Ein nie gewesener Tag.
Leonore, meine liebe Schwester!
Jahre sind es, und ich habe so wenig von Dir gehört. Wohl weiß ich, daß
Du glücklich bist, und das könnte ja genug sein. Nun aber frage ich
Dich, magst Du mich wiedersehen? Darf ich mit eigenen Augen sehen, wie
Du glücklich bist mit dem, der Dir Kapellendorf neu schenkte?
Ich reise mit meinem Freund Frederic Morton und seiner jüngsten
Schwester Julia Morton in nächster Zeit durch Deutschland. Darf ich
dann in das Land kommen, wo immer der Wind weht? Meine Begleiter wissen
von Dir, sie würden Dich gern begrüßen. Aber ich muß wohl erst fragen,
ob wir Euch willkommen wären. Ich weiß sehr wohl, wenn man in jungem
Glück lebt, sehnt man sich nicht nach Fremden. Darum gib mir eine
offene Antwort. Allein aber darf ich Euch doch wohl irgendwann eine
Stunde lang sehen?