Mein Ruf! Was bin _ich_ denn ohne _Ihn_? durch ihn erhielt mein Leben einen
Zweck, für ihn opfere, leide ich alles.
O der Theure, mitten in Gefahren, Entwürfen, und Sorgen, denkt er immer
an seine Freundin, sorgt er um sie. Mit welchem namenlosen Schmerz, mit
welcher namenlosen Freude habe ich die theuren Züge seiner Schrift an meine
Lippen gedrückt: die todten Buchstaben lebten, er hatte sie berührt, sein
Geist, der Geist seiner Liebe athmete aus jeder Zeile.
Von den Bergen führt der Bogen einer Brücke hinab in das Thal. Das Gewühl
des Tages war vorüber: oben und in der Tiefe waren seine Schaaren gelagert.
Und zwischen ihren Trupps, auf dem steinernen Rand des Gewölbes, schreibt
er an mich, sorgt er mich zu beruhigen, daß keine Kunde des Tages mich
früher erreiche, als die, daß er siegte, daß er lebt, und mich liebt. Wie
ist die Quelle unendlichen Schmerzes, auch die unendlichen Genusses, und
welche süße Gabe empfing der Mensch in der Kraft, selbst aus dem Kummer
Freude zu ziehn.