IV. 5.

]

In der Frühe eines Morgens verschwinden sie dann alle. Sie fliegen in

großen Scharen, Hunderte von Meilen weit nach Afrika, wo sie den ganzen

Winter hindurch warmes Wetter und Insekten haben. Ihr werdet sie vor

April des nächsten Jahres nicht wieder sehen.

Die kleinen Fliegenschnäpper und die Nachtigallen ziehen ungefähr um

dieselbe Zeit fort wie die Schwalben, und der kleine Weidenzeisig geht

im Oktober. Die meisten Bachstelzen und Rotkehlchen verlassen uns auch;

aber oftmals versuchen einige, bei uns zu überwintern. Es ist sehr

interessant, die verschiedenen Vögel zu beobachten und aufzupassen,

wann sie kommen und gehen, und ob man viele oder wenige von derselben

Art findet.

Man wird bemerken, daß im Winter die kleinen Vögel in Scharen

umherfliegen, anstatt allein oder zu Paaren zu bleiben wie im Sommer,

wenn sie ihre Nester und ihre Familien haben. Vom September an

kann man sehr viele Lerchen zusammen sehen. Manchmal sieht man nur

männliche Finken zusammen und ebenso die weiblichen für sich allein.

Häufig gesellen sich zu den Finken noch verwandte Körnerfresser, wie

Grünfinken, Stieglitze und Goldammern. Sie suchen nach Samen und

schlafen nachts auf dem Erdboden oder in Büschen. Aber die Dompfaffen

mit ihren blauschwarzen Flügeln und der breiten roten Brust halten nur

in kleinen Scharen zusammen und fliegen in einer Linie, einer hinter

dem andern, an den Hecken entlang.

Diese Scharen verschiedener Vögel fliegen munter von einem Felde zum

andern; sie halten zusammen oder zerstreuen sich zuweilen auf ihrer

Suche nach Futter.

Nachdem viele unserer Zugvögel nach dem sonnigen Süden weggeflogen

sind, kommen andere Vögel aus noch kälteren Ländern zu uns. Zunächst

erscheinen Krammetsvögel, die aber bloß durchziehen. Sie fliegen in

Scharen von 40-50 Stück, wirbeln in der Luft umher und setzen sich

dann in Ebereschen- oder Holunderbüsche, um Beeren zu fressen oder

suchen Würmer und Sämereien auf dem Boden. Es sind zierliche graue

Vögel mit rotbraunen Schwingen und gesprenkelter Brust. Leider kann man

sie selten nahe genug beobachten; denn sie sind sehr scheu. Bei dem

leisesten Geräusch fliegen sie sofort auf und sind über das Gebüsch

hinweg verschwunden, um an einem andern Orte weiter nach Futter zu

suchen. Sie ziehen meist noch weiter nach Süden und kehren im Frühjahr

nach den nördlichen Ländern zurück, wo sie brüten.

Die meisten unserer Stare ziehen auch nach Süden und vereinigen sich

dazu im Herbste in gewaltigen Schwärmen, die wie kleine dunkle Wolken

am Horizont erscheinen. Zu uns kommen dann aus Rußlands Norden die

grauen Nebelkrähen, die sich zwischen unsere schwarzen Saat- und

Rabenkrähen mischen. In sehr strengen Wintern können wir zuweilen

Vögel aus den nördlichsten Gegenden Schwedens und Rußlands bei uns

beobachten, wie z. B. die Seidenschwänze, Tannenhäher und Schneeammern,

die aber schon im Februar, sobald das Wetter gelinder wird, wieder dem

hohen Norden zuwandern.

Wenn so die Singvögel im Winter verschwunden sind, kannst du nach allen

diesen andern Vögeln ausschauen und beobachten, was sie fressen, und wo

sie schlafen. Stelle auch fest, wann du sie zuerst gesehen, und wann

die letzten von ihnen wieder weggezogen sind. Der kleine Zaunkönig und

die Amsel aber singen das ganze Jahr hindurch, auch im Winter, sobald

das Wetter mild ist.

Stelle eine Liste der Zugvögel auf, die du im Winter nicht siehst.

Schreibe alle Vögel auf, die im Winter bei uns sind und im Frühjahre

wegziehen. Fertige eine Liste derjenigen Vögel an, die du das ganze

Jahr über siehst.

Lektion 10.

Vogelfutter im Winter.

Wenn Weihnachten vorbei ist, und die wirkliche Winterkälte beginnt,

haben die armen kleinen Vögel oft eine harte Zeit. So lange das Wetter

mild ist, pickt die Drossel die Larven und Schnecken aus ihrem Versteck

in den Mauern und Zäunen. Das Rotkehlchen und der Zaunkönig fliegen

geschäftig umher und suchen nach Samen und Insekten. Die kleinen

Bachstelzen laufen mit den Schwänzen wippend über den Rasen und suchen

eine einzelne Larve oder einen letzten Käfer zu finden. Im Walde jagt

der Baumläufer nach Spinnen und Insekteneiern in der Rinde der Bäume,

und die Eichelhäher und Hohltauben suchen Nahrung unter den Buchen.

Aber beim Eintreten von hartem Froste sehen die Vögel sehr traurig aus.

Die Lerchen und Hänflinge ducken sich in die Furchen der Kornfelder,

um sich zu wärmen. Die Drosseln fliegen von Baum zu Baum und suchen

die letzten Beeren ab. Die Finken und Goldammern fliegen um die

Getreideschober der Landleute, um einige Weizen- oder Haferkörner oder

etwas Grassamen zu erwischen. Die Wacholderdrosseln wandern traurig

in Scharen umher. Die Krähen, Dohlen und Elstern fliegen kreischend

und krächzend von Feld zu Feld und suchen eine Stelle, wo der Wind

den Schnee fortgeweht hat, so daß sie in den Furchen picken können.

Der Kiebitz, den man an der Federhaube erkennen kann, die auf seinem

Kopfe steht, fliegt, traurig sein Kiwitt, Kiwitt rufend, im Herbste in

Scharen auf die frischgepflügten Felder und wendet sich dann immer

mehr dem warmen Süden zu, wo der Winter keine Schnee- und Eisdecke über

Feld und Sumpf legt.

[Illustration: Stare bei Schnee.]

Man wird traurig, wenn man darüber nachdenkt, wie viele kleine Vögel

verhungern. Die Kälte schadet ihnen nicht so viel, denn, wie ihr wißt,

hält die Luft unter den Federn sie warm. Aber in einem strengen Winter

sterben sie oft aus Mangel an Nahrung. Wenn man ein totes Rotkehlchen

oder einen Star, der im Herbst nicht rechtzeitig wegzog, oder eine

Krähe nach einem langen Froste aufhebt, so wird man finden, daß die

Knochen nur noch mit Haut und Federn bedeckt sind. Das Fleisch ist fast

gänzlich verschwunden.

Da ist es höchste Zeit, freundlich gegen die kleinen Vögel zu sein,

die euch den ganzen Sommer durch ihren Gesang erfreut haben. Damals

waren sie nützlich, indem sie Raupen, Larven, Drahtwürmer, Maden und

Schnecken vertilgten und das Unkraut dadurch niederhielten, daß sie

dessen Samen fraßen. Jetzt kannst du sie eine kurze Zeitlang füttern,

bis Frost und Schnee vorbei sind.

Auf diese Weise wird man sehr viele Vögel kennen lernen, und man

braucht ihnen nur etwas Abfall zu geben, den man sehr gut entbehren

kann. Einige Vögel lieben, wie ihr euch erinnern werdet, Samen, Krumen

und grüne Nahrung. Andere, die im Sommer von Insekten leben, werden

Knorpel und etwas Fett vorziehen.

Man muß also jeden Abfall von den Mahlzeiten aufheben -- Brotkrusten,

Krumen, kalte Kartoffeln und Kartoffelschalen. Man kann die Mutter

bitten, Pellkartoffeln zu kochen, deren Schale die Vögel lieben.

Vielleicht kann man auch Kohlblätter, Abfall von Äpfeln und etwas Fett

aufheben.

Alles dies gibt eine gute Nahrung für die hungernden Vögel, wenn man es

zusammenhackt und etwas heißes Wasser darübergießt. Und lebt man auf

dem Lande, so kann man Getreidekörner in den Ställen zusammenfegen, ehe

sie mit dem Dünger fortgeworfen werden.

[Illustration: Fressende Vögel im Winter.]

Dann fegt man den Schnee vor der Haustüre fort, streut das Futter aus

und zieht sich zurück. Bald werden die Vögel herbeikommen, und in

einigen Tagen werden sie schon dasitzen und auf ihr Frühstück warten,

ehe man es ihnen bringt.

Man darf auch nicht vergessen, eine Speckschwarte in einen Baum zu

hängen, damit man die Meisen beobachten kann, wie sie mit dem Kopfe

nach unten an dem Bindfaden hängen und an der Schwarte picken. Und wenn

man einen Knochen mit etwas Fleisch daran aufhängt, so werden sich

neben den Meisen auch zuweilen andere Kostgänger einfinden.

Denkt dabei auch daran, daß die Vögel auch trinken müssen. Man gießt

etwas Wasser in einen Napf, muß es aber bei Frostwetter öfters

erneuern. Hat man aber einige Groschen für eine Kokosnuß übrig, so kann

man sie in doppelter Weise benutzen.

Säge sie in der Mitte durch und kratze alles Fleisch aus der einen

Hälfte heraus. Bohre zwei Löcher in den Rand, hänge sie an einer

durchgezogenen Schnur auf und gieße etwas Wasser hinein. Die Vögel

werden sich auf den Rand setzen und trinken. Da sie die Nuß dabei in

schwingende Bewegung setzen, so wird das Wasser nicht gefrieren. Dann

hänge die andere Hälfte in derselben Weise auf, aber laß den Kern

darin. Die Meisen werden daran picken und sich um die süße Nahrung

streiten, bis alles verzehrt ist.

Eine große Zahl von Vögeln wird herbeikommen: Finken, Sperlinge,

Zaunkönige, Gold- und Grauammern, Haubenlerchen, Amseln, Dohlen, Krähen

und viele andere. Dann kannst du viele von ihnen näher betrachten und

dir ihre Unterschiede in Körperbau und Färbung einprägen. Selbst der

so scheue Eichelhäher kommt im strengen Winter bis in die Gärten der

Dörfer.

So kann man die Vögel aus einer viel geringeren Entfernung beobachten

als sonst, und im nächsten Sommer, wenn sie in den Bäumen singen,

werden sie uns alte, gute Freunde sein.

Macht eine Liste der Vögel, die im Winter zu euch kommen, um Futter

zu holen.

Lektion 11.

Andere kleine Vögel.

Es gibt noch viele andere kleine Vögel, die ihr vielleicht selbst

ausfindig machen würdet, aber ich möchte euch doch von einigen, die

interessant sind, erzählen. Da ist zuerst der Stieglitz, der uns so

nützlich ist, weil er Distel- und Löwenzahnsamen frißt. Er baut ein

hübsches kleines Nest aus feinen Wurzeln, Wolle und Pferdehaaren und

polstert es oft mit dem weichen Flaum des Huflattichs aus, jener großen

gelben Blume, die im Frühling blüht, und deren Fruchtknoten wie mit

Federn besetzt ist. Der Stieglitz hat eine schönrote Stirn und Kehle

und schwarze Flügel mit einem leuchtendgelben Spiegel und weißen

Tupfen. Ihr könnt ihn leicht vom Dompfaffen unterscheiden, da seine

Brust hellbraun ist, während der Dompfaff eine leuchtendrote Brust und

grau und schwarze Flügel hat.

Dann ist da der Hänfling mit roter Brust, braunen Flügeln und einem

roten Fleck auf dem Kopfe. Die Hänflinge wechseln in den verschiedenen

Jahreszeiten die Farbe. Im Winter ist die Brust grau und braun

gestreift.

Alle Vögel mausern sich, d. h. sie wechseln wenigstens einmal im Jahre

ihre Federn. Die Männchen sind fast immer bunter gefärbt, wenn sie ihre

Nester bauen. Man wird auch bemerken, daß die Weibchen kaum je so bunt

sind wie die Männchen. Das hat wahrscheinlich seinen Grund darin, daß

die brütenden Weibchen unscheinbar gefärbt sein müssen, um verborgen zu

bleiben.

Hänflinge sieht man im Winter in großen Scharen in Gesellschaft anderer

Vögel. Abends fallen sie massenhaft in Sträucher und Büsche ein, um

dort zu schlafen. Es ist traurig, daß Stieglitz und Hänfling gefangen

und als Stubenvögel verkauft werden. Das trägt auch dazu bei, daß es

lange nicht mehr so viele von diesen Singvögeln in Deutschland gibt,

als früher vorhanden waren.

Hoffentlich seht ihr auch einmal die Spechtmeise oder den Kleiber,

einen kleinen Vogel mit graublauem Schnabel mit dunklerer Spitze,

aschgraublauem Rücken und Flügeln und rötlich-rostgelber Brust. Man

kann ihn oft in Obstgärten im Herbste sehen, wenn die Nüsse reif

sind. Manchmal erblickt man ihn, wie er mit dem Kopfe nach unten an

einem Nußbaum hinunterklettert. Er steckt die Nüsse in die Ritzen der

Bäume und hämmert mit dem Schnabel darauf, bis die Schalen springen.

Gelegentlich findet man auch einen kleinen Vorrat von Nüssen, den er am

Fuße des Baumes versteckt hat. Er nährt sich auch von anderen Sachen

außer Nüssen und Bucheckern und wird gern im Winter an einem Stückchen

Speck picken, das man für ihn hinhängt.

Die Mönchsgrasmücke oder den Plattmönch hört man eher, als daß man

sie sieht. Es ist ein kleiner dunkelgrauer Vogel mit schwarzem Kopfe

und hellgrauer Brust, der fast ebenso schön singt wie die Nachtigall.

Er kommt im April nach Deutschland zurück, und wenn man gut aufpaßt,

kann man ihn dann sein Lied üben hören. Er verbirgt sich in einem

dichten Busche und beginnt sanft mit leiser Stimme, die Strophe

fortwährend wiederholend, bis er Kraft gewinnt. In einigen Tagen ist

seine Stimme fertig, und dann trillert und flötet er den ganzen langen

Sommertag sein liebliches Lied, während er dabei von Busch zu Busch

fliegt. Er frißt Insekten und Beeren und zieht 4-5 Junge groß in einem

niedlichen Nest, das aus trockenem Gras und Spinngeweben gebaut und mit

Pferdehaaren gepolstert ist. Dann zieht er im Oktober bis zum nächsten

Frühling fort. Früher wurde er und noch mancher andere gute Sänger von

Vogelstellern gefangen, aber jetzt ist der Fang aller nicht schädlichen

Vögel durch das Vogelschutzgesetz streng verboten.

[Illustration: Mönchsgrasmücke. (Plattmönch.)]

Dann haben wir noch die Dorngrasmücke oder das große Weißkehlchen, das

fast überall unter den Hecken umherschlüpft. Es ist ein braungrauer

Vogel mit etwas Rot an den Spitzen der Federn und auf der Brust. Er

hüpft und fliegt eine kleine Strecke wie die Heckenbraunelle unter

fortwährendem Zwitschern und fliegt dabei oft immer höher und höher und

singt um so lauter. Er kommt im Mai und zieht im Oktober auch nach dem

Süden.

Von den vielen kleinen Vögeln unserer Heimat sollen hier noch zwei

genannt werden. Der eine ist der Steinschmätzer, ein kleiner aschgrauer

Vogel mit schwarzbraunen Flügeln und rostfarbener Brust, der -- wie

sein Name andeutet -- sich besonders gern in gebirgigen Gegenden

aufhält. Doch kommt er auch in der Ebene überall vor, wo Steinbrüche,

Weinberge und ähnliche Orte ihm in erster Linie gefallen. Dort hört man

sein einfaches Lied, das er besonders gern von Stein- oder Erdhaufen

herab ertönen läßt. Dabei führt er unablässig wippende und knicksende

Bewegungen aus und fliegt unruhig hin und her.

Der andere ist der gemeine Wasserstar oder die Wasseramsel, die im

Bett schnell fließender Flüsse und Bäche auf den Steinen dahin hüpft.

Sie frißt Insekten und Wasserschnecken. Der schwarzbraune Vogel ist

nicht ganz so groß wie die Drossel und leicht an dem kurzen Schwanze

und der schneeweißen Brust zu erkennen. Auch er führt unter Kopfnicken

eigenartige, wippende Bewegungen mit dem Schwanze aus.

Es ist kein Raum mehr da, um noch etwas über Elstern und Dohlen zu

erzählen, aber wenn ihr welche in eurer Nachbarschaft habt, so werdet

ihr sie schon kennen.

Versucht die genannten kleinen Vögel in der Nachbarschaft zu finden

und sucht ihre Nester und Eier kennen zu lernen.

Lektion 12.

Raubvögel.

Raubvögel nennen wir die Vögel, die sich von kleineren Tieren, wie

z. B. Kaninchen, Mäusen, Fröschen, Schlangen und auch von Vögeln,

nähren. Die Hauptarten bei uns sind Adler, Falken, Habichte und Eulen.

Wenn man in den bayrischen Bergen wohnt, bekommt man vielleicht einen

Adler (siehe bunte Tafel VI) zu sehen. Aber im allgemeinen sieht

man hauptsächlich Falken und Eulen.

Ihr werdet sicher schon auf einem Spaziergange durch die Felder einen

Vogel mit langen spitzen Flügeln und fächerförmigem Schwanz in der Luft

haben schweben sehen. Es ist der Turmfalke. Seine Flügel schlagen die

Luft so schnell, daß man kaum sehen kann, wie sie sich bewegen, und

doch steht er ganz still auf derselben Stelle, was man Rütteln nennt.

Seine hellen Augen sehen scharf auf die Erde herunter. Jetzt steigt er

ein wenig höher und schwebt eine kurze Strecke weiter. Nun steht er

wieder still auf einer Stelle, und plötzlich schießt er herab. Er hat

eine Maus im Grase gesehen, und wenn er sich wieder erhebt, hat er sie

in den Klauen.

Landleute schießen wohl manchmal Turmfalken, weil sie meinen, daß

sie junge Rebhühner und Hühner stehlen. Doch tun sie dies nur in der

höchsten Not, wenn sie nichts anderes finden, denn ihre gewöhnliche

Nahrung besteht in Mäusen, Fröschen, sowie in Heuschrecken und anderen

Insekten. Sie stiften also mehr Nutzen als Schaden.

Wenn du keine Gelegenheit hast, dir irgend einen Raubvogel lebendig

oder tot anzusehen, so magst du auf den bunten Tafeln VI und VII

betrachten, wie sich Raubvögel von anderen Vögeln unterscheiden.

Sieh die langen Zehen und die scharfen Krallen des Adlers oder des

Turmfalken an. Sie durchdringen die Haut eines jeden Tieres, das sie

ergreifen. Der gekrümmte Schnabel ist sehr stark und hat scharfe

Kanten, so daß er wie eine Schere schneidet. Der Oberschnabel ist

spitz und ragt wie ein Haken über den unteren hinweg. Einige starke

Hiebe mit dem grausamen Schnabel töten schnell die kleine Maus oder

die größeren Tiere, die ganz verschlungen oder in Stücke gerissen

werden. Nach einiger Zeit werden die haarige Haut und die Knochen in

Ballen („Gewölle“ nennt man sie) ausgeworfen. Die Füße und Beine eines

Raubvogels sind mit Schuppen bedeckt, so daß er in einem Kampfe durch

Schnabelhiebe oder Bisse nicht leicht verletzt werden kann.

[Illustration: Goldadler.

Aus dem Leben unserer Vögel · 第 15 / 24 题