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Die Flügel des Turmfalken sind stark und spitz; er kann schnell fliegen
oder sich in der Schwebe halten, wie es ihm gefällt. Er ist ungefähr so
groß wie eine wilde Taube. Rücken und Flügel sind hellbraun, und der
Schwanz ist grau mit einem schwarzen Querbande und weiß an der Spitze.
Die langen Schwungfedern der Flügel sind schwarz, die Brust gelblich
mit braunen, länglichen Flecken.
Ein anderer gemeiner Falke ist der Sperber, welcher dunkelgraue Flügel
hat und eine gelblichweiße Brust mit braunen Querstreifen. Er rüttelt
nicht, sondern streicht an den Hecken entlang auf der Suche nach
Vögeln und Mäusen. Er richtet sehr großen Schaden an, da er ein großer
Räuber unter den Singvögeln und dem Nutzgeflügel ist. Aber er ist auch
nützlich, indem er Mäuse und Insekten vernichtet und verhindert, daß
die kleinen Vögel, die Korn fressen, zu zahlreich werden. Das Weibchen
dieses Raubvogels ist größer als das Männchen.
Die Eulen haben ebenso wie die Falken krumme Schnäbel und lange scharfe
Krallen. Aber ihr Schnabel ist nicht so kräftig, und ihre Füße sind
auch zum Klettern geeignet. Von ihren vier Zehen stehen drei nach vorn
und eine nach hinten wie bei den meisten Vögeln, aber sie können die
äußere Vorderzehe so drehen, daß dann zwei nach vorn und zwei nach
hinten stehen wie beim Spechte.
Achte auch auf den Unterschied in der Stellung der Augen. Ein Falke
hat die Augen an den Seiten des Kopfes, aber die Eule hat sie vorn
im Gesicht wie du und ich. Wenn sie also in der Dämmerung jagt,
so kann sie alles, was in ihre Nähe kommt, genau betrachten. Sie
kann die Pupille des Auges stark erweitern wie die Katze, um alles
vorhandene Licht darin zu sammeln. Ihre Federn sind so weich und
daunenartig, daß sie beim Fliegen kein Geräusch macht, auch hat sie
große unter Federbüscheln verborgene Ohröffnungen, die durch ein
Häutchen verschlossen werden können. Da dieses beim Fluge geöffnet
wird, fängt das Ohr den Schall gut auf, und die Eule hört infolgedessen
das leiseste Geräusch. Einige Eulen haben Federbüschel, die wie ein
Katzenohr in die Höhe stehen.
Die Eule, die man so oft ihr „hu, hu, hu, hu“ schreien hört, ist der
Waldkauz. Er jagt am frühen Morgen und am späten Abend. Während des
Tages versteckt er sich in Baumlöchern oder sitzt im Waldesdunkel dicht
an einen Stamm geschmiegt. Wenn er ins Sonnenlicht getrieben wird, kann
er nicht deutlich sehen und blinkt daher mit den Augen. Aber in der
Dämmerung und im Mondlicht fliegt er geräuschlos an den Hecken hin und
fängt Mäuse, Maulwürfe, Frösche und Vögel; er verschlingt die kleinen
Tiere ganz und wirft Haut und Federn in kleinen Ballen (Gewölle) aus.
[Illustration: Schleiereule (unten) und Turmfalke (oben).