XXI.

Immer näher rückt die furchtbare Stunde des Abschieds; ich kann sie nicht

aufhalten; unthätig sitze ich hier und sehe dem Schlage entgegen, der all'

mein Glück zertrümmern soll. Die Stunde ist noch nicht bestimmt, und die

Hoffnung ruhet so fest an meinem Herzen, das mir ist als dürfte ich noch

hoffen. Ich weiß es, ich weiß es gewiß, daß er mich verläßt; allein es ist

mir wie der Tod, gewiß und unglaublich. Die Kraft kann den Gedanken ihrer

eignen Vernichtung nicht denken, das wäre vernichtet seyn, und denken

ist leben: und auch die Hoffnung schwindet erst mit dem Leben. Aber meine

Freuden sind mir doch getrübt, jede seiner Liebkosungen lockt mir Thränen

in die Augen, und wie ein drohendes Gespenst mischt sich die Furcht, ihn zu

verlieren, zu dem Glücke, ihn zu besitzen.

Heloise : ein kleiner Roman · 第 22 / 48 题