O es ist nicht sein Ruhm, der mir ihn theuer macht. Er könnte der
Unbekannteste seyn; so wie ihn mein Herz fühlt, wird er darin leben, und
ich stiege in jeden Stand mit ihm hinab. Aber daß ich sein Lob von Aller
Zungen höre, den Abglanz meiner innigsten Verehrung in Aller Augen
strahlen sehe, das freut, das entzückt mich, das zieht mich wieder in die
Gesellschaft zurück. Sorgsam lenke ich die Unterredung, bis sie auf dem
Punkt ist, wohin ich sie haben mögte; dann entziehe ich mich ihr, und
versenke mich schweigend in die Wonne, von ihm sprechen zu hören, dessen
Andenken meine ganze Seele erfüllt; sein theures Bild belebt sich, Schauer
der Lust durchzucken mein Herz. O er kann nicht ahnen, ich kann ihm nicht
sagen, wie namenlos theuer er mir ist. Sagt es ihm kein geistiges Flüstern,
fühlt er es nicht an der Luft, die sich liebend an ihn schmiegt, wie auf
dem leichten Fittig der Gedanken meine Seele ihn immer umschwebt? Schon
oft, wenn ich in stiller Nacht, allein auf meinem Zimmer so sehnend an ihn
dachte, hab' ich auf jedes leisestes Geräusch gelauscht, gewähnt, die Züge
seines Bildes bewegten sich, und diese unendliche Sehnsucht müßte seinen
Geist zu mir ziehen. Ich denke, ich sehe, ich geniesse ja Alles, nur in
Bezug auf ihn. In dem Himmel, wo mein Blick tief und tiefer in Unendliches
dringt, bis die Gestirne sich von der Fläche lösen, und mein Auge ihren
Wandel erkennt, seh ich das Bild unsrer Liebe: in den Wolken, die drohend
aufziehen, das Schicksal, das uns trennt, _seine_ Gefahr. Er! dies
beseligende Gefühl, ist für mich überall in der reichen Schöpfung.