicht lackiert.

Eine andere Art, Holztiere herzustellen, ist folgende: Man zeichnet die

Konturen des Modells auf Sperrholz auf, für die Übertragung benutzt man

Graphit-, Öl-, Paus- oder Schreibmaschinenpapier. Ein Laufbrettchen

gehört zu den Tieren; man verlängert die Füße der Holztiere nach unten

in der Stärke des Laufbrettchens und sägt aus diesem Laufbrettchen

genau in der Mitte die entsprechenden Teile aus, damit die verlängerten

Füße hineinpassen. Hat man das Modell ausgesägt, so steckt man die

verlängerten Teile in die ausgesägten Schlitze, die vorher mit heißem

Tischlerleim bestrichen wurden. Die oberen Kanten des Laufbrettchens

werden vor dem Einsetzen der Holzteile schräg abgefeilt. Die Räder

werden in der bereits beschriebenen Weise angefertigt, auch die

Bemalung wird in denselben Techniken ausgeführt. Dasselbe gilt vom

Lackieren.

Nach dem Bemalen und Lackieren müssen alle Gefäße gereinigt und alle

Pinsel sorgfältig ausgewaschen werden. Ölfarbenpinsel und Öllackpinsel

werden mit Terpentinöl gesäubert, Spirituslackpinsel behandelt man mit

Brennspiritus. Bleiben die Pinsel ungereinigt, so werden sie steif,

und die Borsten brechen ab, ein Verlust, der sich bei sorgfältiger

Behandlung des Arbeitsmaterials sehr lange hinausschieben läßt.

38. Holzbasteleien

~a~) Geburtstagsleuchter

Holz ist ein außerordentlich dankbares Material; man kann mit einiger

Übung allerlei nützliche und hübsche Gegenstände aus Holz herstellen;

wenn man Holzarbeiten ausführen will, hat man eine große Auswahl,

sowohl was die Gegenstände als auch was die Techniken anbetrifft.

Besonders gut eignet sich das Holz für +Basteleien+, für kleine,

amüsante Stücke, die ihrer Nützlichkeit wegen kein Krimskrams genannt

werden dürfen, die aber nicht unbedingt notwendig sind und schließlich

eine niedliche Spielerei darstellen. Einige solcher Modelle zeigen wir

im Bilde (Abb. 121 bis 123); sie lassen sich leicht nacharbeiten und

eignen sich für +Vielliebchengeschenke+, für „+Überraschungen+“ und

+Lotteriegewinne+ bei festlichen Anlässen im Freundeskreise. Einiges

davon dürfte man auch als +Tafelschmuck+ verwenden.

[Illustration: Abb. 121 Geburtstagsleuchter. Von Liselotte Volk.]

Handfertigkeitsbuch für junge Mädchen · 第 10 / 15 段