Hier bin ich wieder auf dem Lande. Der Frühling haucht mich mit wärmerem
Lebensathem an, und die Natur regt sich, von ihrem Winterschlaf erwacht.
Die in der Stadt verlebten schönen Tage sind wie versunken, und nur an
dem Schmerz der Trennung, der in meiner Seele zuckt, empfinde ich, daß sie
waren.
O Du! laß mich von diesen trüben Bildern, an deine Brust, zu deinem Geiste
mich retten: und führe die Ruhe der Nationen Dich bald in meine Arme
zurück. Es ist seltsam, aber auch dieser Gedanke erhebt nicht mein Gemüth.
Ich kenne für ihn kein Leben, als ein unstätes, verwickeltes in großen
Geschäften; ich kann für ihn kein anderes denken; wird ihm je Rast seyn
für die Liebe, je ein stilles Glück der Häuslichkeit? Und wenn es wäre,
so schön als die Vergangenheit war, wird selbst eine solche Zukunft nicht
werden. Es fehlt ja Julie. Sie war mir theurer, als ich es geglaubt; das
Gute erschien bei ihr nicht unter lieblichen Formen, worin es im Augenblick
sich der Phantasie freundlich anschmieget: sie war streng und kalt; aber
sie war wahrhaftig gut, und tiefer empfinde ich das jetzt, als wenn ich es
von jeher lebhaft empfunden hätte. Warum dringt keine Stimme in die Tiefe
ihrer Gruft, ihr zu sagen, wie ich sie geliebt, wie ich sie betraure?