Schon acht Tage ist er fort, und ich trage meinen stummen Schmerz in der
zerrissenen Brust umher. Die Zeit schleicht dumpf und trübe über mein Haupt
dahin; die Gegenstände, welche er berührte, haben sich nicht verändert,
allein ihre Seele ist entflohen, sie starren mich wie Leichen an. Hätte ich
ihn doch nur ein einziges Mal gesehen, nur Abschied von ihm genommen; hätte
ich meine Natur gezwungen, dem Schmerze nicht zu erliegen; ich hätte mit
dem letzten Blick, sein Bild in meine Seele gesogen, und unter diesem
lieben Bilde wäre mir der Tod erschienen; denn gewiß, er hätte mit seinem
letzten Kuß auch das Leben von meinen Lippen geküßt. Warum mußte ich zu
dieser langen qualvollen Angst erwachen aus dem Todesschlaf, der mich
umhüllte? Hier bin ich nun, weich gebettet, die Freundschaft wacht bei
meinem Krankenlager; und er, der süße Freund, ruht vielleicht, sein Haupt
auf harten Steinen.
Ich mogte nie eine Freude allein geniessen; seit ich ihn kenne, ist mir
keine geworden als nur von ihm: und mich umgeben alle Bequemlichkeiten des
Lebens, und alle fehlen ihm. Unfreundlicher! warum mißgönnt er mir, sein
Schicksal zu theilen.