Ich bin so glücklich, so überschwenglich glücklich; wie kann man einem
so glücklichen Wesen zürnen! So lange nun hab' ich ein einsames Daseyn
geführt, und nun sollt' ich den Genuß, ihm meine Liebe zu zeigen,
darzuthun, daß ich stolz auf das Gefühl bin, ihm Freude zu machen, um
nichts geben? Sollte ich die Liebe, wie einen schönen duftigen Strauch vor
mir blühen sehn, und seine reinen Himmelsblüten nicht pflücken? mein
Daseyn anders, als in dem Seinigen haben? Mein reines freies Gefühl in
konventionelle Formen zwängen, und der Welt Theil daran geben? Sie hat
keinen daran, alles, alles ist von ihm und mir: ich will nicht von jedem
Unerträglichsten Glückwünsche hören, über ein Glück, das keiner ahnet.
Ich bin frei, ich werde, ich kann ihn wählen, meiner Liebe steht nichts im
Wege, das sie zum Opfer verlangte, sie kränkt Niemand, sie zerreißt keine
Verbindung; warum soll ich mir den unschuldigen Genuß versagen, daß er sie
als eine freie Göttergabe von mir empfange? Und doch thut es mir weh, Julie
nicht zufrieden zu wissen -- sie ist so gut -- sie meint es so gut mit
mir. --
Könnte sie nur empfinden, wie glücklich ich bin, wie glücklich!