Der Gedanke an ihn erfüllt meine ganze Seele, und hat eine Welt in meinem
Innern gebildet, worin ich lebe, leide, und glücklich bin, wo die Wehmuth
meine ernste liebe Gefährtin ist. Ungern trete ich in die Wirklichkeit
hinaus, in welcher fremde Gegenstände den Einklang meiner Empfindungen
unterbrechen. Ich bin an stille Ruh gewöhnt, und nun ich diesem gewohnten
Gefühl auf einige Tage entsagen muß, bin ich unmuthig, und nähme gern das
Versprechen zurück, welches mich dazu verbindet.
Ich habe eine einfache altdeutsche Tracht für mich zum Maskenkleide
gewählt, die keine Blicke auf mich ziehen wird. Ehedem schmückte ich mich
gern, es war für ihn, es machte ihm Freude, mich schön zu finden. Oft
gestand ich mir freudig, wenn ich dann ganz angekleidet vor den Spiegel
trat, daß ich schön sei. Ich begann Sorgfalt auf meinen Anzug zu
wenden: durch ihn ward mir das Unerträgliche zur Lust. Jeder Abend, jede
Gesellschaft, wozu ich mich schmückte, waren Feste der Liebe. Seit er fort
ist, habe ich alles vernachläßiget, ich will nicht bemerkt seyn. Sein bin
ich, und für ihn auf mich selbst eifersüchtig.