Morgen früh! O wie wünschte ich sonst der Nacht Flügel, wie froh habe ich
dem ersten Sonnenstrahl von meinem Lager entgegengelauscht, wie freudig ihn
begrüßt, wenn er mein Zimmer röthete; dem Klange der Glocken, gelauscht,
die erst ganz entfernt, dann näher und näher die Morgenstunde lauthallend
verkündeten, und mich gefreut über das Geräusch des Tages, das in den
Gassen erwachte. Mein Zimmer ward hell, und heller, und ich verhüllte mein
Haupt in die Kissen vor der einbrechenden Klarheit, und mahlte mir mit
Farben der Phantasie den schönen Tag der vor mir lag. So schlief ich oft
unter lachenden Bildern wieder ein, und der Schlaf lag mit seinen Träumen
über meinen Sinnen wie ein duftig gemahlter Schleier, den ich mit einem
Blick zerriß, daß ich frisch und freudig hinaus in das Leben trat, wo
mich die schöne Wirklichkeit liebend umfing. Das ist dahin, -- die Glocken
werden schlagen, der Tag wird diese einzige Nacht verscheuchen, die noch
zwischen mir und dem grenzenlosen Elende liegt. Die Stunde, ach die letzte!
wird im ganzen Gefolge ihrer Schrecken erscheinen. O daß ich einschliefe,
und nie wieder erwachte.