XIV.

Ich bin so glücklich, so überschwenglich glücklich; wie kann man einem

so glücklichen Wesen zürnen! So lange nun hab' ich ein einsames Daseyn

geführt, und nun sollt' ich den Genuß, ihm meine Liebe zu zeigen,

darzuthun, daß ich stolz auf das Gefühl bin, ihm Freude zu machen, um

nichts geben? Sollte ich die Liebe, wie einen schönen duftigen Strauch vor

mir blühen sehn, und seine reinen Himmelsblüten nicht pflücken? mein

Daseyn anders, als in dem Seinigen haben? Mein reines freies Gefühl in

konventionelle Formen zwängen, und der Welt Theil daran geben? Sie hat

keinen daran, alles, alles ist von ihm und mir: ich will nicht von jedem

Unerträglichsten Glückwünsche hören, über ein Glück, das keiner ahnet.

Ich bin frei, ich werde, ich kann ihn wählen, meiner Liebe steht nichts im

Wege, das sie zum Opfer verlangte, sie kränkt Niemand, sie zerreißt keine

Verbindung; warum soll ich mir den unschuldigen Genuß versagen, daß er sie

als eine freie Göttergabe von mir empfange? Und doch thut es mir weh, Julie

nicht zufrieden zu wissen -- sie ist so gut -- sie meint es so gut mit

mir. --

Könnte sie nur empfinden, wie glücklich ich bin, wie glücklich!

Heloise : ein kleiner Roman · 第 15 / 48 题