Dämmerungen.
Sie gingen heim durch die Felder. Reif und schwer, leuchtend weiß
standen sie. Darüber war der Himmel wie blauer Stahl, und nur zuweilen
riß ein Sonnenglanz das Gewölk auseinander und warf ein grelles,
erschreckendes Licht über ein Stück Feld.
„Wir müssen eilen,“ sagte Freyer, „fast eine Stunde sind wir von jedem
Dorf fort, komm doch rascher, du.“
Aber sie eilte nicht. Sie starrte nach dem düster-schweren Himmel --
sie sah über die Felder mit den vereinzelten, gespensterhaft weißen
Flecken, und sie fühlte ihr Herz schlagen in Qual und Lust. „Es kommt
der Sturm,“ sagte sie, und das klang, als spräche sie: es kommt das
Glück.
„Liebst du den Sturm?“
Sie antwortete aus ihren Gedanken heraus: „Ich kenne ihn nicht, aber
es muß schön sein, ich kenne ihn nicht, und will ihn erleben.“ Etwas
Fremdes lag auf ihrem Gesicht, etwas von schmerzhaftem Willen. Alles
war Sanftheit -- so viel, zu viel. „Laß uns doch hier bleiben und den
Sturm fühlen.“