IV. 6.

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Die Flügel des Turmfalken sind stark und spitz; er kann schnell fliegen

oder sich in der Schwebe halten, wie es ihm gefällt. Er ist ungefähr so

groß wie eine wilde Taube. Rücken und Flügel sind hellbraun, und der

Schwanz ist grau mit einem schwarzen Querbande und weiß an der Spitze.

Die langen Schwungfedern der Flügel sind schwarz, die Brust gelblich

mit braunen, länglichen Flecken.

Ein anderer gemeiner Falke ist der Sperber, welcher dunkelgraue Flügel

hat und eine gelblichweiße Brust mit braunen Querstreifen. Er rüttelt

nicht, sondern streicht an den Hecken entlang auf der Suche nach

Vögeln und Mäusen. Er richtet sehr großen Schaden an, da er ein großer

Räuber unter den Singvögeln und dem Nutzgeflügel ist. Aber er ist auch

nützlich, indem er Mäuse und Insekten vernichtet und verhindert, daß

die kleinen Vögel, die Korn fressen, zu zahlreich werden. Das Weibchen

dieses Raubvogels ist größer als das Männchen.

Die Eulen haben ebenso wie die Falken krumme Schnäbel und lange scharfe

Krallen. Aber ihr Schnabel ist nicht so kräftig, und ihre Füße sind

auch zum Klettern geeignet. Von ihren vier Zehen stehen drei nach vorn

und eine nach hinten wie bei den meisten Vögeln, aber sie können die

äußere Vorderzehe so drehen, daß dann zwei nach vorn und zwei nach

hinten stehen wie beim Spechte.

Achte auch auf den Unterschied in der Stellung der Augen. Ein Falke

hat die Augen an den Seiten des Kopfes, aber die Eule hat sie vorn

im Gesicht wie du und ich. Wenn sie also in der Dämmerung jagt,

so kann sie alles, was in ihre Nähe kommt, genau betrachten. Sie

kann die Pupille des Auges stark erweitern wie die Katze, um alles

vorhandene Licht darin zu sammeln. Ihre Federn sind so weich und

daunenartig, daß sie beim Fliegen kein Geräusch macht, auch hat sie

große unter Federbüscheln verborgene Ohröffnungen, die durch ein

Häutchen verschlossen werden können. Da dieses beim Fluge geöffnet

wird, fängt das Ohr den Schall gut auf, und die Eule hört infolgedessen

das leiseste Geräusch. Einige Eulen haben Federbüschel, die wie ein

Katzenohr in die Höhe stehen.

Die Eule, die man so oft ihr „hu, hu, hu, hu“ schreien hört, ist der

Waldkauz. Er jagt am frühen Morgen und am späten Abend. Während des

Tages versteckt er sich in Baumlöchern oder sitzt im Waldesdunkel dicht

an einen Stamm geschmiegt. Wenn er ins Sonnenlicht getrieben wird, kann

er nicht deutlich sehen und blinkt daher mit den Augen. Aber in der

Dämmerung und im Mondlicht fliegt er geräuschlos an den Hecken hin und

fängt Mäuse, Maulwürfe, Frösche und Vögel; er verschlingt die kleinen

Tiere ganz und wirft Haut und Federn in kleinen Ballen (Gewölle) aus.

[Illustration: Schleiereule (unten) und Turmfalke (oben).

Aus dem Leben unserer Vögel · 第 16 / 24 题